Migränemittel, Lasmiditan

Migränemittel Lasmiditan: Wirkstoff weltweit vom Markt genommen

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Arznei-Telegramm dokumentiert die globale Rücknahme von Lasmiditan sowie weitere Marktaustritte, die verschiedene Therapiegebiete betreffen.

Arznei-Telegramm: Lasmiditan und weitere Medikamente vom Markt genommen
Leere pharmazeutische Blisterpackungen auf einem sterilen Labortisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die pharmazeutische Fachzeitschrift Arznei-Telegramm dokumentiert regelmäßig Fälle, in denen Medikamente nach ihrer Zulassung wieder vom Markt genommen werden. Eine aktuelle Zusammenstellung der Publikation zeigt, dass solche Rücknahmen kein Randphänomen sind, sondern verschiedene Wirkstoffklassen betreffen – von Schmerzmitteln über Diabetesmedikamente bis zu Gerinnungshemmern.

Migränemittel Lasmiditan weltweit zurückgezogen

Im Zentrum der jüngsten Dokumentation steht die weltweite Marktrücknahme von Lasmiditan, das unter dem Namen Rayvow zur Behandlung von Migräneattacken vermarktet wurde. Laut Arznei-Telegramm wurde der Wirkstoff nicht nur in einzelnen Ländern, sondern global vom Markt genommen.

Details zu den konkreten Gründen der Rücknahme nennt die Publikation nicht näher, doch die Einordnung in eine Reihe weiterer dokumentierter Fälle verdeutlicht, dass Marktrücknahmen auch neuere Wirkstoffe treffen können.

Weitere Rücknahmen bei Schmerz- und Gerinnungsmitteln

Auch das Analgetikum Gelonida wurde laut der Fachzeitschrift vom Markt genommen. Bei Andexanet alfa, vermarktet unter dem Namen Ondexxya und zur Aufhebung der Wirkung bestimmter Gerinnungshemmer eingesetzt, dokumentiert Arznei-Telegramm die Rücknahme vom US-amerikanischen Markt. Nach Angaben der Publikation steht eine entsprechende Rücknahme in der Europäischen Union noch aus, obwohl sie als überfällig eingestuft wird.

Diese Diskrepanz zwischen unterschiedlichen Zulassungsregionen ist kein Einzelfall: Arzneimittelbehörden verschiedener Länder bewerten Nutzen-Risiko-Verhältnisse mitunter zu unterschiedlichen Zeitpunkten, was zu zeitlichen Verzögerungen zwischen Marktaustritten in den USA und der EU führen kann.

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Historische Fälle als Muster

Die Zusammenstellung des Arznei-Telegramm reiht die aktuellen Fälle in eine längere Liste bereits zurückgezogener Präparate ein. Genannt werden dabei unter anderem Humaninsuline, das Schmerzmittel Metamizol in Finnland, der Fettsäure-Wirkstoff Icosapent-Ethyl, die Infusionslösung Hydroxiethylstärke, der Magensäureblocker Ranitidin in den USA, der Multiple-Sklerose-Wirkstoff Daclizumab, das Schmerzmittel Flupirtin, das Osteoporosemedikament Strontiumranelat, das Malariamittel Mefloquin sowie der Diabeteswirkstoff Dapagliflozin.

Diese Aufzählung verdeutlicht, dass Marktrücknahmen praktisch alle großen Therapiegebiete betreffen können – von der Infektionsmedizin über die Diabetologie bis zur Schmerztherapie.

Bedeutung für Patientinnen und Patienten

Für ältere Menschen, die häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, sind solche Rücknahmen besonders relevant. Wird ein vertrautes Präparat vom Markt genommen, müssen Behandlungsschemata angepasst werden, was insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder bei der Einnahme von Gerinnungshemmern zu Unsicherheiten führen kann.

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Die Dokumentation solcher Fälle durch Fachpublikationen wie das Arznei-Telegramm dient dazu, verordnende Ärzte und Apotheker zeitnah über Veränderungen im Arzneimittelmarkt zu informieren.

Die Häufung der dokumentierten Fälle legt nahe, dass Marktrücknahmen ein kontinuierlicher Bestandteil der Arzneimittelüberwachung bleiben. Sicherheitsbedenken, die erst nach breiterer Anwendung in der Bevölkerung auffallen, führen regelmäßig dazu, dass Zulassungsbehörden oder Hersteller ihre ursprüngliche Nutzen-Risiko-Bewertung revidieren müssen – ein Prozess, der Jahre nach der ursprünglichen Marktzulassung eines Präparats einsetzen kann.

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