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Microsoft schwenkt um: Eigene KI-Modelle statt OpenAI ab Juli

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 18:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft stellt sein KI-Angebot um: Teure Lizenzen, eigene MAI-Modelle und längere Fristen für Admins prägen die Strategie.

Microsofts KI-Offensive: Neue Lizenzen und eigene Modelle
Abstrakte digitale Netzlinien, die auf ein minimalistisches Microsoft 365-Logo zulaufen, symbolisieren KI-Integration und Cloud-Dienste. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit teuren KI-Lizenzen, veränderten Preismodellen und einer überraschenden Neuausrichtung bei der Entwicklung eigener KI-Modelle reagiert der Konzern auf die wachsenden Kosten der generativen Künstlichen Intelligenz.

Milliardeninvestitionen treiben neue Preismodelle

Der britische Paketdienstleister Evri hat als einer der ersten Großkunden 6.000 Lizenzen des neuen Microsoft 365 E7-Tarifs erworben. Dieses Spitzenprodukt, das seit Mai 2026 verfügbar ist, kostet umgerechnet rund 92 Euro pro Nutzer und Monat. Es bündelt Copilot, Agent 365 und die Entra Suite – eine Suite, die speziell auf Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen zugeschnitten ist.

Evri investierte umgerechnet etwa 4,1 Millionen Euro in die KI-Technologie. Das Unternehmen erhofft sich davon, die bereits erzielten jährlichen Einsparungen von knapp 10,5 Millionen Euro durch Automatisierung noch zu übertreffen.

Die Marktforscher von Forrester warnen jedoch: Die Softwarebudgets vieler Unternehmen werden deutlich steigen. Grund sind die neuen nutzungsabhängigen Gebühren, die Microsoft gemeinsam mit OpenAI und Anthropic einführt. Der Grund liegt auf der Hand: Der Aufbau der benötigten KI-Rechenzentren könnte bis 2030 rund zwei Billionen Dollar verschlingen. Laut aktuellen Umfragen rechnen rund 80 Prozent der Entscheider mit steigenden Daten- und Softwarekosten.

Verlängerte Übergangsfristen für IT-Administratoren

Trotz des Drucks auf höherwertige Lizenzen gibt Microsoft den IT-Verantwortlichen mehr Zeit für technische Umstellungen. Mitte Juli verschob der Konzern die Abschaltung des -Credential-Parameters in Exchange Online PowerShell um sechs Monate. Ursprünglich für Juli 2026 geplant, bleibt die Funktion nun bis Dezember 2026 erhalten. Grund sind Rückmeldungen von Administratoren, die mehr Zeit für die Umstellung auf reine App-Authentifizierung benötigen.

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Weitere Änderungen stehen im Herbst an: SharePoint und OneDrive stellen im Oktober 2026 die Einmal-Passwort-Funktion für externe Freigaben ein. Die Umstellung auf Microsoft Entra B2B soll bis zum 31. Oktober abgeschlossen sein.

Strategischer Schwenk: Microsoft setzt auf eigene KI-Modelle

Eine interne Besprechung am 14. Juli 2026 markiert eine Zeitenwende: Microsoft wies seine Vertriebsteams an, künftig vorrangig die hauseigenen KI-Modelle zu verkaufen – und nicht mehr die von Partnern wie OpenAI oder Anthropic. Möglich wurde dieser Schritt durch eine Änderung der Partnerschaft mit OpenAI: Die Lizenzvereinbarung ist nun nicht mehr exklusiv, und die Umsatzbeteiligung entfällt.

Die hauseigenen MAI-Modelle verzeichnen bereits beachtliche Erfolge. Sie verarbeiten wöchentlich Zehntausende Anfragen direkt in Excel und Outlook. Besonders das Modell MAI-Thinking-1 mit 35 Milliarden Parametern soll in Blindtests Konkurrenzprodukte übertroffen haben – und erreicht bei professionellen Softwareentwicklungsaufgaben Branchen-Benchmarks.

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Dennoch: Copilot hat zwar 20 Millionen zahlende Nutzer erreicht, das entspricht aber nur einer Konversionsrate von rund 4,4 Prozent der gesamten kommerziellen Nutzerbasis. Das Potenzial ist also noch lange nicht ausgeschöpft.

Teams-Updates und mehr Barrierefreiheit

Ab August 2026 wird Microsoft Teams automatisch KI-gestützte Meeting-Archive erstellen – allerdings nur für Meetings mit Transkript und mindestens einem Copilot-Liznehmer.

Parallel dazu hat Microsoft ein formelles Feedback-Programm für neurodivergente Mitarbeiter gestartet. Hintergrund: Berichte, wonach die aktuelle Copilot-Oberfläche überfordernd wirkt. Erste Tester kritisieren, dass die KI zu viele Informationen auf einmal liefere. Die Produktteams arbeiten nun an anpassbaren Menüs und adaptiven Personalisierungsfunktionen.

Für kleinere Unternehmen und Privatnutzer gibt es weiterhin gestaffelte Preise und Sonderaktionen. In Indien etwa läuft bis Ende September 2026 ein Rabatt auf Microsoft-365-Abonnements. Zudem sind Einmalkäufe für ältere Softwareversionen noch bis zum 19. Juli 2026 über Drittanbieter erhältlich – etwa für Office Professional 2021 mit lebenslanger Lizenz.

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