München digitalisiert: 40.000 Mitarbeiter nutzen E-Akten und digitale Signaturen
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 19:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die bayerische Landeshauptstadt setzt auf einen langjährigen Partner, um ihre Verwaltung fit für die Zukunft zu machen. Das IT-Dienstleistungsunternehmen CGI soll die Digitalisierung der städtischen Ämter beschleunigen und gleichzeitig die technologische Souveränität Münchens stärken. Ziel ist es, die Effizienz der Kommunalverwaltung zu steigern und das digitale Angebot für die Bürger auszubauen.
Strategische Partnerschaft mit langjährigem Partner
Die Entscheidung baut auf einer 20-jährigen Zusammenarbeit zwischen der Stadt München und CGI auf. Der neue Vertrag umfasst Beratung zur digitalen Transformation, Systementwicklung und IT-Sicherheit. Dazu gehören auch das Anforderungsmanagement und die Umsetzung robuster digitaler Liefermodelle für die öffentliche Verwaltung.
Das Dienstleistungsmodell kombiniert lokale Expertise in München mit europäischen Nearshore-Teams, darunter Berater in Bulgarien. CGI, das im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von umgerechnet rund 9,5 Milliarden Euro erzielte und weltweit etwa 94.000 Berater beschäftigt, hatte die Stadt bereits bei der Einführung von E-Akten-Systemen unterstützt.
E-Akte und digitale Signatur als Kern der Strategie
Ein zentraler Schwerpunkt der aktuellen Digitalisierungsstrategie ist die flächendeckende Einführung von E-Akten und digitalen Signaturen. Oberbürgermeister Dominik Krause hat Chief Digital Officer Dr. Laura Dornheim beauftragt, diese Standards voranzutreiben, um die Papierflut einzudämmen und Bearbeitungszeiten zu verkürzen.
Das städtische IT-Referat steuert die Transformation für die gesamte Verwaltung, während die einzelnen Ämter für ihre spezifischen Entwicklungen zuständig bleiben. Hauptziel ist es, die Arbeit für rund 40.000 städtische Mitarbeiter zu erleichtern und flexiblere, mobile Arbeitsmodelle zu ermöglichen. Die interne Kommunikation soll künftig weitgehend digital signiert werden – Papier bleibt nur dort Pflicht, wo es das Gesetz vorschreibt.
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Digitalisierungswelle auf Bundesebene
Die Münchner Initiativen fallen in eine Zeit umfassender Digitalisierungsbemühungen auf Bundes- und Landesebene. Die Bundesregierung plant die Einführung eines verpflichtenden Bürgerkontos und einer digitalen Identität für alle Bürger. Das bisherige BundID soll zur zentralen DeutschlandID weiterentwickelt werden – als Vorbereitung auf die europäische Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet).
Auch im Gesundheitswesen tut sich etwas: Seit Juli 2026 wurde das Innovationsprojekt für digitale Hilfsmittelverordnungen (eVerordnung Hilfsmittel) auf nahezu alle medizinischen Hilfsmittel ausgeweitet. Das Projekt umfasst sieben Krankenkassen mit rund 34 Millionen Versicherten. Zum Vergleich: 2025 gab es in Deutschland schätzungsweise 33 Millionen Verordnungen für Hilfsmittel.
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Die Digitalisierung erreicht sogar die Parlamente: 33 Bundesländer und Unionsterritorien haben Vereinbarungen für die Nationale E-Vidhan-Anwendung (NeVA) unterzeichnet – ein System, das Parlamente in papierlose, digitale Arbeitsumgebungen verwandeln soll. Bislang haben 21 Häuser diesen Wandel erfolgreich abgeschlossen.
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