Microsoft-Rechenzentren: 175 Milliarden Dollar CapEx 2026 geplant
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die University of Washington startet über ihr CoMotion Labs gemeinsam mit Microsoft und der Investorengruppe E8 ein viermonatiges Inkubator-Programm für klimafreundliche Technologien rund um Rechenzentren.
Im Fokus stehen Backup-Energie, Netzanbindung, Kühlung, Elektroschrott und Baumaterialien, wie geekwire.com berichtete. Der Bewerbungsschluss für Startups liegt am 15. November, der eigentliche Programmstart ist für Februar 2027 in Seattle vorgesehen.
E8 bringt dabei langjährige Erfahrung in der Finanzierung von Klima-Startups mit: Nach Angaben von geekwire.com hat die Investorengruppe über 20 Jahre hinweg 77 Millionen US-Dollar in entsprechende Unternehmen investiert.
Wachsende Besorgnis in der Bevölkerung
Hintergrund des Vorhabens ist eine zunehmend kritische öffentliche Wahrnehmung der Umweltfolgen von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz. Laut einer Umfrage von AP-NORC und der University of Chicago sind mittlerweile 53 Prozent der US-Amerikaner extrem oder sehr besorgt über die Umweltauswirkungen von KI – ein deutlicher Anstieg gegenüber 41 Prozent im Vorjahr. 80 Prozent äußerten zudem Sorgen wegen möglicher Auswirkungen auf Stromrechnungen, Stromausfälle und die Wasserversorgung.
Microsofts Strategieberaterin Mary Snapp verwies laut pnwag.net zudem auf ein Stadt-Land-Gefälle bei der Nutzung generativer KI: Während in städtischen Gebieten in den USA 33 Prozent der Haushalte GenAI nutzen, sind es auf dem Land lediglich 16 Prozent.
Microsofts eigene Maßnahmen
Der Inkubator fügt sich in eine Reihe von Initiativen ein, mit denen Microsoft auf Kritik an seinem Rechenzentrumsausbau reagiert. Seit März 2026 verzichtet der Konzern laut pnwag.net auf Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) bei Verhandlungen mit Kommunen.
Am Standort Quincy habe Microsoft den Trinkwasserverbrauch durch Kühlwasser-Recycling um 97 Prozent gesenkt. Am Standort Iowa beschäftigt das Unternehmen den Angaben zufolge 540 Menschen, während der Bauphase waren es bis zu 1.600. In Indiana investierte Microsoft demnach 5 Millionen US-Dollar in die Standortgemeinde.
Für 2026 plant Microsoft Investitionen (CapEx) in Höhe von 175 Milliarden US-Dollar, größtenteils in den USA, wie pnwag.net berichtete.
Die öffentliche Kritik an den Umweltfolgen von KI-Rechenzentren wächst: 53 Prozent der US-Amerikaner sind laut Umfrage extrem oder sehr besorgt, 80 Prozent sorgen sich um Stromrechnungen, Stromausfälle und Wasserversorgung. Wer den Ausbau jetzt vorantreibt, braucht belastbare Nachhaltigkeits-Hebel — von Kühlwasser-Recycling bis zum transparenten Kommunen-Dialog. Jetzt kostenlosen Praxis-Report anfordern
Parallel dazu weitet der Konzern seine sogenannte Biomimikry-Strategie auf über 20 Rechenzentren in den USA und Deutschland aus – darunter Maßnahmen für Feuchtgebiete, Wasserläufe, Bestäuberhabitate und Regenwassermanagement, wie revistaoutside.com berichtete.
Erprobt wurde der Ansatz seit 2022 in den Niederlanden. In Virginia habe Microsoft 230 Acres Fläche unter Schutz gestellt und 8 Acres Feuchtgebiete wiederhergestellt; am Standort Bedburg entstünden Habitate, Feuchtgebiete und Grünkorridore.
Allerdings zeigen die Zahlen auch die Kehrseite des Ausbaus: Microsofts Emissionen stiegen im Geschäftsjahr 2025 um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, unter anderem durch den Rechenzentrumsausbau, wie revistaoutside.com berichtete. Für 2025 gibt Microsoft laut demselben Bericht an, seinen jährlichen Stromverbrauch durch erneuerbare Energien zu decken und 40 Gigawatt neue Erneuerbaren-Kapazität in 26 Ländern kontrahiert zu haben.
Konkrete Projekte vor Ort
Wie stark solche Vorhaben lokal umstritten sein können, zeigen zwei aktuelle Fälle: In Großbritannien will Microsoft im Herbst 2026 einen Plan für ein neues Rechenzentrum am ehemaligen Langley Business Centre nahe dem Langley and Windsor College einreichen, wie bbc.com berichtete. Das seit Dezember 2023 leerstehende Gelände war 2021 vom Slough Borough Council im Rahmen eines inzwischen abgelaufenen Rahmenplans genehmigt worden. Das geplante, 15 Meter hohe Gebäude entspräche der Höhe eines sechsstöckigen Bürogebäudes.
Eine Petition mit rund 600 Unterschriften fordert ein Moratorium, während eine Umweltprüfung zu Luft, Lärm, Klima, Ortsbild und Tageslicht noch läuft.
In Cherry Valley im Boone County erneuerte Microsoft laut rockrivercurrent.com die zuvor abgelaufene Sondernutzungsgenehmigung für ein Rechenzentrum an der Wheeler Road: Statt ursprünglich sechs sind nun drei Gebäude sowie zwei Umspannwerke auf mehr als 300 Acres geplant.
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Der zuständige Planungsausschuss stimmte mit 5:0 zu, als nächster Schritt steht eine Sitzung des Committee of the Whole am 28. September an. Der Baubeginn ist frühestens 2027 vorgesehen, das erste Gebäude soll 2030 fertiggestellt werden.
Der geplante Wasserverbrauch liegt bei 10.000 Gallonen pro Tag, was laut Bericht 0,2 Prozent der Kapazität entspricht. Anstelle von Grundsteuern soll Microsoft demnach rund 1,3 Millionen US-Dollar jährlich beziehungsweise 25,8 Millionen US-Dollar über 20 Jahre an die Kommune zahlen.
