Mosliciguat: Inhalationsmittel senkt Gefäßwiderstand der Lunge um 56,3 Prozent
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung von Gefäßerkrankungen der Lunge zeichnen sich neue therapeutische Ansätze ab. Im Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit steht derzeit der Wirkstoff Mosliciguat, der unter Beteiligung von Forschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen mitentwickelt wurde.
Die Substanz wird als Trockenpulver zur Inhalation verabreicht und zielt darauf ab, den Blutgefäßwiderstand im Lungenkreislauf gezielt zu senken. Ergebnisse einer internationalen klinischen Prüfung liefern nun fundierte Daten über die Wirksamkeit und das Potenzial des Präparats.
Signifikante Senkung des Gefäßwiderstands in Phase-2-Studie
Die klinische Wirksamkeit von Mosliciguat wurde in der Phase-2-Studie namens PHocus untersucht. An der Untersuchung nahmen insgesamt 135 erkrankte Personen an 87 Kliniken in 20 Ländern teil.
Die Auswertung der Studiendaten zeigte eine deutliche Entlastung der pulmonalen Gefäße: Nach einer Behandlungsdauer von 16 Wochen sank der Blutgefäßwiderstand in der Lunge bei den Probanden um 56,3 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe. Damit konnte der Widerstand im Gefäßsystem um mehr als die Hälfte reduziert werden.
Neben den rein hämodynamischen Messwerten schlägt sich der Effekt auch in der körperlichen Belastbarkeit der Teilnehmenden nieder. Nach 24 Wochen wiesen die Behandelten im standardisierten Sechs-Minuten-Gehtest eine spürbare Leistungssteigerung auf. Sie bewältigten durchschnittlich 53 Meter mehr an Wegstrecke als die Vergleichsgruppe.
Nach 16 Wochen sank der Gefäßwiderstand in der Lunge in der Phase-2-Studie um 56,3 Prozent, nach 24 Wochen gingen die Teilnehmenden im Schnitt 53 Meter weiter — doch zugelassen ist der Wirkstoff noch nicht. Wer verstehen will, was diese Zahlen für den eigenen Alltag bedeuten, findet hier die wichtigsten Antworten in klarer Sprache. Kostenlosen Ratgeber zur Mosliciguat-Studie anfordern
Trotz dieser messbaren Verbesserungen im Studienverlauf ist der inhalative Wirkstoff bislang noch nicht als reguläres Medikament für den Markt zugelassen.
Entwicklungsweg und laufende Phase-3-Prüfung
Die Weiterentwicklung des Wirkstoffkandidaten erfolgt in Kooperation mit dem Unternehmen Pulmovant, das Mosliciguat zuvor vom Pharmakonzern Bayer erworben hatte. Die Substanz knüpft an frühere Forschungserfolge auf diesem Therapiegebiet an. Bereits das Vorgängermedikament Riociguat, das von Bayer entwickelt worden war, erfuhr breite wissenschaftliche Anerkennung und wurde im Jahr 2015 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.
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Um die statistischen Befunde und den klinischen Nutzen in einem größeren Patientenkollektiv zu überprüfen, wurden bereits weitere Schritte eingeleitet. Derzeit läuft die Phase-3-Studie PHrontier, in deren Rahmen rund 375 Patientinnen und Patienten behandelt und beobachtet werden.
Die abschließende Beurteilung der therapeutischen Relevanz von Mosliciguat und eine mögliche Marktzulassung hängen von den Ergebnissen dieser groß angelegten Folgestudie ab.
