MS und ErnÀhrung: Pflanzliche Kost senkt Demenzrisiko um 7%
31.05.2026 - 09:16:21 | boerse-global.deRund 280.000 Menschen in Deutschland leben mit der Diagnose Multiple Sklerose, tĂ€glich kommen etwa 40 Neuerkrankungen hinzu. Diese Zahlen treiben die Suche nach wirksamen BegleitmaĂnahmen zur klassischen Medikation voran.
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Lebensstil als TherapieergÀnzung
Die aktuellen Forschungsergebnisse aus dem Mai 2026 zeigen: Lebensstilfaktoren wie Vitamin-D-Spiegel, regelmĂ€Ăige Bewegung und entzĂŒndungshemmende ErnĂ€hrung werden zunehmend als zentrale Bestandteile eines ganzheitlichen MS-Managements betrachtet. Mediziner betonen zwar, dass diese MaĂnahmen die pharmazeutische Behandlung ergĂ€nzen, nicht ersetzen. Doch die Zahl der Patienten, die beides kombinieren, wĂ€chst stetig.
Ilke Wolf, Apothekerin und seit 2002 an MS erkrankt, lebt seit 2013 ohne krankheitsspezifische Medikamente. Ihr Rezept: ein konsequent entzĂŒndungshemmender Lebensstil. Auch Benno Rehn, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der DMSG Hessen, setzt auf eine Kombination aus ErnĂ€hrung, Bewegung und Stressmanagement â statt auf Arzneimittel. Ihre Erfahrungen stehen exemplarisch fĂŒr einen breiteren Trend: Immer mehr Betroffene integrieren Himbeeressig, Olivenöl und Senf-Vinaigrette in ihren Speiseplan, um entzĂŒndungshemmende Wirkstoffe in den Alltag einzubauen.
Klinische Belege und neue Diagnostik
Die Wissenschaft untermauert diesen Ansatz zunehmend. Eine Ende Mai 2026 im Fachjournal Neurology veröffentlichte Studie belegt: Eine pflanzliche ErnĂ€hrung kann das Demenzrisiko um sieben Prozent senken. Das deutet auf eine breitere neuroprotektive Wirkung pflanzlicher NĂ€hrstoffe hin. Gleichzeitig warnt aktuelle Forschung vor bestimmten LebensmittelzusĂ€tzen: Natriumnitrit und Kaliumsorbat könnten das Risiko fĂŒr Bluthochdruck deutlich erhöhen.
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Auch die Diagnostik macht Fortschritte. Ende Mai 2026 wurden die aktualisierten McDonald-Kriterien in die deutschen S2k-Leitlinien integriert. Ein neu entwickelter Proteintest, der 22 spezifische Proteine im Nervenwasser analysiert, erreicht eine Trefferquote von 94 Prozent bei der Unterscheidung von MS und anderen neurologischen Erkrankungen. Das UniversitĂ€tsklinikum MĂŒnster (UKM) fĂŒhrt derzeit rund 25 klinische Studien durch â unter anderem zu BTK-Inhibitoren, die neue Hoffnung fĂŒr Patienten mit fortschreitenden KrankheitsverlĂ€ufen bieten.
Stadtleben und Essgewohnheiten als Risikofaktoren
Mediziner wie Dr. Sameer Malhotra und Dr. Praveen Gupta sehen einen klaren Zusammenhang zwischen modernen urbanen Lebensweisen und der Zunahme von Autoimmunerkrankungen. Chronischer Stress, Schlafmangel, Bewegungsmangel und der Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel begĂŒnstigen EntzĂŒndungsprozesse im Körper.
Eine Ende Mai 2026 im Journal of Affective Disorders veröffentlichte Studie zeigt: UnregelmĂ€Ăige Essgewohnheiten â weniger als fĂŒnf Hauptmahlzeiten pro Woche â erhöhen das Depressionsrisiko um das 1,55-Fache. FĂŒr MS-Patienten ist das besonders relevant, denn ihr Lebenszeitrisiko fĂŒr schwere Depressionen liegt bei 50 Prozent.
Trotz dieser Erkenntnisse klafft eine LĂŒcke im Gesundheitssystem: Eine Umfrage von FOCUS-Gesundheit ergab, dass zwar 80 Prozent der Ărzte mit ihren Patienten ĂŒber gesunde LebensfĂŒhrung sprechen. Doch die Kosten fĂŒr ErnĂ€hrungs- und Lebensstilberatungen werden von den Krankenkassen oft nicht ĂŒbernommen.
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