Musiktherapie, Demenz

Musiktherapie bei Demenz: Vernetzungsforum am 20. November in Leipzig

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chöre stellten in Berlin und Hamburg Weltrekorde auf; Initiativen setzen sich fĂŒr Musikangebote fĂŒr Menschen mit Demenz ein.

Chormusik in Deutschland: Weltrekorde und Projekte fĂŒr mehr Teilhabe
Ein leerer, prachtvoller Konzertsaal mit einer hölzernen BĂŒhne und Reihen von Theatersitzen im weichen Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Chormusik in Deutschland verzeichnete in der zweiten SeptemberhÀlfte des Jahres 2026 eine Reihe von bemerkenswerten Ereignissen, die sowohl die kulturelle Breite als auch die soziale Bedeutung des gemeinschaftlichen Singens unterstreichen.

Von neuen Weltrekorden in Berlin und Hamburg bis hin zu spezifischen Förderprogrammen fĂŒr Menschen mit Demenz zeigt sich die Branche als dynamischer Akteur im Bereich der kulturellen Bildung und GesundheitsprĂ€vention.

Rekordleistungen in Berlin und Hamburg als Ausdruck der Gemeinschaft

Ein zentrales Ereignis war das 125-jĂ€hrige Bestehen des Chorverbandes Berlin, das mit einem neuen Weltrekord fĂŒr das lĂ€ngste Chorkonzert der Welt gefeiert wurde.

Insgesamt sangen mehr als 200 Chöre aus Deutschland und sechs weiteren Nationen ĂŒber einen Zeitraum von 125 Stunden am StĂŒck. Der Auftritt fand im Atze Musiktheater in Berlin-Wedding statt und erstreckte sich von Montag bis Samstag.

Eine Rekordrichterin des Rekord-Instituts fĂŒr Deutschland (RID) bestĂ€tigte die Leistung unmittelbar nach Abschluss des Konzerts am 26. September 2026. Zu den beteiligten Ensembles gehörten unter anderem der RIAS Kammerchor sowie das Ensemble „Berlin's 4“, welches sich aus Mitgliedern des Rundfunkchores Berlin zusammensetzt.

Parallel dazu erreichten die „Hamburger Goldkehlchen“ bei ihrem Abschiedskonzert im Hamburger Volksparkstadion einen weiteren Weltrekord. Vor knapp 52.000 Zuschauern wurde die Formation durch eine Schiedsrichterin von Guinness World Records fĂŒr das grĂ¶ĂŸte Publikum eines Chores ausgezeichnet.

Die 103 Chormitglieder nutzten den Anlass fĂŒr eine Spende in Höhe von einer halben Million Euro fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die GrĂŒnder Flemming Pinck und Max Michel zudem zu Ehren-Alster-SchleusenwĂ€rtern ernannt.

Musik als therapeutisches und soziales Mittel im Alter

Neben den publikumswirksamen Großveranstaltungen rĂŒckt die therapeutische Dimension der Chormusik verstĂ€rkt in den Fokus. Die Bundesinitiative Musik & Demenz forderte zum Welt-Alzheimertag eine stĂ€rkere Integration passgenauer musikalischer Angebote in den gesellschaftlichen Alltag.

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Die Initiative, getragen unter anderem vom Deutschen Musikrat und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester, sieht in Musiktherapie und Musikgeragogik wesentliche Bausteine fĂŒr die LebensqualitĂ€t von Betroffenen.

Antje Valentin, GeneralsekretĂ€rin des Deutschen Musikrates, betonte die Notwendigkeit, die Anzahl an qualifizierten Musiktherapeuten und geschulten Ensembleleitern zu erhöhen. ErgĂ€nzend forderte Thomas Prisching vom Landesmusikrat Hamburg eine verlĂ€ssliche Finanzierung dieser Angebote durch Bund, LĂ€nder und Krankenkassen. Ein Vernetzungsforum zu dieser Thematik ist fĂŒr den 20. November 2026 in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig geplant.

Ein praktisches Beispiel fĂŒr die Einbindung Ă€lterer Menschen liefert das Musikprojekt „Silberton“ in Bad Wörishofen. Das fĂŒr Personen ab 50 Jahren konzipierte Vorhaben ermöglicht einen niederschwelligen Zugang zum Musizieren. Auch das Mehrgenerationenhaus Haßfurt nutzte im September 2026 musikalische Angebote wie den „Musikkaffee“, um Begegnungen zwischen Senioren, Alleinstehenden und Menschen mit Demenz zu fördern.

GenerationenĂŒbergreifende Projekte und interkulturelle Impulse

Die Gewinnung neuer Mitglieder bleibt fĂŒr viele Ensembles eine zentrale Aufgabe. Der Figuralchor Frankfurt, der im September 2026 sein 60-jĂ€hriges Bestehen mit einer AuffĂŒhrung von Mendelssohns „Elias“ unter der Leitung von Paul Leonard SchĂ€ffer beging, konnte durch innovative Projekte neue SĂ€nger gewinnen. Ein Harry-Potter-Projekt im Jahr 2025 fĂŒhrte demnach verstĂ€rkt junge Aktive zum Chor.

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Auch die Integration von GeflĂŒchteten und die interkulturelle Arbeit finden im Chorgesang ihren Niederschlag. In Bremen leitet Popkantor Falko Wermuth gemeinsam mit seiner Frau Yana den ukrainischen Frauenchor „Gloria UA“. Das Ensemble beging im August den 35. Jahrestag der UnabhĂ€ngigkeit der Ukraine mit Konzerten in der Bremer Kulturkirche St. Stephani.

ZusĂ€tzlich fördern Projekte wie der „SingBus“ der Deutschen Chorjugend die musikalische Arbeit im lĂ€ndlichen Raum. Bei Stationen wie in Hemmoor wurden Workshops fĂŒr KindertagesstĂ€tten und Grundschulen angeboten, um die Ausbildung des Nachwuchses sicherzustellen und die lokale Vernetzung zwischen verschiedenen Chorgattungen wie Gospelchören und Volkstanzgruppen zu stĂ€rken.

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