Munderkrankungen: JĂ€hrliche Kosten erreichen 710 Milliarden US-Dollar
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:27 Uhr | Redaktion boerse-global.deMundgesundheit darf nicht lÀnger isoliert vom restlichen Körper betrachtet werden. Ein internationaler Konsens von Medizinern, Public-Health-Experten und ZahnÀrzten fordert, die Mundgesundheit systematisch als festen Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsversorgung zu behandeln. Die Initiatoren drÀngen darauf, diesen Bereich verbindlich in PrÀvention, Aus- und Weiterbildung, Regelversorgung sowie die Gesundheitspolitik einzubinden.
Die Mundhöhle als Teil des menschlichen Körpers
Einberufen wurde der Konsens von der European Federation of Periodontology (EFP) und der European Association of Dental Public Health (EADPH) in Genf. Die Kernaussage der beteiligten Fachleute lautet: Mundgesundheit ist integraler Teil der Allgemeingesundheit, da auch die Mundhöhle ein Teil des gesamten Körpers ist.
Zu den beteiligten Experten zÀhlen unter anderem Prof. Moritz Kebschull (EFP), Prof. Anton Sculean (EFP), Prof. Andreas Stavropoulos (EFP), Benjamin Binot (P&G Oral Care), Prof. Raman Bedi (WFPHA), Dr. Gitana Rederiene sowie Dr. William Minston (P&G).
Die gemeinsame Arbeit mĂŒndete in einem Whitepaper, das in der Fachzeitschrift Periodontology 2000 veröffentlicht und am 3. September 2026 auf der Tagung der International Association for Dental Research (IADR) in Lissabon prĂ€sentiert wurde.
Enorme Belastung fĂŒr Gesundheit und Volkswirtschaften
Die Dringlichkeit dieses Anliegens unterstreichen die globalen Dimensionen von Munderkrankungen. Weltweit sind rund 3,5 Milliarden Menschen von Erkrankungen der Mundhöhle betroffen. Dies geht mit einer erheblichen finanziellen Belastung einher: Laut Prof. Andreas Stavropoulos, Treasurer der EFP, verursachen Munderkrankungen geschĂ€tzte Kosten von 710 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Ein GroĂteil dieser Summe gilt als vermeidbar.
Ein internationaler Konsens von Medizinern, Public-Health-Experten und ZahnĂ€rzten fordert, die Mundgesundheit nicht lĂ€nger isoliert vom restlichen Körper zu betrachten â denn zwischen Parodontitis und Diabetes besteht eine bidirektionale Beziehung. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie mit tĂ€glicher Zahnzwischenraum-Reinigung, Fluorid-Zahnpasta und dem gezielten Vermeiden von Zucker, Tabak und Alkohol Ihr Risiko senken. Jetzt kostenlosen Zahn-Ratgeber anfordern
Ein zentrales Beispiel fĂŒr die Verflechtung von Mund- und Allgemeingesundheit bildet die Parodontitis. Zwischen der entzĂŒndlichen Erkrankung des Zahnhalteapparats und Diabetes besteht eine bidirektionale Beziehung. Eine gezielte Behandlung der Parodontitis kann Menschen mit Diabetes dabei helfen, ihren Blutzuckerspiegel wirksamer zu kontrollieren.
Konkrete Handlungsempfehlungen fĂŒr PrĂ€vention und Praxis
Vor diesem Hintergrund formulieren EFP und EADPH konkrete Empfehlungen, um Erkrankungen bereits im Vorfeld einzudÀmmen. Zur tÀglichen Routine gehört demnach das zweimal tÀgliche Putzen der ZÀhne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, eine tÀgliche Zahnzwischenraumreinigung sowie eine wirksame Plaqueentfernung.
Weltweit sind rund 3,5 Milliarden Menschen von Erkrankungen der Mundhöhle betroffen, und die geschĂ€tzten Gesamtkosten von 710 Milliarden US-Dollar pro Jahr gelten zu einem groĂen Teil als vermeidbar. Wer sein Diabetes-Risiko im Blick hat, sollte deshalb wissen, welche tĂ€glichen Gewohnheiten den Unterschied machen. Unser kostenloser Ratgeber bĂŒndelt die Empfehlungen aus dem aktuellen Fachkonsens â von der Zahnzwischenraum-Reinigung bis zum Evidenz-Check bei Zinnfluorid-Zahnpasta. Zahn-Ratgeber jetzt kostenlos anfordern
Laut der Publikation liegt diesbezĂŒglich wissenschaftliche Evidenz fĂŒr die Nutzung oszillierend-rotierender elektrischer ZahnbĂŒrsten sowie fĂŒr den Einsatz von Zinnfluorid-Zahnpasta vor.
ErgĂ€nzend raten die Experten dazu, Risikofaktoren wie Zucker, Tabak und Alkohol zu meiden beziehungsweise deren Konsum zu reduzieren. Umfassende Vorsorge erfordert zudem regelmĂ€Ăige Kontrollen in der Zahnarztpraxis, die sich nach dem individuellen Risiko der Patientinnen und Patienten richten sollten.
