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Microsoft unter Druck: CMA untersucht irreführende Copilot-Tarife

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die CMA untersucht, ob Microsoft Kunden bei der Umstellung auf teurere KI-Abonnements unzureichend informierte.

Microsoft 365: Britische Wettbewerbsbehörde prüft KI-Copilot-Tarife
Ein Laptop und Unterlagen auf einem Schreibtisch symbolisieren die Untersuchung der CMA zu Microsoft-Abonnements. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat eine offizielle Untersuchung gegen den US-Technologiekonzern Microsoft eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens sind potenzielle irreführende Marketingpraktiken im Zusammenhang mit den Abonnement-Modellen Microsoft 365 Personal und Family. Die Behörde prüft dabei insbesondere, ob Kunden bei der Wahl ihrer Abonnement-Optionen unzureichend oder missverständlich informiert wurden.

Im Zentrum der Ermittlungen steht die Integration des KI-Assistenten Copilot in die bestehenden Software-Pakete. Die CMA untersucht, inwieweit Nutzer über die Auswirkungen dieser Programmerweiterung auf ihre Vertragskonditionen im Unklaren gelassen wurden.

Automatische Umstellung auf teurere Tarife

Der Fokus der Untersuchung liegt auf dem Zeitraum ab Januar 2025. Zu diesem Zeitpunkt begann Microsoft damit, Bestandskunden automatisch auf neue, höherpreisige Tarife umzustellen, die den KI-Assistenten Copilot enthielten. Diese Umstellung erfolgte laut den vorliegenden Informationen grundsätzlich für alle Nutzer, sofern diese sich nicht aktiv gegen das neue Modell entschieden (Opt-out).

Dabei beobachtete die Aufsichtsbehörde ein spezifisches Vorgehen bei der Preisgestaltung: Kunden erhielten den Zugriff auf Copilot zunächst ohne zusätzliche Kosten. Mit der ersten anstehenden Verlängerung des Abonnements wurden jedoch die höheren Preise der neuen Tarife fällig. Die CMA prüft nun, ob die Kommunikation von Microsoft im Vorfeld dieser automatischen Verlängerungen transparent genug war oder ob Verbraucher dadurch in die Irre geführt wurden.

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Signifikante Preissteigerungen im Fokus

Ein wesentlicher Aspekt des Verfahrens ist der preisliche Unterschied zwischen den herkömmlichen Tarifen und den neuen Versionen inklusive KI-Funktionen. Während ein klassisches Jahresabonnement der Personal-Variante für 59,99 Pfund erhältlich war, schlägt der neue Tarif mit 84,99 Pfund pro Jahr zu Buche.

Für Kunden, die ihr Abonnement auf jährlicher Basis bezahlen, bedeutet dieser Schritt eine effektive Kostensteigerung von 25 Pfund pro Jahr. Die Wettbewerbshüter untersuchen, ob den Kunden die Existenz der günstigeren Classic-Pläne ausreichend verdeutlicht wurde oder ob das Marketing gezielt darauf ausgerichtet war, Nutzer in die teureren Abonnements zu drängen.

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Microsoft kündigt Kooperation an

Trotz der Einleitung des Verfahrens betonte die CMA, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließenden Schlussfolgerungen über ein mögliches Fehlverhalten gezogen worden seien. Es handelt sich um eine laufende Prüfung des Sachverhalts.

Microsoft reagierte auf die Bekanntgabe der Untersuchung mit der Zusage, vollumfänglich mit der britischen Behörde zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen wird der CMA die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen, um die Marketing- und Kommunikationsprozesse rund um die Einführung von Copilot in Microsoft 365 zu klären.

Die Untersuchung im Vereinigten Königreich ist kein isolierter Fall. Auch in anderen Ländern geraten die Praktiken des Konzerns bei der Vermarktung seiner KI-gestützten Abonnements unter Druck. So führen derzeit auch die zuständigen Aufsichtsbehörden in Australien und Italien ähnliche Prüfungen durch, um die Konformität der Microsoft-Vertriebsmodelle mit dem jeweiligen nationalen Verbraucherschutzrecht zu bewerten.

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