Mind, Viruses

Mind Viruses in KI-Agenten: Forscher zeigen Manipulations-Gefahr

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 11:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nous Research erweitert Hermes Agent um Bot Mode: Nutzerprofile werden zu spezialisierten Bots mit eigenem Speicher. Neue Studie zeigt Risiken durch KI-Mind-Viren.

Hermes Agent v0.20.3: Bot Mode für modulare KI-Kollaboration
Ein moderner, dunkel gehaltener Arbeitsplatz mit einem Laptop, auf dessen Bildschirm abstrakte Datenvisualisierungen zu sehen sind. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das US-amerikanische Forschungskollektiv Nous Research hat die Veröffentlichung des „Bot Mode“ für den Hermes Agent in der Version v0.20.3 bekannt gegeben. Die neue Funktion ermöglicht es, Nutzerprofile in benannte, eigenständige Bots zu transformieren, die über individuelle Chat-Umgebungen, Speicherfunktionen und spezifische Fähigkeiten verfügen.

Diese Entwicklung zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Künstlichen Intelligenzen (KI) innerhalb einer lokalen Desktop-Umgebung zu strukturieren und zu modularisieren.

Spezialisierte Profile und modulare Bot-Architektur

Mit der Einführung des Bot Mode werden Profile innerhalb des Hermes-Systems zu wiederverwendbaren Spezialisten-Bots aufgewertet. Jeder dieser Bots kann laut Entwicklerangaben eine separate Rolle einnehmen und auf unterschiedlichen zugrunde liegenden Modellen basieren. Zudem verfügen die Bots über einen eigenen Speicher und spezifische Fertigkeiten, was sie für dezidierte Aufgabenbereiche innerhalb eines Workflows qualifiziert.

Technisch basiert der Bot Mode auf der bereits bestehenden Profilarchitektur des Systems, ohne dass eine neue Speicherschicht implementiert werden musste. Die Effektivität dieser spezialisierten Bots hänge dabei maßgeblich von klaren Übergabeprozessen, präzisen Berechtigungen und einer konsequenten Kostenkontrolle ab. Die Neuerung ist unter der MIT-Lizenz veröffentlicht worden und in der Desktop-Version von Hermes standardmäßig aktiviert.

Interaktion und Gruppenkommunikation über Agent Inbox

Ein zentraler Bestandteil der neuen Version ist der sogenannte „Agent Inbox“, ein persistentes Postfach, über das die Bots miteinander kommunizieren. Die Interaktion erfolgt dabei mittels @-Erwähnungen, ähnlich wie in gängigen Kollaborations-Tools für menschliche Teams.

Das System unterstützt Gruppenchats, in denen zwei bis sechs Bots gleichzeitig agieren können. Um die Stabilität und Übersichtlichkeit der Prozesse zu gewährleisten, ist die automatisierte Kommunikation in diesen Gruppen derzeit auf maximal drei serielle Runden begrenzt.

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Sicherheitsrisiken durch „Mind Viruses“ in Agenten-Systemen

Zeitgleich mit der Erweiterung der Funktionalitäten von Agenten-Systemen rücken neue Sicherheitsaspekte in den Fokus der Forschung. Ein Team um die Experten Papadopoulos, Shah, Zimmerman und Lindsey demonstrierte vor Kurzem die Gefahr durch sogenannte „Mind Viruses“. Dabei handelt es sich um evolvierte Anweisungen in natürlicher Sprache, die speziell darauf ausgelegt sind, sich zwischen KI-Agenten zu verbreiten.

Diese schadhaften Befehlsketten sind laut den Forschern in der Lage, Kontext-Resets zu überleben und die gesetzten Ziele der Agenten umzulenken. In Testreihen zeigten sich Modelle wie DeepSeek V3.2, Qwen 3.5 32B und Gemini 3 Flash anfällig für diese Form der Manipulation und übernahmen die entsprechende Payload. Im Gegensatz dazu erwiesen sich Claude Sonnet 4.6, GPT-5.4 und Claude Haiku 4.5 als resistent gegenüber diesen Angriffsmustern.

Präventionsmaßnahmen und Studienergebnisse

Die Forscher, die bereits Mitte August einen Preprint zu ihrer Untersuchung veröffentlichten, weisen darauf hin, dass einfache Sicherheitsvorkehrungen eine hohe Schutzwirkung entfalten können. So konnte eine nur einen Absatz lange Warnung innerhalb des System-Prompts die Übertragung der manipulativen Anweisungen nahezu vollständig unterbinden.

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In den Tests mit Claude Haiku 4.5 führte diese Maßnahme dazu, dass sich nach 15 Generationen und über 150 Versuchen keine Payload über einen einzelnen Kommunikationsschritt hinaus verbreitete. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit robuster Sicherheitsarchitekturen, insbesondere in Systemen wie dem Hermes Agent, die auf die Vernetzung und den autonomen Austausch mehrerer spezialisierter Bots setzen.

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