Mundgesundheit: Nur 3,8% ambulant Gepflegter erhalten zahnÀrztliche Betreuung
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Krankenkasse Barmer weist auf erhebliche Defizite in der zahnmedizinischen Versorgung von pflegebedĂŒrftigen Menschen hin. Nach EinschĂ€tzung der Kasse reichen die bestehenden Kooperationen zwischen Pflegeeinrichtungen und ZahnĂ€rzten nicht aus, um eine angemessene Mundgesundheit dieser Personengruppe sicherzustellen.
GroĂe regionale Unterschiede
In Sachsen sucht nicht einmal jeder zehnte PflegebedĂŒrftige regelmĂ€Ăig eine Zahnarztpraxis auf, wie die Barmer berichtet. Zwar gehen Pflegeheime wie das AWO-Heim Breitenbrunn Kooperationen mit ZahnĂ€rzten ein, um die Versorgung ihrer Bewohner zu erleichtern. Solche Vereinbarungen allein genĂŒgen der Kasse zufolge jedoch nicht, um eine flĂ€chendeckende und regelmĂ€Ăige zahnmedizinische Betreuung zu gewĂ€hrleisten.
Datenlage aus Rheinland-Pfalz
Konkretere Zahlen liefert der Barmer-Zahnreport fĂŒr Rheinland-Pfalz, der auf Abrechnungsdaten von Versicherten ab 65 Jahren beruht. Demnach erhielten im Jahr 2024 nur 28,4 Prozent der Heimbewohner mit Pflegegrad 4 oder 5 eine Erhebung ihres Mundgesundheitsstatus oder eine entsprechende AufklĂ€rung.
Noch deutlicher fĂ€llt der Unterschied bei ambulant gepflegten Menschen mit demselben Pflegegrad aus: Hier lag der Wert 2024 bei lediglich 3,8 Prozent â der zweitniedrigste Wert im BundeslĂ€ndervergleich, wie der Report zeigt.
Auch bei der strukturellen Anbindung an zahnĂ€rztliche Versorgung offenbart der Bericht LĂŒcken. Nur etwas mehr als die HĂ€lfte der Pflegeheime in Rheinland-Pfalz verfĂŒgt ĂŒber einen Kooperationsvertrag mit einer Zahnarztpraxis. FĂŒr die andere HĂ€lfte der Einrichtungen fehlt damit eine feste institutionelle Anbindung, die den Zugang zu zahnmedizinischer Betreuung erleichtern wĂŒrde.
Der Barmer-Zahnreport fĂŒr Rheinland-Pfalz zeigt: Bei ambulant gepflegten Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 lag die Mundgesundheits-Erhebung 2024 bei lediglich 3,8 Prozent. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie die Mundpflege im Alltag strukturieren und den Zahnarzt-Termin vorbereiten. Mundpflege-Leitfaden jetzt anfordern
Ambulante Pflege besonders betroffen
Die vorliegenden Zahlen deuten darauf hin, dass insbesondere ambulant gepflegte Menschen von der zahnmedizinischen Versorgung abgeschnitten sind. WĂ€hrend in stationĂ€ren Einrichtungen zumindest ein Teil der Bewohner ĂŒber KooperationsvertrĂ€ge Zugang zu zahnĂ€rztlicher Betreuung erhĂ€lt, fehlt bei der hĂ€uslichen Pflege offenbar eine vergleichbare Struktur fast vollstĂ€ndig.
Der groĂe Abstand zwischen den Werten fĂŒr Heimbewohner und ambulant Gepflegte â 28,4 Prozent gegenĂŒber 3,8 Prozent bei gleichem Pflegegrad â verdeutlicht, wie stark der Versorgungsort die tatsĂ€chliche zahnmedizinische Betreuung beeinflusst.
Bedeutung fĂŒr Betroffene
Eine unzureichende Mundgesundheitsversorgung kann fĂŒr PflegebedĂŒrftige weitreichende Folgen haben, da Zahn- und Munderkrankungen bei fehlender Behandlung oft unbemerkt fortschreiten und die allgemeine Gesundheit sowie LebensqualitĂ€t beeintrĂ€chtigen.
Zahn- und Munderkrankungen schreiten bei fehlender Betreuung oft unbemerkt fort und beeintrĂ€chtigen die allgemeine Gesundheit. Wer tĂ€glich kontrolliert, erkennt Warnzeichen frĂŒher. Die wichtigsten Handgriffe und Kontrollpunkte fĂŒr die hĂ€usliche Pflege finden Sie in unserem kostenlosen Praxis-Leitfaden. Kostenlosen Praxis-Leitfaden sichern
Die von der Barmer vorgelegten Daten aus Sachsen und Rheinland-Pfalz legen nahe, dass bestehende Versorgungsstrukturen â etwa freiwillige KooperationsvertrĂ€ge zwischen Heimen und Zahnarztpraxen â bislang nicht ausreichen, um pflegebedĂŒrftige Menschen flĂ€chendeckend zu erreichen. Die Kasse sieht hier Bedarf an verbesserten Versorgungsstrukturen, insbesondere um auch ambulant gepflegte Personen besser einzubinden.
