Multiples, Myelom

Multiples Myelom: Neuer Antikörper senkt Todesfallrisiko um 71%

Veröffentlicht: 04.06.2026 um 15:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Phase-3-Studie belegt: Bispezifischer Antikörper Teclistamab verbessert Überlebensraten bei Multiplem Myelom deutlich, birgt aber Infektionsrisiken.

Multiples Myelom: Neuer Antikörper senkt Todesfallrisiko um 71% Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Multiples Myelom: Neuer Antikörper senkt Todesfallrisiko um 71% Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die bispezifische Antikörpertherapie Teclistamab zeigt in einer aktuellen Phase-3-Studie überragende Ergebnisse bei Patienten, die bereits eine bis drei Therapielinien hinter sich haben.

Durchbruch in der Zweitlinientherapie

Die am 29. Mai 2026 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie bringt frischen Wind in die Behandlung des Multiplen Myeloms. An der Untersuchung nahmen 593 Patienten aus 162 Zentren in 24 Ländern teil. Das Ergebnis ist beeindruckend: Teclistamab als Monotherapie senkt das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod um 71 Prozent.

Anzeige: Die neue Antikörpertherapie Teclistamab senkt das Todesrisiko um 71% – doch nicht jeder Patient kommt dafür infrage. Unser kostenloser Ratgeber erklärt, welche Kriterien erfüllt sein müssen und wie Sie die richtige Therapie für Ihren Angehörigen finden. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Nach 18 Monaten lag die Rate für das progressionsfreie Überleben in der Teclistamab-Gruppe bei 69,8 Prozent – ein deutlicher Unterschied zu den 26,9 Prozent unter Standardtherapien wie Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason (PVd) oder Carfilzomib und Dexamethason (Kd). Auch beim Gesamtüberleben zeigt sich ein Vorteil: 79,2 Prozent der Teclistamab-Patienten waren nach 18 Monaten noch am Leben, verglichen mit 68,6 Prozent in der Kontrollgruppe.

Besonders auffällig ist die Qualität der Remissionen: 66 Prozent der mit Teclistamab Behandelten erreichten eine vollständige Remission, in der Standardtherapie-Gruppe waren es nur 17 Prozent.

Risiken erfordern engmaschige Überwachung

So vielversprechend die Daten sind – die Therapie hat auch ihre Schattenseiten. Schwere Infektionen der Grade 3 oder 4 traten bei 41,6 Prozent der Teclistamab-Patienten auf, in der Vergleichsgruppe waren es 29 Prozent. Einige dieser Infektionen verliefen tödlich.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine sorgfältige Überwachung während der Immuntherapie ist. Ähnliche Wirkstoffklassen, wie der in der EU zugelassene bispezifische Antikörper Tarlatamab gegen Lungenkrebs, zeigen ebenfalls ein spezifisches Nebenwirkungsprofil – insbesondere das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS), das in über der Hälfte der Fälle auftritt.

Zulassung und Wettbewerb

Johnson & Johnson vermarktet Teclistamab unter dem Namen Tecvayli. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte bereits im März 2026 die Zulassung für frühere Therapielinien. Auch in anderen Märkten wie Brasilien ist das Medikament bereits zugelassen.

Doch Teclistamab ist nicht allein auf dem Feld. CAR-T-Zelltherapien wie Cilta-cel (Carvykti) drängen ebenfalls in frühere Behandlungslinien. Auf dem ASCO 2026 vorgestellte Daten der CARTITUDE-4-Studie bestätigen signifikante Überlebensvorteile für Lenalidomid-refraktäre Patienten. Subgruppenanalysen zeigen, dass CAR-T-Therapien auch bei Hochrisikopatienten und extramedullären Erkrankungen wirksam bleiben.

Anzeige: Schwere Infektionen unter Immuntherapie sind eine reale Gefahr – 41,6% der Patienten waren betroffen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie Risiken frühzeitig erkennen und welche Vorsorgemaßnahmen wirklich helfen. Ratgeber zu Immuntherapie-Risiken jetzt sichern

Ein breiterer Trend zu Präzisionstherapien

Die Teclistamab-Daten sind Teil einer größeren Entwicklung. Im Frühjahr 2026 präsentierte die Onkologie-Forschung weitere Meilensteine: Erfolgreiche Phase-2b-Daten für mRNA-Krebsimpfstoffe gegen Melanom sowie die erste erfolgreiche Phase-3-Studie für eine In-vivo-CRISPR-Therapie gegen hereditäres Angioödem.

Diese Fortschritte deuten auf ein zunehmend diversifiziertes Portfolio hochpräziser biologischer Behandlungen hin – sowohl für komplexe hämatologische als auch für solide Tumore. Für Multiple-Myelom-Patienten, deren Behandlungsoptionen oft begrenzt sind, könnte Teclistamab einen echten Wendepunkt bedeuten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69482843 |