Molekularanalyse, Forscher

Molekularanalyse: Forscher unterscheiden Eisenkomplexe erstmals prÀzise

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine neue THz-EPR-Methode macht benachbarte Eisen(II)-MolekĂŒle anhand ihrer magnetischen SchaltzustĂ€nde erstmals eindeutig unterscheidbar.

Uni Jena und HZB unterscheiden EisenmolekĂŒle prĂ€ziser
Detailaufnahme einer komplexen wissenschaftlichen Apparatur mit Edelstahlrohren und Vakuumsystemen in einem Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Forschungsergebnisse der UniversitÀt Jena und des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) markieren einen signifikanten Fortschritt in der chemischen Analytik.

Den Wissenschaftlern gelang es in einer gemeinsamen Untersuchung, molekulare Strukturen in einer Detailtiefe aufzulösen, die bisher als schwer erreichbar galt. Im Zentrum der im September 2026 vorgestellten Ergebnisse steht die prĂ€zise Unterscheidung benachbarter MolekĂŒle innerhalb von Eisen(II)-Verbindungen.

Analyse magnetischer SchaltzustÀnde in Eisenverbindungen

Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Frage, wie sich die physikalischen Eigenschaften von MolekĂŒlen in unmittelbarer Nachbarschaft beeinflussen oder voneinander abgrenzen lassen. Den Forschenden der UniversitĂ€t Jena und des HZB gelang es dabei erstmals, mittels magnetfeldabhĂ€ngiger THz-EPR-Spektroskopie festzustellen, ob benachbarte MolekĂŒle in den Eisen(II)-Verbindungen gleichartig oder unterschiedlich geschaltet sind.

Die Differenzierung erfolgt ĂŒber die Bestimmung des sogenannten Spinzustands. In der Fachwelt wird hierbei zwischen zwei ZustĂ€nden unterschieden: Der "high-spin"-Zustand ist magnetisch, wĂ€hrend der "low-spin"-Zustand als nicht magnetisch charakterisiert wird.

Die FĂ€higkeit, diese ZustĂ€nde auf molekularer Ebene rĂ€umlich und funktionell zuzuordnen, gilt als wesentliche Voraussetzung fĂŒr das VerstĂ€ndnis komplexer chemischer Prozesse und die Entwicklung neuer Materialien. Wie aus Berichten von Mitte September 2026 hervorgeht, liefert die Spektroskopie hier nun erstmals eindeutige Unterscheidungsmerkmale fĂŒr benachbarte Einheiten.

Experimentelle Rahmenbedingungen am BESSY II

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Bisher ließen sich benachbarte MolekĂŒle in Eisen(II)-Verbindungen nicht getrennt beurteilen — jetzt zeigt die magnetfeldabhĂ€ngige THz-EPR-Spektroskopie, ob sie gleich oder unterschiedlich geschaltet sind. Der kostenlose Leitfaden fasst die Methode in drei Schritten zusammen: MessgrĂ¶ĂŸen, Synchrotron-Setup, Auswertung. Methoden-Leitfaden jetzt anfordern

Die technische Umsetzung dieser Messungen erforderte eine spezialisierte Forschungsumgebung. Die Teams nutzten fĂŒr ihre Experimente die Infrastruktur der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft fĂŒr Synchrotronstrahlung (BESSY II). Wesentlicher Bestandteil der Methodik war der Einsatz von Synchrotronstrahlung, die unter kontrollierten Laborbedingungen prĂ€zise auf die Proben angewendet wurde.

Um die empfindlichen SpinzustÀnde der Eisen(II)-Verbindungen messbar zu machen, arbeiteten die Wissenschaftler unter extremen physikalischen Bedingungen. Die Messungen am BESSY II erfolgten bei sehr tiefen Temperaturen und unter Einwirkung starker Magnetfelder.

Nur durch diese Kombination aus hoher StrahlungsintensitĂ€t und kontrollierter Umgebung war es möglich, die magnetfeldabhĂ€ngigen Signale der THz-EPR-Spektroskopie so weit zu verfeinern, dass eine Unterscheidung der NachbarmolekĂŒle möglich wurde.

Wissenschaftliche Einordnung und Publikation

Die am 2. September 2026 dokumentierten Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie International Edition" veröffentlicht. Die Publikation unterstreicht die Relevanz der engen Kooperation zwischen universitĂ€rer Forschung und spezialisierten Großforschungseinrichtungen wie dem Helmholtz-Zentrum Berlin.

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Analysten und Fachleute bewerten die methodische Neuerung als wichtigen Schritt fĂŒr die Materialforschung. Die Möglichkeit, das Schaltverhalten einzelner MolekĂŒlgruppen in Festkörpern genau zu beobachten, bietet neue AnsĂ€tze fĂŒr die Untersuchung von Substanzen, deren Eigenschaften durch Ă€ußere Reize verĂ€ndert werden können.

Die Forschungsarbeit zeigt auf, wie moderne Spektroskopieverfahren dazu beitragen, die LĂŒcke zwischen theoretischen Modellen und experimentell belegbaren ZustĂ€nden in der molekularen Chemie weiter zu schließen.

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