Mobiles, Bezahlen

Mobiles Bezahlen: WHO zahlt 14,4 Mio. Dollar über digitale Kanäle

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 12:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Weltweit treiben Bildungsprogramme und Infrastrukturprojekte die Nutzung mobiler Bezahldienste voran. Experten warnen jedoch vor Exklusionsrisiken.

Globale Finanzbildung: Mobile Zahlungssysteme im Fokus internationaler Initiativen
Ein Unternehmer in einem ghanaischen Markt nutzt ein Smartphone für eine digitale Zahlungstransaktion. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der globale Ausbau mobiler Finanzdienstleistungen erfordert nach Einschätzung internationaler Finanzinstitute eine verstärkte Förderung der digitalen Kompetenz unter Endverbrauchern. Während die technische Infrastruktur für mobiles Bezahlen weltweit rasant wächst, rücken Bildungsinitiativen und der Schutz vor finanzieller Exklusion zunehmend in den Fokus von Regierungen und Zentralbanken.

Bildungsinitiativen und praktische Anwendung in Afrika

In Ghana wurde im Rahmen der MoMo MSME Initiative die zweite Phase eines Schulungsprogramms für kleine und mittlere Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Insgesamt 600 Unternehmer an den Standorten Takoradi, Kumasi, Accra und Tamale erhielten spezialisierte Fortbildungen im Bereich des digitalen Finanzwesens. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der UMB und Kola Market durchgeführt, um die Integration digitaler Zahlungslösungen in den Geschäftsalltag zu vertiefen.

Parallel dazu zeigt sich in Mosambik der praktische Nutzen digitaler Zahlungskanäle in der staatlichen Verwaltung und im Gesundheitssektor. Seit dem Jahr 2024 nutzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Dienst MOMO, um Zahlungen an medizinisches Personal zu leisten. Bisher wurden auf diesem Weg über 14,4 Millionen US-Dollar an rund 246.000 Begünstigte ausgezahlt. Ein aktuelles Anwendungsbeispiel war die zweite Polio-Impfkampagne im Juni 2026, bei der die Entlohnung der Helfer ebenfalls über das mobile System abgewickelt wurde.

Auch in Tansania schreitet die Digitalisierung voran. Die dortige Zentralbank registrierte Ende 2025 bereits 75,8 Millionen aktive Abonnements für mobiles Geld. Um die Fragmentierung des Marktes zu beheben und die Effizienz zu steigern, soll das TIPS-System künftig für eine bessere Vernetzung der verschiedenen Dienste sorgen.

Skalierung und Kostenstruktur am Beispiel Indien

Indien verzeichnet unterdessen neue Rekordmarken bei der Nutzung seiner digitalen Zahlungsinfrastruktur. Die indische Finanzministerin Sitharaman bestätigte, dass Transaktionen über das Unified Payments Interface (UPI) für Verbraucher weiterhin kostenlos bleiben. Im Juli 2026 erreichte das System ein Volumen von 2.366 Crore UPI-Transaktionen mit einem Gesamtwert von 29,9 Lakh Crore Indischen Rupien. Eine Händlergebühr (MDR) wird nach Regierungsangaben nur für bestimmte Kategorien erhoben, sofern diese eine definierte Schwelle überschreiten.

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Bedenken hinsichtlich Exklusion und Akzeptanz

Trotz des technologischen Fortschritts mahnen europäische Institutionen zur Vorsicht. Die Bundesbank äußerte Bedenken im Hinblick auf die Nutzung der IBAN durch die ältere Generation. Es bestehe die Gefahr einer finanziellen Exklusion, weshalb gezielte Schulungsinitiativen gefordert werden, um ältere Bürger nicht vom modernen Zahlungsverkehr abhängen. Zudem zeigt sich in der Wirtschaft eine anhaltende Skepsis gegenüber der Einführung eines digitalen Euro; viele Unternehmen bewerten die geplante digitale Zentralbankwährung derzeit noch zurückhaltend.

Institutionelle Perspektiven auf digitale Vermögenswerte

Auf der HSC-Konferenz in Ho-Chi-Minh-Stadt diskutierten Führungskräfte für digitale Vermögenswerte über die Zukunft der Finanzinfrastruktur, wobei Themen wie Stablecoins und Real-World Assets (RWA) im Vordergrund standen. In diesem Kontext wurde bekannt, dass SC Ventures einen Digital-Asset-Fonds in Höhe von 250 Millionen US-Dollar aufgelegt hat.

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Ein Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) wies zudem auf die wachsende Bedeutung von Stablecoins hin. Da rund 99 Prozent der Stablecoins auf US-Dollar lauten, könnten lokale Varianten die Nachfrage nach entsprechenden Token weiter erhöhen. Die gesamte Marktkapitalisierung in diesem Segment wird auf etwa 300 Milliarden US-Dollar geschätzt. Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) belegen zudem, dass über 70 Prozent der Nettozuflüsse in Dollar-Stablecoins aus Nicht-Dollar-Währungsräumen stammen, was die globale Relevanz dieser digitalen Instrumente unterstreicht.

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