Microsoft-Patchday, Schwachstellen

Microsoft-Patchday: 622 Schwachstellen gestopft, zwei Zero-Days aktiv

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 19:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft veröffentlicht größtes Update-Paket der Geschichte und schließt 622 Sicherheitslücken, darunter zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken.

Microsoft-Patchday: Rekordupdate mit 622 Sicherheitslücken
Abstrakte Darstellung digitaler Sicherheit mit leuchtenden blauen Linien, Schaltkreismustern und einem stilisierten Schloss-Symbol. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft stopft hunderte Schwachstellen – darunter zwei Zero-Day-Lücken, die bereits aktiv angegriffen werden.

622 Schwachstellen – 416 allein in Windows

Das aktuelle Update behebt insgesamt 622 Sicherheitslücken. 416 davon betreffen das Betriebssystem Windows. Damit hat Microsoft im laufenden Jahr bereits 1.380 Schwachstellen geschlossen – ein neuer Jahreshöchstwert.

Warum die Zahlen so explodieren? Branchenbeobachter sehen den Grund im verstärkten Einsatz von KI-Systemen. Tools wie MDASH identifizieren Schwachstellen automatisiert und in nie dagewesenem Tempo.

Zwei Zero-Days werden bereits ausgenutzt

Besonders brisant: Zwei der geschlossenen Lücken sind bereits aktiv in freier Wildbahn. Angreifer nutzen eine Schwachstelle in den Active Directory Federation Services (CVE-2026-56155) für Rechteausweitung. Eine weitere Lücke in SharePoint (CVE-2026-56164) ist ebenfalls betroffen.

Zudem schließt Microsoft eine öffentlich bekannte BitLocker-Lücke (CVE-2026-50661). Sie könnte eine Umgehung der Verschlüsselung ermöglichen.

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Von allen behobenen Fehlern stuften Sicherheitsexperten mindestens 58 als kritisch ein. Die gefährlichste Schwachstelle steckt in Dynamics NAV (CVE-2026-55944) – mit einer CVSS-Bewertung von 9,8 ermöglicht sie Remotecodeausführung. Weitere Korrekturen betreffen die TDI-Transportsicherheit, den DHCP-Dienst und Secure-Boot-Zertifikate.

Windows 11: Neue Funktionen für alle

Das Update KB5101650 bringt für Windows 11 auch praktische Neuerungen. Die Point-in-time-Wiederherstellung erlaubt es, lokale Dateien und Anwendungen auf einen Zustand von bis zu 72 Stunden zurückzusetzen. Die Sicherungskapazität ist auf 50 Gigabyte begrenzt.

Praktisch für alle, die Updates aufschieben wollen: Eine neue Kalenderansicht erlaubt das Pausieren von Aktualisierungen für bis zu 35 Tage. Deutsche Nutzer freuen sich über vollständig lokalisierte Sprachsteuerung – Voice Access und Voice Type arbeiten nun auf Deutsch.

Langjährige Fehler endlich behoben

Microsoft adressiert mehrere Systemfehler, die Nutzer seit Langem ärgerten. Eine Datenbankdatei des CapabilityAccessManager konnte auf bis zu 500 Gigabyte anwachsen – das Problem ist nun korrigiert. Auch Anzeigefehler bei OneDrive-Ordnern im Datei-Explorer und Verbindungsprobleme mit Bluetooth-Geräten wie AirPods oder Beats Studio Pro gehören der Vergangenheit an.

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Nicht alles läuft rund: Nutzer von Dell-Systemen mit Intel-Hardware berichten nach der Installation über Temperaturanstiege und Leistungseinbußen.

Für Windows-10-Anwender stehen die Sicherheitskorrekturen im Rahmen des Extended Security Updates (ESU) bereit. Microsoft empfiehlt die zeitnahe Installation – besonders wegen der bereits aktiven Zero-Day-Angriffe.

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