Mobilitätsgütesiegel: Caritas Pflege Steiermark fördert Bewegung im Alltag
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Erhaltung von Mobilität und Selbstständigkeit gewinnt in der stationären und ambulanten Altenhilfe zunehmend an Bedeutung. Wie praktische Maßnahmen im Pflegealltag umgesetzt werden können, veranschaulicht die Caritas Pflege Steiermark.
Die Organisation erhielt für ihre gezielte Bewegungsförderung im Alltag das Mobilitätsgütesiegel. Die Auszeichnung wurde im Pflegewohnhaus Neumarkt verliehen und soll die Eigenständigkeit sowie die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner nachhaltig stärken.
Das im Pflegewohnhaus umgesetzte Projekt wird von Styria vitalis begleitet. Für die praktische Durchführung zeichnen die geschulten Pflegeassistentinnen Laura Fussi und Viktoria Demmelbauer verantwortlich, die fachliche Unterstützung durch den Physiotherapeuten Gregor Gube erhalten. Im Rahmen der Verleihung wurden zudem Urkunden an die teilnehmenden Bewohnerinnen und Bewohner übergeben.
Digitale Innovationen und ehrenamtliche Begleitung
Neben klassischen Übungen im Wohnbereich kommen in der Altenhilfe auch neue Technologien und ehrenamtliche Initiativen zum Einsatz. Für den Age Innovation Prize 2026 hat das IAF Institut für Altersforschung der OST gemeinsam mit der Age-Stiftung das Projekt Movoya nominiert.
Die Initiative steht in der Kategorie Social Innovation auf der Shortlist und ermöglicht älteren Menschen in Pflegeheimen virtuelle Spaziergänge sowie zusätzliche Bewegungseinheiten. Die Jury-Pitches für den Preis fanden am 2. September bei Swisscom in Zürich statt; die Bekanntgabe der Gewinner ist für den 12. November auf der Swiss AgeTech Konferenz in Zürich vorgesehen.
In Nordrhein-Westfalen setzt man derweil auf direkte soziale Kontakte an der frischen Luft. In Essen begleiten ehrenamtliche Spazierpaten bis zu 700 Seniorinnen und Senioren pro Woche. Die gemeinsamen Wege führen unter anderem zum Baldeneysee oder durch Waldgebiete, um die körperliche Aktivität im Alter aufrechtzuerhalten.
Fahrdienste und aufsuchende Hilfen im Alltag
Um älteren Menschen Wege außerhalb der eigenen vier Wände zu ermöglichen, spielen angepasste Transport- und Hilfsangebote eine zentrale Rolle. Die Rundschau-Altenhilfe spendete drei Fahrzeuge der Marke Ford an drei Altenpflegeeinrichtungen der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO).
Bei der Übergabe im Autohaus R&S Mobile in Köln-Chorweiler übergab die Altenhilfe-Vorsitzende Julia Heinen einen Neunsitzer an das GFO Zentrum Engelskirchen sowie weitere Fahrzeuge an das GFO Zentrum Klostergarten Bornheim – einen Ford Transit – und das GFO Zentrum Bad Honnef. Die Fahrzeuge sollen künftig Ausflüge und Arztfahrten für Bewohner erleichtern.
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In Niedersachsen starteten die Malteser Osnabrück am 15. September in den Stadtteilen Dodesheide, Haste und Sonnenhügel ein Projekt mit einem mobilen Einkaufswagen.
Zusammen mit der Nachbarschaftshilfe Dodesheide-Haste-Sonnenhügel und dem Netten Quartier holten drei ehrenamtliche Helfer drei Fahrgäste mit Rollatoren ab, um den Einkauf in einem Supermarkt in der Mönkedieckstraße zu begleiten. Die Fahrten werden für die Teilnehmenden kostenfrei angeboten.
Einen aufsuchenden therapeutischen Ansatz verfolgt das Gesundheitsreferat München mit dem Projekt „THEA mobil – Therapie und Hilfe im Alltag für ältere Menschen“.
Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten behandeln dabei Münchnerinnen und Münchner ab 60 Jahren direkt im häuslichen Umfeld. Getragen wird das Angebot von Stadtteilarbeit e.V., dem FrauenTherapieZentrum, MUTABOR e.V. sowie dem Projekteverein.
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Im Vorfeld des Welt-Ergotherapietags am 27. Oktober 2026, der unter dem Motto „Participation Matters“ steht, veranstaltete der Verein Stadtteilarbeit am 20. Oktober 2026 einen Tag der offenen Tür. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek hob dabei hervor, wie wichtig die Unterstützung für eine selbstbestimmte Lebensführung sei.
Generationsdialog und kommunale Planung
Mobilitätsförderung und soziale Teilhabe werden zudem durch generationsübergreifende Kontakte gestärkt. In Brandenburg an der Havel kooperieren die Lafim-Diakonie und RENAFAN seit sieben Jahren im Projekt „Offenes Gartentor“. Feste Gruppen aus der Kita In der Kammgarnspinnerei und der benachbarten RENAFAN-Pflegeeinrichtung treffen sich wöchentlich zum Malen, Singen, Basteln und Spielen.
Im Zuge dieser Treffen entstanden rund 20 Bilder zum Thema „Jung und Alt“, die ab dem 26. Oktober in der Kita und ab der ersten Novemberwoche in der Pflegeeinrichtung ausgestellt werden.
Auf kommunaler Ebene rücken die Rahmenbedingungen für eine alternde Bevölkerung verstärkt in den Fokus. Im Landkreis Miltenberg berieten am 13. und 14. Oktober 2026 über 50 Fachleute in Workshops über die Fortschreibung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts.
Nach Berechnungen von Doris Rudolf von der AfA wird die Zahl der über 65-Jährigen im Landkreis von rund 30.000 auf knapp 37.000 im Jahr 2044 ansteigen. Zu den zentralen Handlungsfeldern zählen Einsamkeit, Altersarmut, der Fachkräftemangel in der Pflege sowie das Fehlen von barrierefreiem Wohnraum. Der fertige Bericht soll Ende 2027 dem Kreistag vorgelegt werden.
