Microsoft-Patchday, Schwachstellen

Microsoft-Patchday: 622 Schwachstellen geschlossen, davon 61 kritisch

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft schließt mit 622 Patches einen Rekordmonat ab, während Support für SharePoint 2016 und 2019 endet. Ältere Apple-Geräte verlieren Office-Funktionen.

Microsofts Rekord-Patchday: 622 Lücken geschlossen und Support-Ende für SharePoint
Abstrakte digitale Landschaft mit leuchtenden Linien und geometrischen Formen, die technologische Übergänge und Datensicherheit symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat gleich mehrere Support-Meilensteine erreicht und gleichzeitig das größte Sicherheitsupdate der Unternehmensgeschichte ausgerollt. Über 600 Schwachstellen wurden geschlossen – doch wer alte Software nutzt, steht nun im Regen.

Schlussstrich unter SharePoint 2016 und 2019

Seit dem 14. Juli 2026 ist Schluss: SharePoint Server 2016 und SharePoint Server 2019 erhalten keine Sicherheitsupdates oder technischen Support mehr. Auch für SQL Server 2016 endete das zweite Jahr der erweiterten Sicherheitsupdates (ESU). Unternehmen, die noch auf diesen Versionen sitzen, müssen jetzt handeln – oder massive Sicherheitsrisiken in Kauf nehmen.

Bereits im Mai hatte Microsoft den Support für .NET 9 eingestellt. Auch ältere Azure-Dienste wie Azure Speech to Text v3.0 und Application Gateway v1 sind seit dem Frühjahr Geschichte. Der Konzern räumt gnadenlos auf.

Apple-Nutzer unter Druck: Neue Mindestanforderungen für Office

Seit dem 13. Juli 2026 gelten verschärfte Regeln für die Microsoft-365-Suite auf Apple-Geräten. Wer macOS 12 (Monterey) oder iOS 17 nicht installiert hat, darf nur noch lesen und drucken. Das betrifft Office 2021, Office 2019 und Microsoft 365 auf Mac, iPhone und iPad.

Besonders hart trifft es Besitzer älterer Hardware: Office 2019 für Mac kann unter den neuen Vorgaben keine Updates mehr empfangen. Microsoft empfiehlt betroffenen Nutzern den Umstieg auf die Browser-Versionen – ein schwacher Trost für alle, die auf native Apps angewiesen sind.

Rekord-Patchday: 622 Sicherheitslücken geschlossen

Das Juli-Update 2026 sprengt alle Rekorde. 622 Schwachstellen wurden behoben, darunter 416 in Windows und 82 in Office. 61 dieser Lücken stuft Microsoft als kritisch ein. Besonders brisant: Zwei Zero-Day-Lücken wurden bereits aktiv ausgenutzt.

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  • CVE-2026-56164 betrifft SharePoint Server
  • CVE-2026-56155 gefährdet Active Directory Federation Services (AD FS)

Eine dritte öffentlich bekannte Schwachstelle, CVE-2026-50661, ermöglicht eine BitLocker-Umgehung – allerdings nur mit physischem Zugriff auf den Rechner. Besonders tückisch: CVE-2026-55040 ist ein kritischer Authentifizierungs-Bypass in SharePoint, der Teil einer mehrstufigen Angriffskette ist. Der finale Patch dafür soll erst im August kommen.

Branchenbeobachter sehen einen klaren Trend: Der massive Anstieg der gefundenen Schwachstellen ist auch der zunehmenden KI-Unterstützung in der Sicherheitsforschung geschuldet. Maschinen finden Lücken schneller als Menschen.

Ausblick: Diese Deadlines kommen noch 2026

Microsoft hat bereits weitere Support-Enden für die zweite Jahreshälfte angekündigt:

  • 13. Oktober 2026: Ende des Supports für Windows 11 Version 24H2 (Home und Pro) sowie Office LTSC 2021
  • Mitte September 2026: Ende des Supports für Functions 1.0
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Doch es gibt auch eine gute Nachricht für Zögerer: Die erweiterten Sicherheitsupdates für Windows 10 wurden bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Hintergrund: Die Adoption von Windows 11 stagniert bei etwa 70 Prozent. Viele Rechner erfüllen schlicht die Hardware-Anforderungen nicht. Für Firmenkunden läuft der Windows-10-ESU-Zeitraum sogar bis 2028.

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