Migräne-Therapie, CGRP-Hemmer

Migräne-Therapie: CGRP-Hemmer helfen 60–70% der Patienten

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 22:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

CGRP-Hemmer und Botulinumtoxin zeigen in aktuellen Studien hohe Wirksamkeit bei episodischer und chronischer Migräne.

Migränetherapie im Wandel: Neue Studien zu CGRP und Botox
Nahaufnahme eines menschlichen Gehirns mit leuchtenden neuronalen Pfaden und abstrakten Lichtpartikeln, die Therapien darstellen. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen beeindruckende Erfolgsquoten.

Bislang griffen Ärzte bei Migränepatienten oft zu unspezifischen Medikamenten. Das ändert sich gerade dramatisch. Im Fokus stehen nun CGRP-gerichtete Therapien und differenzierte Injektionsbehandlungen. Neue Leitlinien und Studien aus diesem Jahr untermauern die Wirksamkeit – sowohl bei episodischer als auch bei chronischer Migräne.

CGRP-Hemmer: 60 bis 70 Prozent der Patienten profitieren

Therapien, die auf das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) abzielen, gelten als sicher und hochwirksam. Dazu zählen monoklonale Antikörper und sogenannte Gepante. Eine im Fachmagazin Lancet Neurology veröffentlichte Studie zeigt: Zwischen 60 und 70 Prozent der Patienten sprechen auf diese Wirkstoffe an.

Die Definition des Behandlungserfolgs ist klar: Bei episodischer Migräne gilt eine Reduktion der monatlichen Migränetage um mindestens 50 Prozent als erfolgreich. Bei chronischen Verläufen reicht bereits eine Verringerung um mehr als 30 Prozent.

Fachgesellschaften wie die European Headache Federation und die American Headache Society empfehlen mittlerweile den primären Einsatz dieser Wirkstoffe. Die International Headache Society rät, eine Prophylaxe bereits ab vier Kopfschmerztagen pro Monat zu erwägen – oder bei erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Experten betonen: Die Behandlung sollte mindestens drei Monate dauern. Eine abschließende Beurteilung der Wirksamkeit ist meist nach sechs Monaten möglich.

Botulinumtoxin: Phase-III-Studien mit positiven Ergebnissen

Auch Botulinumtoxin-Präparate rücken stärker in den Fokus. Der Hersteller Ipsen meldete Anfang Juli positive Topline-Ergebnisse aus seinem Phase-III-Programm BEOND. Die Studien E-BEOND (episodische Migräne) und C-BEOND (chronische Migräne) untersuchten den Einsatz von AbobotulinumtoxinA (Dysport) zur Vorbeugung. Die primären Endpunkte wurden erreicht.

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Botulinumtoxin wird bereits seit 2010 zur Prophylaxe chronischer Migräne eingesetzt. Das Verfahren sieht Injektionen in spezifische Muskelpartien an Kopf und Hals vor. Die Behandlungen werden üblicherweise alle drei Monate wiederholt.

In der Praxis wird zudem diskutiert, bei schwer behandelbarer chronischer Migräne Onabotulinumtoxin A mit CGRP-gerichteten Therapien zu kombinieren. Ziel: die therapeutische Wirkung optimieren.

Atogepant: Hoffnung fĂĽr therapieresistente Patienten

Besondere Aufmerksamkeit gilt Patienten mit refraktärer Migräne – also jenen, die auf herkömmliche Vorbeugung nicht ansprechen. Eine Studie des Hospital Universitari de Bellvitge, erschienen im Journal of Headache and Pain, untersuchte den Wirkstoff Atogepant bei dieser Gruppe.

Das Ergebnis: Bei 30 Prozent der Teilnehmer mit schwer behandelbarer Migräne reduzierte Atogepant die monatlichen Schmerztage nach drei Monaten um mindestens die Hälfte. Insgesamt verzeichneten 44 Prozent der Probanden eine klinisch relevante Verbesserung.

TENS-Geräte: Nicht-invasive Ergänzung mit hohen Erfolgsquoten

Neben Medikamenten gewinnen technologische Lösungen an Bedeutung. Dazu zählen medizinisch zertifizierte TENS-Geräte (Transkutane Elektrische Nervenstimulation). Sie kommen bei Migräne und anderen Kopfschmerzarten zum Einsatz.

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Branchenberichte weisen auf Erfolgsquoten zwischen 60 und über 90 Prozent hin – bei regelmäßiger Anwendung. Die Kosten für solche Geräte übernehmen gesetzliche Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen. Voraussetzung: eine ärztliche Verordnung.

Die Diversifizierung der Therapiemöglichkeiten ermöglicht eine immer individuellere Patientenversorgung. Vom oralen Gepant Atogepant über injizierbare Botulinumtoxine bis zur unterstützenden Medizintechnik. Der Fokus der Fachwelt liegt dabei verstärkt auf dem frühzeitigen Einsatz dieser spezialisierten Verfahren. Ziel: die Chronifizierung der Erkrankung verhindern.

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