Morbiditätslücke, Menschen

Morbiditätslücke: Menschen verbringen 14,5% des Lebens krank

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine globale Studie zeigt eine wachsende Kluft zwischen Lebenserwartung und gesunden Jahren. Neue Screenings und digitale Checks sollen gegensteuern.

Studie: Morbiditätslücke wächst – Neue Präventionsangebote starten
Eine Person mittleren Alters nutzt ein digitales Tablet fĂĽr einen Gesundheitscheck in einer modernen Arztpraxis. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Die Lebenserwartung steigt weltweit – doch die Jahre in guter Gesundheit halten nicht mit. Eine aktuelle Studie zeigt: Menschen verbringen im Schnitt 14,5 Prozent ihres Lebens mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Neue Screening-Programme und digitale Angebote sollen die Lücke schließen.

Die Morbiditätslücke wächst

Die im Juli 2026 in The Lancet Public Health veröffentlichte Studie des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) belegt eine globale Entwicklung: Zwischen 1990 und 2023 stieg die Lebenserwartung von 64,6 auf 73,8 Jahre. Die gesunde Lebenserwartung legte im selben Zeitraum nur von 55,9 auf 63,1 Jahre zu.

Die sogenannte Morbiditätslücke liegt demnach bei durchschnittlich 10,7 Jahren. Besonders betroffen: die USA mit 14 Jahren Differenz. Frauen verbringen mit 12,1 Jahren in schlechter Gesundheit deutlich mehr Zeit als Männer mit 9,3 Jahren.

Kostenlose Screenings fĂĽr Herz und Kreislauf

Mehrere Krankenkassen und Kliniken haben im Juli 2026 neue Präventionsangebote gestartet. Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) und BIG direkt gesund bieten seit dem 22. Juli einen kostenfreien digitalen Gesundheitscheck. Das Tool, entwickelt von einem österreichischen Unternehmen, bewertet Risiken für Herz, Psyche und Krebs – basierend auf Lebensstil, Vorerkrankungen und Familiengeschichte.

Das Universitätsklinikum Bonn startete am 23. Juli das Projekt „Herz Check Bonn“. Ein Jahr lang bieten sechs wechselnde Standorte kostenlose Herz-Ultraschalls für alle ab 18 Jahren. Ziel: die hohe Dunkelziffer unerkannter Herzerkrankungen senken.

In Hamburg läuft bereits seit Juni eine Apotheken-Studie. Probanden ohne bekannte Vorerkrankungen lassen dort Blutfettwerte, HbA1c und Kreatinin checken – zur Früherkennung von Herz- und Nierenrisiken.

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Menschen verbringen im Schnitt 14,5% ihres Lebens mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen – doch neue Screenings und WHO-Leitlinien zeigen, wie Sie aktiv gegensteuern können. Holen Sie sich den kostenlosen 3-Schritte-Präventionsplan mit digitalem Gesundheitscheck, Bewegungsempfehlungen und Ernährungstipps. Präventionsplan jetzt kostenlos anfordern

International geht Frankreich noch weiter: Ein neues Gesetz schreibt flächendeckende Herz-Screenings bereits ab dem sechsten Lebensjahr vor.

Psyche rĂĽckt in den Fokus

Auch die mentale Gesundheit steht im Fokus aktueller Präventionsbemühungen. In der Schweiz haben ein Spin-off der Universität Zürich und ein Plattformbetreiber am 23. Juli einen digitalen Mental-Health-Check in eine bestehende Gesundheitskarte integriert. Der Hintergrund: Psychische Erkrankungen verursachen dort jährlich Kosten von über sieben Milliarden Franken.

Deutsche Versicherer ziehen nach. Die Debeka bietet ihren Mitgliedern verstärkt digitale Soforthilfen und Videotherapien bei Stress und Burnout an. Die Wartezeiten auf klassische Therapieplätze sind lang – und der Bedarf wächst. Laut einer aktuellen Erhebung berichten 63 Prozent der Beschäftigten von zunehmender mentaler Belastung.

Bewegung gegen Demenz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zur Demenzprävention konkretisiert. Demnach ließen sich bis zu 45 Prozent der Demenzrisiken durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Die zentralen Empfehlungen:

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Psychische Belastung betrifft 63% der Beschäftigten – und die Wartezeiten auf Therapieplätze sind lang. Nutzen Sie die neuen digitalen Soforthilfen und Videotherapie-Angebote Ihrer Krankenkasse. Unser Leitfaden zeigt, welche kostenlosen Angebote Ihnen jetzt zustehen. Digitale Soforthilfen jetzt entdecken

  • Schritte zählen: Bereits 3.000 Schritte täglich verlangsamen den Verlauf von Alzheimer. Optimal sind 5.000 bis 7.500 Schritte plus 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche.
  • Proteine und Kraft: Bei Menschen ĂĽber 50 empfehlen Fachgesellschaften 1,0 bis 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht sowie regelmäßiges Krafttraining gegen Muskelabbau.
  • Geistig fit bleiben: Eine Metaanalyse von 38 Studien zeigt: Handarbeiten oder kreative Hobbys senken das Demenzrisiko um bis zu 23 Prozent.

Doch nicht alle Entwicklungen sind positiv. Der Bundestag beschloss am 23. Juli eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung mit Deckelungen für Psychotherapie-Budgets. Fachverbände warnen vor neuen Versorgungslücken.

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