Mirage2FA, Phishing-Kampagne

Mirage2FA: Phishing-Kampagne kompromittiert 4.500 Unternehmen

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 15:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Mirage2FA-Kampagne kompromittiert über 4.500 Konten in den USA und Europa, indem sie Sitzungscookies stiehlt und die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgeht.

Mirage2FA: Phishing-Kampagne attackiert tausende Microsoft-365-Nutzer
Dunkler Serverraum mit blauen Lichtakzenten und Server-Racks als Symbol für die IT-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine großangelegte Phishing-as-a-Service-Kampagne namens Mirage2FA hat nach Erkenntnissen von Sicherheitsforschern rund 4.500 Unternehmen in den USA und Europa ins Visier genommen. Die Angreifer missbrauchen dabei Login-Abläufe von Microsoft 365, um Zugangsdaten und aktive Sitzungen von Nutzern zu stehlen.

Adversary-in-the-Middle-Technik umgeht Zwei-Faktor-Schutz

Im Zentrum der Kampagne steht eine sogenannte Adversary-in-the-Middle-Technik (AiTM). Dabei schalten sich die Angreifer unbemerkt zwischen Nutzer und den echten Microsoft-365-Anmeldedienst.

Auf diese Weise gelangen sie nicht nur an Benutzernamen und Passwörter, sondern auch an Sitzungscookies – und können damit selbst eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung (MFA) umgehen. Die gestohlenen Sitzungstoken erlauben es den Angreifern, sich als legitime Nutzer auszugeben, ohne die eigentliche Anmeldeprozedur erneut durchlaufen zu müssen.

Zahlen zur Reichweite der Angriffswelle

Nach Angaben der Sicherheitsforscher wurden insgesamt 9.426 Konten gezielt angegriffen, verteilt auf 3.518 Organisationsdomänen. Von den 9.426 versendeten Phishing-E-Mails führten 4.532 zu potenziell kompromittierten Konten, was einer Quote von 48 Prozent entspricht. Der überwiegende Teil der Betroffenen, 63,7 Prozent beziehungsweise 2.885 der 4.532 Opfer, befindet sich in den USA.

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Die Angreifer verzeichneten den Analysen zufolge insgesamt 9.332 Kompromittierungsereignisse. Diese teilen sich auf in 4.561 Fälle von Cookie-Diebstahl, 3.044 Fälle von gestohlenen Passwörtern beziehungsweise 2FA-Codes sowie 1.339 erfolgreiche Anmeldungen über Single-Sign-On-Verfahren (SSO).

Auffällig ist zudem, dass ein erheblicher Teil der erfolgreichen Logins – 33,3 Prozent – über mobile Geräte erfolgte, was auf eine gezielte Ausnutzung mobiler Anmeldewege hindeutet.

Bedrohung für Unternehmen in Europa und den USA

Die breite geografische Streuung über Unternehmen in den USA und Europa sowie die hohe Zahl betroffener Domänen zeigen, dass Mirage2FA nicht auf einzelne Branchen oder Regionen beschränkt ist, sondern als flächendeckendes Phishing-as-a-Service-Angebot im Umlauf ist. Solche Dienste ermöglichen es auch technisch weniger versierten Angreifern, ausgefeilte AiTM-Angriffe gegen Cloud-Dienste wie Microsoft 365 durchzuführen.

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Die Kombination aus Cookie-Diebstahl und Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung stellt Unternehmen vor die Herausforderung, dass klassische Schutzmaßnahmen allein nicht mehr ausreichen, um Kontoübernahmen zu verhindern.

Sicherheitsexperten empfehlen angesichts solcher Kampagnen üblicherweise zusätzliche Maßnahmen wie die Überwachung ungewöhnlicher Anmeldeaktivitäten und den Einsatz phishing-resistenter Authentifizierungsverfahren, um Sitzungsdiebstahl frühzeitig zu erkennen.

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