Microsoft-Nutzer, Visier

Microsoft-Nutzer im Visier: 7 Millionen Device-Code-Attacken in vier Wochen

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-generierte Phishing-Angriffe erreichen 86 Prozent aller Versuche. Neue Methoden wie Device-Code-Phishing und Quishing nehmen rasant zu.

KI-Phishing dominiert: 86% der Angriffe automatisiert
Ein Smartphone in einer Hand zeigt eine verdächtige Benachrichtigung vor einem verschwommenen, digitalen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Deutsche Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: 86 Prozent aller Phishing-Versuche sind inzwischen KI-gestützt. Die Automatisierung macht Angriffe effektiver, massiver und schwerer erkennbar.

KI senkt die Hürde für komplexe Attacken

Der jüngste Phishing Threat Trends Report von KnowBe4 zeigt: Leistungsfähige Sprachmodelle ermöglichen Angreifern täuschend echte Nachrichten in hoher Frequenz. Frei verfügbare KI-Systeme senken die Hemmschwelle für komplexe Angriffe – sie machen diese einfacher, schneller und massiver.

Die Angriffsvektoren verbreiten sich dabei längst über die klassische E-Mail hinaus. Experten verzeichneten in den ersten Monaten des Jahres eine Zunahme von 49 Prozent bei manipulierten Kalendereinladungen und 41 Prozent mehr Angriffe über Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams. Besonders kritisch: die Identitätstäuschung interner Teammitglieder, die in etwa 30 Prozent der untersuchten Vorfälle im ersten Quartal auftrat.

Device-Code-Phishing und Quishing auf Rekordkurs

Ein besonders dynamisches Wachstum zeigt sich beim Device-Code-Phishing. Cisco Talos registrierte innerhalb von vier Wochen rund sieben Millionen solcher Angriffe – 99 Prozent davon zielten auf Nutzer von Microsoft-Diensten. Der CrowdStrike Threat Hunting Report bestätigt den Trend: 15-fache monatliche Steigerung bei dieser Methode.

Parallel erreicht „Quishing" – Phishing via QR-Code – neue Rekordwerte. Kriminelle platzieren gefälschte Codes auf Parkuhren oder Speisekarten und leiten Nutzer auf manipulierte Webseiten. Auch bei Bezahldiensten wie PayPal werden neue Tricks beobachtet: Angreifer versenden echte Zahlungsaufforderungen mit manipulierten Betreffzeilen über Kleinstüberweisungen, um Sicherheitsfilter zu umgehen.

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Mobile Nutzer im Visier

Für Smartphone-Nutzer verschärft sich die Lage durch spezialisierte Schadsoftware. Sicherheitsforscher von ESET identifizierten mit „PromptSpy" eine erste Android-Malware, die generative KI nutzt. Zudem verbreiten sich Betrugsmaschen über Messaging-Dienste wie WhatsApp.

Ein Fall aus Rostock zeigt die Gefahr: Ein 65-Jähriger verlor den Zugriff auf sein Konto, nachdem er auf eine gefälschte Abstimmung reagiert hatte. Die Täter kontaktierten anschließend seine Kontakte – Gesamtschaden: über 3.000 Euro. In Ludwigshafen verlor ein 83-Jähriger durch einen Fernwartungs-Trick rund 19.000 Euro, ein 53-Jähriger in Bassum wurde durch eine gefälschte Zahlungsbestätigung um 5.000 Euro betrogen.

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Kritische Sicherheitslücken als Einfallstore

Flankiert werden die Phishing-Wellen durch gezielt ausgenutzte Schwachstellen. Die kritische Lücke CVE-2026-42897 in Outlook Web Access wird bereits aktiv attackiert. Hochriskant eingestuft ist zudem CVE-2026-66066 in Ruby on Rails mit einer Bewertung von 9,5 auf der Risikoskala.

CrowdStrike-Experten betonen: Professionelle Akteure nutzen Schwachstellen oft innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden eines Proof-of-Concept aus. Die Kombination aus technischem Exploit und KI-gestütztem Social Engineering stellt Unternehmen und Privatpersonen vor wachsende Herausforderungen.

Sicherheitsbehörden raten dringend zur Nutzung von Multi-Faktor-Authentisierung, Passwort-Managern und erhöhter Vorsicht bei unaufgeforderten Kontaktanfragen – selbst wenn sie von scheinbar bekannten Absendern stammen.

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