Microsoft-Patches, Schwachstellen

Microsoft-Patches: 421 Schwachstellen behoben, CISA setzt Frist

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 15:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft behebt 421 Schwachstellen, darunter eine aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücke. Auch Adobe liefert kritische Sicherheitsupdates für Commerce aus.

Microsoft Patch Day: 421 Sicherheitslücken geschlossen, Zero-Day aktiv ausgenutzt
Ein Laptop-Bildschirm in einem modernen Büro zeigt komplexen Programmiercode und Datenströme bei gedimmter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Rahmen des monatlichen Patch-Dienstags hat Microsoft ein umfangreiches Sicherheitspaket für seine Softwareprodukte veröffentlicht. Der Softwarekonzern adressiert damit insgesamt 421 Schwachstellen (CVEs), von denen über 40 als kritisch eingestuft werden. Besonders im Fokus steht die Behebung von Sicherheitslücken, die bereits aktiv für Angriffe genutzt werden oder deren Details öffentlich bekannt sind.

Lazarus Group nutzt Zero-Day-Lücke im Kernel-Treiber aus

Eine der gravierendsten Entdeckungen betrifft den Kernel-Treiber afd.sys. Die unter der Kennung CVE-2026-68820 geführte Schwachstelle ermöglicht eine lokale Rechteausweitung auf SYSTEM-Ebene (LPE).

Berichten zufolge wird dieser Fehler aktiv von der Lazarus Group im Rahmen der sogenannten Operation Dream Job ausgenutzt. Die Angreifer setzen dabei auf gefälschte Stellenausschreibungen, um gezielt Fachkräfte im Verteidigungs- und Luftfahrtsektor zu ködern.

Aufgrund der akuten Bedrohungslage hat die US-Sicherheitsbehörde CISA eine Frist bis zum 25. August 2026 gesetzt, bis zu der die betroffenen Systeme in Behördennetzwerken abgesichert sein müssen. Die Schwachstelle basiert auf einem Use-after-free-Fehler, der es Angreifern erlaubt, tiefgreifende Kontrolle über infizierte Windows-Systeme zu erlangen.

Fokus auf Windows-Betriebssysteme und SharePoint

Analysen von Sicherheitsexperten zeigen, dass 236 der insgesamt 421 behobenen Schwachstellen direkt das Betriebssystem Windows betreffen. Das Update-Paket enthält zudem 42 kritische Fehler zur Remotecodeausführung (RCE). Neben den Betriebssystemen ist auch die Kollaborationsplattform SharePoint betroffen; hier wurde mit CVE-2026-63520 eine RCE-Lücke geschlossen.

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Ein weiteres bekanntes Problem, das mit den aktuellen Patches adressiert wird, ist die Schwachstelle CVE-2026-62832, auch als LegacyHive bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen Fehler zur Ausweitung von Privilegien, dessen technische Details bereits vor der Veröffentlichung der Patches öffentlich zugänglich waren.

Aktualisierungen für Windows 11 und funktionale Verbesserungen

Für Nutzer von Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2 wurde das Update KB5121003 bereitgestellt, welches die System-Builds auf die Nummern 26100.9168 beziehungsweise 26200.9168 anhebt. Neben den Sicherheitskorrekturen führt Microsoft damit auch kleinere funktionale Änderungen ein.

Der Datei-Explorer stellt Dateigrößen nun konsistent in KB, MB und GB dar, und die integrierte Suche wurde dahingehend optimiert, dass sie bereits ab der Eingabe von zwei Zeichen Ergebnisse liefert. Zudem unterstützt die Funktion Enhanced Sign-in Security (ESS) ab sofort auch externe Fingerabdrucksensoren.

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Vorbereitungen für auslaufende Secure Boot Zertifikate

Ein langfristiger Aspekt des aktuellen Update-Zyklus betrifft die Secure Boot Zertifikate. Da erste Zertifikate ab Juni 2026 ihre Gültigkeit verlieren, hat Microsoft mit der Verteilung von Ersatz-Zertifikaten über Windows Update begonnen. Systemadministratoren sollten beachten, dass dieser Austauschprozess unter Umständen mehrere Neustarts der betroffenen Geräte erfordern kann.

Branchenexperten raten angesichts der durch Künstliche Intelligenz beschleunigten Entwicklung von Exploits dazu, die Installation der Sicherheitsupdates nicht länger als drei Tage aufzuschieben.

Adobe veröffentlicht ebenfalls kritische Patches

Zeitgleich mit Microsoft hat Adobe mehr als 50 Sicherheitskorrekturen veröffentlicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Adobe Commerce. Die dort identifizierte Schwachstelle CVE-2026-71362 wird mit einem CVSS-Score von 9.1 als kritisch bewertet und soll bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt werden. Auch hier wird eine zeitnahe Aktualisierung der betroffenen Installationen dringend empfohlen.

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