Multiple, Sklerose

Multiple Sklerose: EU lÀsst neues Medikament gegen SPMS zu

25.06.2026 - 15:21:31 | boerse-global.de

Neues EU-Medikament gegen schwere MS-Form zugelassen. Digitale Helfer und Reformen bei Hilfsmitteln prÀgen die Versorgungslandschaft.

EU-Zulassung fĂŒr neues MS-Medikament: Hoffnung fĂŒr SPMS-Patienten
Multiple - Ein verschwommenes Modell eines menschlichen Gehirns mit digitalen Linien, darĂŒber medizinische GerĂ€te und eine Tablet-App. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die EuropĂ€ische Union hat am Dienstag ein neues Medikament zugelassen – speziell fĂŒr die sekundĂ€r progrediente Multiple Sklerose (SPMS). Anders als bisherige Therapien greift der Wirkstoff direkt im Gehirn an, um chronische EntzĂŒndungsprozesse zu bremsen.

FĂŒr rund 300.000 MS-Patienten in Deutschland könnte das ein Wendepunkt sein. Besonders Betroffene mit schweren VerlĂ€ufen, bei denen Behinderungen unabhĂ€ngig von SchĂŒben fortschreiten, bekommen damit eine neue Perspektive. Fachleute sprechen von einem signifikanten Fortschritt.

Digitale Helfer – aber mit Haken

Parallel zu den medikamentösen Fortschritten wĂ€chst das digitale Angebot. Teva hat heute die App „Aktiv mit MS“ erweitert: Tagebuchfunktion, Erinnerungstools, kognitive Trainings und ein Wissensbereich sind jetzt an Bord. Die Basisversion ist kostenlos, ohne Registrierung nutzbar.

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Neben digitalen TagebĂŒchern sind gezielte kognitive Übungen entscheidend, um geistig beweglich zu bleiben. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische AlltagsĂŒbungen, mit denen Sie Ihre Konzentration und GedĂ€chtnisleistung nachhaltig stĂ€rken können. Kostenlosen Ratgeber fĂŒr geistige Fitness herunterladen

Doch wie wirksam sind solche digitalen Begleiter wirklich? Eine US-Metaanalyse von 14 Studien mit ĂŒber 1.000 Teilnehmern liefert ein gemischtes Bild. Die tĂ€gliche Schrittzahl stieg um knapp 1.100, die moderate AktivitĂ€t um vier Minuten pro Tag. Eine klinisch relevante Verbesserung der Sauerstoffaufnahme blieb aber aus.

Hilfsmittel unter Druck

Die Versorgung mit RollstĂŒhlen, Orthesen und Co. steht vor einer ungewissen Zukunft. Grund ist das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das eine VergĂŒtungskĂŒrzung von drei Prozent vorsieht. Branchenvertreter befĂŒrchten QualitĂ€tseinbußen.

Mehr als 1.500 Betroffene nehmen daher am „REHACARE REPORT 2026“ teil, der die Lage untersucht. Die Ergebnisse werden im September auf der Fachmesse REHACARE in DĂŒsseldorf prĂ€sentiert.

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Um trotz körperlicher EinschrĂ€nkungen die Muskulatur zu erhalten und Beschwerden vorzubeugen, ist regelmĂ€ĂŸige Bewegung unerlĂ€sslich. Ein renommierter OrthopĂ€de hat dafĂŒr 17 einfache Übungen entwickelt, die in nur 3 Minuten tĂ€glich spĂŒrbare Ergebnisse liefern. 17 WunderĂŒbungen als kostenloses PDF sichern

Ein Lichtblick: Seit FrĂŒhjahr 2026 ist das Ă€rztliche „Rezept fĂŒr Bewegung“ in gĂ€ngige Praxissoftware integriert. VerknĂŒpft mit einer digitalen Bewegungslandkarte, die bundesweit ĂŒber 126.000 qualitĂ€tsgesicherte Sportangebote listet.

Wenn der Wohnraum zur HĂŒrde wird

Trotz aller medizinischen und digitalen Fortschritte bleiben grundlegende Probleme ungelöst. Ein Fall aus BrĂŒhl zeigt die HĂ€rte des Alltags: Eine 55-jĂ€hrige MS-Patientin, seit 1993 erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen, soll ihre barrierefreie Wohnung rĂ€umen – EigenbedarfskĂŒndigung.

Teile des Hauses werden als Ferienwohnungen genutzt. Die Frau muss vor Gericht ziehen. Morgen verhandelt das Amtsgericht BrĂŒhl ĂŒber den Fall. Er steht exemplarisch fĂŒr die prekĂ€re Situation vieler chronisch Kranker auf einem Wohnungsmarkt, der kaum rollstuhlgerechten Raum bietet.

de | wissenschaft | 69624198 |