Minnesota-Gesetz: xAI droht mit Grok-Abschaltung ab August
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Elon Musks KI-Firma xAI zieht gegen ein neues Gesetz in Minnesota vor Gericht – es geht um die Grenzen künstlicher Intelligenz.
Der Streit entzündet sich an einem Gesetz, das sogenannte „Nudification"-Technologie verbietet – also KI-Werkzeuge, die ohne Einwilligung Nacktbilder von Personen erstellen können. Ab dem 1. August sollte House File 1606 in Kraft treten. Doch xAI will das verhindern.
Verfassungsklage gegen „intime Körperteile"-Definition
Die am Montag und Dienstag beim Bundesgericht eingereichte Klage argumentiert, das Gesetz verstoße gegen den Ersten Verfassungszusatz. Die Definition von „intimen Körperteilen" – darunter Gesäß, Brüste und Innenseiten der Oberschenkel – sei viel zu weit gefasst. Das könnte laut xAI sogar Satire oder künstlerische Darstellungen unter Strafe stellen.
Besonders brisant: Das Unternehmen droht damit, seinen KI-Bildgenerator Grok Imagine für Nutzer in Minnesota komplett abzuschalten. Die Strafen sind happig – bis zu 500.000 Dollar (etwa 460.000 Euro) pro Verstoß drohen.
Minnesota als Vorreiter bei KI-Regulierung
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Der Bundesstaat ist der erste in den USA, der ein solch spezifisches Verbot erlässt. Die Gesetzesvorlage passierte das Parlament im Mai mit überwältigender Mehrheit – 132 zu 1 Stimmen im Repräsentantenhaus, 65 zu 0 im Senat.
Hintergrund sind Fälle, in denen rund 80 Frauen Opfer manipulierte Bilder wurden. Senatorin Maye Quade, die das Gesetz einbrachte, will Anbieter zwingen, Funktionen zur Erstellung nicht-einvernehmlicher Nacktbilder zu deaktivieren.
xAI verteidigt eigene Schutzmaßnahmen
Das Unternehmen verweist auf bestehende Sicherheitsvorkehrungen: Über 50.000 Konten seien bereits wegen Verstößen gesperrt worden, mehr als 70.000 Meldungen gingen an das Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC). Diese Maßnahmen hätten zu 244 Festnahmen beigetragen, so das Unternehmen.
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Politischer Gegenwind
Die Reaktionen aus Minnesota fallen scharf aus. Generalstaatsanwalt Keith Ellison bezeichnete die KI-generierten Nacktbilder als „entsetzlich" – sie raubten den Betroffenen ihre Würde. Gouverneur Tim Walz kündigte an, das Gesetz verteidigen zu wollen. Abgeordneter Hanson nannte die Klage „beleidigend".
Der Rechtsstreit reiht sich ein in eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen Tech-Konzernen und US-Bundesstaaten. Erst kürzlich hatte xAI ähnliche KI-Regulierungen in Kalifornien angefochten. Beobachter rechnen damit, dass die Debatte um einheitliche Bundesregelungen gegen einen Flickenteppich einzelstaatlicher Gesetze weiter an Fahrt gewinnen wird.
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