Microsoft Publisher: Support endet, Alternativen für .pub-Dateien im Überblick
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 17:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Softwarekonzern Microsoft hat die Unterstützung für seine Desktop-Publishing-Anwendung Publisher offiziell beendet. Durch den Schritt stehen Anwender und Unternehmen vor der Aufgabe, bestehende Dokumente zu sichern und neue Programmlösungen für ihre Gestaltungsvorhaben zu finden.
Der Rückzug der Anwendung erfolgte dabei schrittweise. Bereits am 1. Oktober 2026 strich Microsoft die Software aus dem Abonnementpaket Microsoft 365. Am 13. Oktober 2026 folgte das offizielle Supportende für die unbefristeten Dauerlizenzen, die sogenannten Perpetual-Versionen.
Die vorhandenen Installationen dieser Kaufversionen lassen sich zwar weiterhin nutzen, werden jedoch weder mit Sicherheitsupdates noch mit Fehlerkorrekturen oder technischer Unterstützung versorgt.
Für bestehende Installationen stehen zudem weitere Einschnitte an: Entfernungs-Updates für den sogenannten Current Channel sind ab Mitte November vorgesehen, während der Rollout im Monthly Enterprise Channel ab Anfang Dezember erfolgen soll.
Um Datenverlusten vorzubeugen, empfiehlt Microsoft betroffenen Anwendern, vorhandene Bestände an .pub-Dateien rechtzeitig als PDF abzuspeichern oder in das Word-Format DOCX zu überführen.
Kommerzielle und quelloffene Ersatzprogramme
Aufgrund des Wegfalls formieren sich am Markt verschiedene Alternativen, um alte Dateien weiterzubearbeiten. Das US-Unternehmen Saint Systems aus Texas stellt mit PubKeep eine kostenpflichtige Softwarelösung bereit, die für Windows, macOS sowie als browserbasierte Variante angeboten wird. Das Paket wird für einen Einmalpreis von 99 US-Dollar inklusive einjährigem Support vertrieben.
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Technisch setzt das Programm auf eine eigens entwickelte TypeScript-Engine mit Referenz auf die Bibliothek libmspub, speichert Daten im Format .pubk – einem offenen ZIP-Archiv mit JSON und Bilddateien – und dekompiliert die Originalsoftware nach Angaben der Entwickler um Adam Anderly nicht.
PubKeep verarbeitet Dokumente aus den Microsoft-Publisher-Versionen 2000 bis 2021 direkt, während Bestände der früheren Ausgaben 97 und 98 nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer über einen Konvertierungsdienst eingelesen werden.
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Neben kommerziellen Programmen stehen auch kostenfreie Open-Source-Werkzeuge bereit. Die Document Foundation verweist auf LibreOffice Draw als Umstiegsmöglichkeit.
Die Anwendung liest das rückentwickelte .pub-Format ein und legt Dokumente im offenen OpenDocument-Format (ODF) ab. Während sich LibreOffice Draw vor allem für Newsletter und einseitige Entwürfe eignet, stößt die Software bei komplexeren Anforderungen an gestalterische Grenzen.
Für aufwendigere Drucksachen wie mehrseitige Broschüren oder Magazine empfiehlt die Document Foundation stattdessen das freie Satzprogramm Scribus, das für Windows, macOS und Linux zur Verfügung steht und auf eine eigene Dateistruktur setzt.
