Mikroplastik, Muttermilch

Mikroplastik in Muttermilch: 51% BPA-Belastung bei SĂ€uglingen

Veröffentlicht: 23.06.2026 um 15:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

JĂ€hrlich gelangen 330.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Reifenabrieb ist der grĂ¶ĂŸte Verursacher, gefolgt von illegaler Entsorgung.

Mikroplastik in Deutschland: Reifenabrieb als Hauptquelle
Nahaufnahme einer Hand, die ein Glas mit Mikroplastikpartikeln in Wasser hĂ€lt, mit unscharfem natĂŒrlichem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Rund 330.000 Tonnen Mikroplastik gelangen jÀhrlich in Deutschland in die Umwelt. Pro Person sind das mehr als vier Kilogramm. Die Hauptquelle: Reifenabrieb.

Reifenabrieb als grĂ¶ĂŸter Verursacher

Ein Drittel bis die HÀlfte des primÀren Mikroplastiks stammt vom Autofahren. Pro Kopf sind das rund 1,2 Kilogramm pro Jahr. Die gute Nachricht: Wer auf den Reifendruck achtet und vorausschauend fÀhrt, kann den Abrieb um 20 bis 50 Prozent reduzieren.

Weitere große Quellen sind illegale Entsorgung mit 1,4 Kilogramm pro Person (insgesamt 100.000 Tonnen), regulĂ€re Abfallprozesse mit 300 Gramm und synthetische Textilien mit rund 100 Gramm pro Kopf.

Besonders tĂŒckisch: Nanoplastik. Die Partikel sind kleiner als ein Mikrometer und können laut Forschung in Zellen wie das Darmepithel eindringen. GrĂ¶ĂŸeres Mikroplastik scheidet der Körper meist wieder aus.

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Studie belegt Belastung von SĂ€uglingen

Die gesundheitlichen Risiken werden zunehmend klarer. Eine Studie vom Februar 2025 deutet darauf hin, dass sich Mikroplastik im Gewebe anreichert und das Risiko fĂŒr Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle erhöht.

Besonders alarmierend sind die Ergebnisse des LIFE-MILCH-Projekts, vorgestellt auf dem ENDO-Kongress 2026 in Chicago. Forscher untersuchten 336 Mutter-Kind-Paare und wiesen in Muttermilch und SĂ€uglingsurin mehr als 50 endokrine Disruptoren nach – darunter Bisphenol A (BPA) und Phthalate.

Die Zahlen sind deutlich: BPA war in 51 Prozent der Muttermilchproben nach einem Monat nachweisbar. Im Urin der SĂ€uglinge stieg die Rate von 30 Prozent bei der Geburt auf 67,6 Prozent im sechsten Monat. Der Weichmacher Dibutylphthalat (DBP) fand sich in 90,2 Prozent der Muttermilchproben. Fachleute bringen die Stoffe mit Entwicklungsstörungen, Hormonproblemen und Übergewicht in Verbindung.

So reduzieren Sie die Belastung im Alltag

In der KĂŒche lohnt der Umstieg auf Edelstahl, Gusseisen oder Holz. Zerkratzte Antihaftpfannen und PlastikbehĂ€lter geben Partikel ab – besonders in der Mikrowelle. Auch Teebeutel mit Polypropylen und Dosenbeschichtungen sind problematisch.

Wer auf Plastikverpackungen verzichtet und Leitungswasser filtert statt Wasser aus Plastikflaschen zu trinken, senkt die Belastung deutlich.

Bei Kleidung helfen Naturfasern statt synthetischer Textilien. Zertifizierte Naturkosmetik ohne Mikroplastik reduziert den Eintrag in den Wasserkreislauf. Und der BiomĂŒll sollte unbedingt plastikfrei bleiben – sonst landen die Partikel im Kompost und spĂ€ter auf dem Acker.

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Regulierung reicht nicht

Die EU hat bereits reagiert: Seit 2020 ist BPA in Thermopapier verboten, seit 2023 auch in Lebensmittelkontaktmaterialien. Kritiker sehen das als unzureichend – die flĂ€chendeckende Exposition sei damit nicht gestoppt.

Trotz der Schadstoffbelastung betonen Mediziner: Stillen bleibt die empfohlene Wahl. Die positiven Effekte ĂŒberwiegen. Allerdings könne die Mutter die Belastung des SĂ€uglings senken, indem sie auf Fertigprodukte in Plastikverpackungen verzichtet.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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