Mind-0, Chinas

Mind-0: Chinas KI-Modell steuert Roboter im Sub-Zentimeter-Bereich

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 04:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mehrere chinesische Unternehmen präsentieren KI-Modelle und Roboter mit Rekordpräzision. China dominiert den Weltmarkt mit 97 Prozent Anteil.

Chinesische Tech-Firmen: Neue DurchbrĂĽche in der humanoiden Robotik
Biomimetischer humanoider Roboter mit flexiblen Gelenken und pneumatischen Muskeln bei einer feinen Aufgabe in einem Hightech-Labor. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Mind-0: Ein KI-Modell fĂĽr alle Roboter

Der Technologiekonzern MindOn hat am heutigen Dienstag mit Mind-0 ein einheitliches KI-Modell vorgestellt, das sowohl humanoide als auch Zwei-Arm-Roboter steuern kann. Das System, das primär für die Logistik entwickelt wurde, erreicht eine Manipulationsgenauigkeit im Sub-Zentimeter-Bereich. Möglich wird dies durch einen Echtzeit-Kompensationsmechanismus, der Abweichungen in der realen Umgebung ausgleicht.

Video-Weltmodell lernt mit 20 Beispielen

Bereits am Montag veröffentlichte Robbyant, eine Tochter des Alibaba-Konzerns Ant Group, das System LingBot-VA 2.0. Die Plattform beschreibt das Unternehmen als „verkörperlichtes Video-Aktions-Weltmodell". Mit einer autoregressiven Architektur sagt es Handlungsergebnisse in Echtzeit voraus und erreicht eine Steuerungsfrequenz von 150 Hertz auf einem einzelnen Grafikprozessor. Besonders beeindruckend: Das Modell passt sich mit nur 20 Vorführungen an neue Aufgaben an und übertrifft damit die Benchmarks RoboTwin 2.0 und LIBERO.

Ebenfalls am Montag präsentierte Zhiyuan Robotics sein Modell GO-2. Die Besonderheit: Eine „Aktions-Gedankenkette" generiert zunächst eine Abfolge von Schritten, bevor die Ausführung beginnt. Ein asynchrones Dualsystem trennt dabei die langsame Planung des „Gehirns" von den schnellen Muskelreaktionen. Auf dem LIBERO-Benchmark erzielte das System eine Erfolgsquote von 98,5 Prozent.

Moya: Pneumatik-Muskeln fĂĽr sanftere Bewegungen

Das in Shanghai ansässige Unternehmen DroidUp hat mit Moya einen biomimetischen Roboter vorgestellt, der menschliche Bewegungen deutlich natürlicher nachahmt als herkömmliche Motorgelenke. Statt Elektromotoren setzt Moya auf pneumatische künstliche Muskeln und eine flexible Wirbelsäule. Ein leichtes Verbundfaser-Skelett und ein KI-Framework, das Muskelverformungen vorausberechnet, runden das Konzept ab.

DroidUp zielt mit dem Gerät auf den Gesundheits- und Bildungssektor. Der kommerzielle Verkaufsstart ist für Ende 2026 geplant, der Preis liegt bei umgerechnet rund 160.000 Euro. Während das Unternehmen den Einsatz in Banken und Einkaufszentren vorsieht, werfen Beobachter ethische Fragen zur täuschend echten Optik und der warmen Haut des Roboters auf.

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FlĂĽgelroboter taucht und fliegt in Sekunden

Auch die Forschung liefert neue Impulse. Forscher des MIT und der EPFL veröffentlichten am Montag im Fachmagazin Science einen Flügelroboter, der schwimmen, tauchen und starten kann. Das weniger als 300 Gramm schwere Gerät wechselt in unter einer Sekunde vom Wasser in die Luft – typischerweise mit acht bis zehn Flügelschlägen.

Ein gemeinsames Projekt der Keio-Universität und des MIT Media Lab präsentierte zudem einen schwebenden Begleitroboter. Das heliumgefüllte Gerät, das an einen Wal erinnert, bewegt sich mit flatternden Flossen fort. Die Entwickler betonen den leisen und sicheren Betrieb für Innenräume – eine kommerzielle Produktion ist jedoch noch nicht geplant.

China dominiert den Weltmarkt – Milliarden für Robotik

Die geballte Innovationskraft fällt in eine Phase massiver Investitionen. Bereits 2025 entfielen laut Branchenberichten 97 Prozent der weltweit ausgelieferten humanoiden Roboter auf China – rund 19.000 Einheiten. Im Rahmen des 15. Fünfjahresplans hat die Regierung Subventionen in Höhe von umgerechnet rund 275 Milliarden Euro für Robotik und KI bereitgestellt.

Erst kürzlich führte Ant Group eine Finanzierungsrunde von rund 68 Millionen Euro beim Roboterhersteller Zeroth an – die zwölfte Investition des Konzerns in diesem Sektor seit 2025.

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Sicherheitsrahmen fĂĽr autonome Systeme

Parallel zu den technischen Fortschritten veröffentlichte das KI-Sicherheitslabor von Ant Group am Montag das Framework SingGuard-NSFA als Open Source. Es schützt autonome KI-Agenten in 185 Bedrohungsszenarien. Analysten von ABI Research prognostizieren, dass der Markt für KI-gesteuerte Roboter bis 2036 ein Volumen von rund 140 Milliarden Euro erreichen könnte.

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