Microsoft MAI-Thinking-1: Eigenes KI-Modell ersetzt OpenAI
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 15:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Microsoft hat begonnen, die künstliche Intelligenz seiner Produktivitätssoftware auf eine neue Basis zu stellen. Wöchentlich werden zehntausende KI-Anfragen in Excel und Outlook nun von hauseigenen Modellen verarbeitet. Der Schritt reduziert die Abhängigkeit von externen Partnern wie OpenAI und Anthropic.
Im Zentrum der Umstellung steht MAI-Thinking-1, ein proprietäres Modell mit einer sogenannten „sparse Mixture of Experts"-Architektur. Es verfügt über eine Billion Gesamtparameter, aktiviert aber pro Berechnung nur 35 Milliarden davon. Branchenberichten zufolge erreicht Microsofts interne KI inzwischen die Programmierleistung von Anthropics Opus 4.6 – und das zu deutlich geringeren Kosten.
Der Wechsel folgt auf eine Neuordnung der Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI im April 2026. Damals einigten sich beide Seiten auf eine nicht-exklusive Lizenz bis 2032 und strichen die Umsatzbeteiligung.
Komplexe Formeln verständlich dokumentieren
Mit der Weiterentwicklung der KI-Unterstützung rücken auch neue Methoden zur Verwaltung komplexer Tabellenlogik in den Fokus. Aktuelle technische Leitfäden zeigen, wie sich mit den Funktionen N, REPT und LET Dokumentationen direkt in Formeln einbetten lassen – eine Lösung für das langjährige Problem der Intransparenz in Spreadsheets.
Die N-Funktion wandelt Text in den Wert Null um und ermöglicht so Kommentare in numerischen Formeln, ohne das Ergebnis zu beeinflussen. Bei textbasierten Formeln lässt sich die REPT-Funktion mit null Wiederholungen nutzen, um Erläuterungen zu verstecken. Innerhalb von Microsoft 365 hat sich die LET-Funktion als bevorzugtes Werkzeug etabliert: Sie definiert benannte Variablen und erlaubt strukturierte Erklärungen für verschachtelte Berechnungen.
Die LAMBDA-Funktion wiederum erlaubt die Erstellung eigener, wiederverwendbarer Funktionen – ganz ohne VBA-Kenntnisse. Über den Namens-Manager lassen sich spezifische Berechnungen wie Provisionsstrukturen definieren und als Standardfunktionen in mehreren Arbeitsmappen einsetzen.
Copilot hilft beim Debuggen
Microsofts neues KI-Modell MAI-Thinking-1 reduziert die Abhängigkeit von OpenAI – und bringt neue Methoden für Excel mit. Dieser Guide zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Formeln mit LET und LAMBDA dokumentieren, Copilot zum Debuggen nutzen und Ihre Tabellen zukunftssicher machen. Praxis-Guide jetzt kostenlos anfordern
Microsofts KI-Assistent Copilot in Excel hat ebenfalls Updates erhalten. Aktuelle Vorführungen zeigen, wie die KI verschachtelte Logik erklärt – etwa VLOOKUP- und IF-Anweisungen – und Fehler in Schwellenwerten identifiziert. Der Assistent kann Formeln mithilfe der LET-Funktion umschreiben, um die Lesbarkeit zu verbessern, und erstellt eigene Dokumentationsblätter mit Zweck und Argumenten einer Formel.
Für die manuelle Fehlersuche empfehlen Produktivitätsexperten bewährte Werkzeuge: Die F9-Taste bleibt der Standard zum Debuggen einzelner Formelabschnitte. Das Kamera-Tool erlaubt Live-Schnappschüsse von Daten für Dashboards. Weitere wichtige Helfer sind Flash Fill zur Mustererkennung und intelligente Tabellen zur Wahrung der Datenintegrität.
Google und Proton ziehen nach
Auch die Konkurrenz schläft nicht. Am 7. Juli 2026 begann Google damit, seine „Fill with Gemini"-Funktion in Google Sheets für elf weitere Sprachen auszurollen – darunter Mandarin, Niederländisch, Türkisch und mehrere nordische Sprachen. Das Feature steht verschiedenen Workspace-Geschäfts- und Bildungstarifen zur Verfügung.
Zudem hat Google ein langjähriges Interoperabilitätsproblem behoben: Aus Excel importierte 3D-Balkendiagramme bleiben nun unverändert erhalten, anstatt in 2D umgewandelt zu werden. Der Fix startete am 1. Juli 2026 als Schnellauslieferung; für alle Kunden ist er ab dem 13. Juli verfügbar.
Im datenschutzorientierten Segment brachte Proton am 9. Juli 2026 eine eigene Tabellenkalkulation auf den Markt: Proton Sheets. Die neue Anwendung setzt auf Ende-zu-Ende-VerschlĂĽsselung und unterstĂĽtzt die Formate CSV und XLS. Die kostenlose Version bietet 5 GB Speicherplatz, kostenpflichtige Tarife reichen bis zu 3 TB.
Komplexe Excel-Formeln sind fehleranfällig und undurchsichtig. Mit den neuen Funktionen LET und LAMBDA sowie Copilot können Sie jede Formel dokumentieren und automatisch debuggen. Der Leitfaden erklärt die Techniken an konkreten Beispielen – inklusive Checkliste für MAI-Thinking-1. Excel-Dokumentations-Guide sichern
Konzernumbau bei Microsoft
Diese Phase rasanter technischer Entwicklung fällt mit einem größeren Konzernumbau zusammen. Am 6. Juli 2026 strich Microsoft rund 4.800 Stellen – etwa 2,1 Prozent der Belegschaft. Der Schritt ist Teil der strategischen Neuausrichtung auf die interne KI-Entwicklung.
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