Muse Image: Metas KI-Tool nach 72 Stunden wegen Datenschutz abgeschaltet
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 11:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach massiver Kritik von Nutzern, Datenschützern und der Unterhaltungsbranche zog Meta am vergangenen Freitag den Stecker.
Der Start am Dienstag, dem 7. Juli 2026, war ambitioniert: Mit „Muse Image" konnten Instagram-Nutzer synthetische Bilder erstellen, indem sie öffentliche Profile per @-Erwähnung in ihre Eingabeaufforderungen einbanden. Die KI griff dabei auf öffentliche Fotos zurück – ohne dass die abgebildeten Personen jeder einzelnen Generierung zustimmen mussten. Die Folge war ein Sturm der Entrüstung.
Datenschutz-Alarm: Opt-out statt Opt-in
Der größte Streitpunkt: Meta setzte auf ein Opt-out-Verfahren. Öffentliche Profile von Nutzern über 18 Jahren landeten automatisch in der Datenbank des KI-Tools. Zwar gab es eine Möglichkeit, der Nutzung zu widersprechen – doch Kritiker bemängelten, dass die Voreinstellung die Privatsphäre massiv verletze und das Risiko unautorisierter Deepfakes drastisch erhöhe.
Organisationen wie Privacy International und das National Center on Sexual Exploitation schlugen Alarm. Branchenbeobachter betonten, dass der automatisierte Zugriff auf persönliche Fotos für generative KI einen tiefgreifenden Wandel im Umgang mit Social-Media-Daten darstelle.
Hollywood läuft Sturm
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Die Abschaltung feierten Gewerkschaften und Künstleragenturen als großen Erfolg. SAG-AFTRA, die sich seit Monaten für KI-Schutzbestimmungen für Schauspieler einsetzt, sprach von einem Sieg und hatte ihre Mitglieder zuvor aufgefordert, manuell zu widersprechen. Auch die Creative Artists Agency (CAA) übte scharfe Kritik an den Auswirkungen des Tools auf die Rechte von Künstlern.
Prominente Stimmen verstärkten den Druck. Schauspielerin Hannah Einbinder geißelte die automatische Aufnahme öffentlich, während Content-Creator Barrett Pall ein Video zur Deaktivierung veröffentlichte, das innerhalb weniger Tage 1,5 Millionen Aufrufe erzielte.
Internationale Regulierer schalten sich ein
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Der Fall hat mittlerweile auch globale Behörden auf den Plan gerufen. Indiens IT-Sekretär kündigte an, die Einhaltung lokaler Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen zu prüfen. Der Vorfall entfacht die Debatte neu, wie Tech-Konzerne KI-Innovation mit den Persönlichkeits- und Urheberrechten ihrer Nutzer in Einklang bringen können.
Ob Meta eine überarbeitete Version des Bildgenerators zurückbringen wird, ließ das Unternehmen offen. Ein konkreter Zeitplan existiert nicht.
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