Mobilfunkbetrug, Vietnam

Mobilfunkbetrug: Vietnam sperrt 25 Millionen Konten ab Juni

01.06.2026 - 23:40:43 | boerse-global.de

Griechenland und Vietnam führen neue Sicherheitsstandards ein, während Deutschland und Argentinien gegen steigende Mobilfunkkriminalität vorgehen.

Mobilfunkbetrug: Vietnam sperrt 25 Millionen Konten ab Juni - Bild: über boerse-global.de
Mobilfunkbetrug: Vietnam sperrt 25 Millionen Konten ab Juni - Bild: über boerse-global.de

Netzbetreiber und Behörden reagieren mit neuen Sicherheitsmaßnahmen – von modernen Schnittstellen bis zu drastischen Registrierungspflichten.

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Griechenland setzt auf neue Sicherheits-APIs

COSMOTE und Vodafone führen in Griechenland standardisierte Sicherheitslösungen ein. Die Initiative GSMA Open Gateway bringt zwei spezielle Programmierschnittstellen (APIs): „Number Verification“ und „SIM Swap“. Sie sollen die bisher üblichen SMS-Einmalpasswörter ersetzen und verdächtige SIM-Kartenwechsel in Echtzeit erkennen. Das Ziel: Die Übernahme von Benutzerkonten durch unbefugte Dritte verhindern.

Vietnam verschärft Registrierungspflicht

Das vietnamesische Telekommunikationsministerium geht gegen anonyme Mobilfunkkonten vor. Über das nationale Identitätssystem VNeID identifizierten die Behörden rund 1,6 Millionen Telefonnummern ohne rechtmäßige Inhaber.

Betroffene Nutzer müssen ihren Status bis zur Monatsmitte bestätigen. Ab Mitte Juni droht die Sperrung ausgehender Dienste. Noch steht für über 25 Millionen Abonnenten die Bestätigung aus.

Argentinien: Schlag gegen Krypto-Betrug

Mobilfunkbetrug ist oft Teil größerer krimineller Strukturen. Das zeigt die Operation „Fake Coin“ in Argentinien. Die Behörden zerschlugen drei kriminelle Netzwerke, beschlagnahmten über 8 Millionen USDT an Kryptowährungen und nahmen 24 Personen fest.

Die Täter nutzten manipulierte Apps und sogenanntes WhatsApp-Hijacking. Bei 90 Razzien sicherten die Beamten Bargeld in Millionenhöhe und zahlreiche elektronische Geräte.

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Deutschland: Rekordniveau beim Chat-Betrug

Auch hierzulande bleibt die Bedrohungslage angespannt. Eine aktuelle Kaspersky-Studie zeigt für den deutschen Markt ein Rekordniveau beim Chat-Betrug. Der durchschnittliche Schaden pro Fall liegt bei 1.180 Euro – fast doppelt so hoch wie der globale Schnitt von 630 Euro.

Besonders alarmierend: Fast die Hälfte der Opfer übergibt sensible Daten oder Geld innerhalb von nur 30 Minuten nach der ersten Kontaktaufnahme.

Neue Malware-Gefahren für Android

IT-Sicherheitsforscher von Zimperium entdeckten die Android-Spyware „ClayRat“. Sie tarnt sich als beliebte Apps wie TikTok oder WhatsApp und stiehlt SMS-Inhalte, Anruflisten und Fotos. Besonders perfide: ClayRat übernimmt die SMS-Handler-Rolle auf dem infizierten Gerät und umgeht so Sicherheitsabfragen des Betriebssystems.

FBI warnt vor Phishing-Plattform

Das FBI schlägt Alarm wegen der Phishing-Plattform „Kali365“. Sie nutzt den Microsoft-Gerätecode-Flow aus, um OAuth-Tokens zu stehlen. Damit umgehen Angreifer die Multi-Faktor-Authentifizierung und erhalten dauerhaften Zugriff auf Outlook, Teams und OneDrive – ohne Passwort.

Branchenanalysten von Flare Research warnen: Die Bedrohung für Unternehmensaccounts durch Infostealer-Malware nimmt massiv zu. Schätzungen zufolge könnten im dritten Quartal 2026 bis zu 20 Prozent aller Infektionen gezielt Unternehmenskonten treffen.

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