Muskel-Hirn-Achse, Stunden

Muskel-Hirn-Achse: 2,5 Stunden Training pro Woche steigert Leistung um 30%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 20:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Studien und Millionen-Investitionen treiben die Entwicklung von digitalen Biomarkern und hybriden Trainingsmethoden für die Gehirngesundheit voran.

Gehirntraining wird zum Hightech-Geschäft: Wearables und Muskeln als Booster
Eine Person betrachtet ein Tablet mit Gehirnaktivitätsmustern, im Hintergrund eine verschwommene Person beim Sport. Fokus auf Gehirnjogging und Technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaft und Wirtschaft setzen zunehmend auf integrierte Ansätze, die körperliche Bewegung, digitale Überwachung und gezielte kognitive Belastung kombinieren. Aktuelle Studien und Millionen-Investitionen zeigen: Gehirntraining wird zum Hightech-Geschäft.

Wearables als Frühwarnsystem

Samsung und die University of California, San Francisco (UCSF) haben im Juli eine gemeinsame Studie gestartet. Die TAH-DA-Studie erfasst bei 1.000 Teilnehmern zwischen 40 und 89 Jahren Gesundheitsdaten über Smartwatches und kognitive Tests auf Tablets. Ziel: Digitale Biomarker für Veränderungen der Gehirngesundheit etablieren.

Parallel dazu investiert der Unternehmer Bryan Johnson über 60 Millionen US-Dollar Eigenkapital in den Kernel Flow Helm. Das System misst Gehirnaktivität durch eine Kombination aus TD-fNIRS und EEG. Bereits sechs US-Kliniken nutzen die Technologie. Die Gesamtinvestitionen liegen bei über 150 Millionen US-Dollar.

Muskeln als Denk-Booster

Die Forschung zur Muskel-Hirn-Achse liefert neue Erkenntnisse: Bei Beanspruchung schütten Muskeln Botenstoffe aus, die das Nervenwachstum fördern. Ein Sportmediziner erläuterte diesen Zusammenhang im Juli. Eine aktuelle Doppelblindstudie mit 126 Probanden zwischen 65 und 85 Jahren untersucht nun über 48 Wochen die Kombination von Krafttraining und L-Serin-Supplementierung.

Das Startup SKILLCOURT zeigt, wie lukrativ hybride Trainingsansätze sind. Das Unternehmen schloss im Juli eine Seed-Finanzierungsrunde über 1,7 Millionen Euro bei einer Bewertung von 20 Millionen Euro ab. Das System verknüpft visuelle, kognitive und motorische Reize mit Echtzeit-Datenanalyse.

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Bereits 2025 publizierte Studien untermauern die Bedeutung von Bewegung: Eine Bostoner Untersuchung mit 300 Probanden zeigte, dass bereits 3.000 Schritte täglich mit einer Reduktion des Tau-Proteins assoziiert sind. Dieses gilt als Indikator für neurodegenerative Prozesse. Eine Metaanalyse von 45 Studien ergab zudem: Mindestens 2,5 Stunden aerobes Training pro Woche steigern die kognitive Leistung um etwa 30 Prozent.

Gaming: Nicht alle Spiele sind gleich

Die Wirkung von Videospielen auf die Gehirnleistung ist differenzierter als gedacht. Eine im Juli veröffentlichte Studie der KL Krems mit über 3.800 Jugendlichen (12 bis 16 Jahre) zeigt: Nicht die reine Spielzeit entscheidet über kognitive Defizite. Entscheidend ist eine manifeste Internet-Gaming-Störung (IGD). Strategie- und Rollenspiele wurden sogar mit besseren kognitiven Fähigkeiten assoziiert. Bestimmte Shooter-Titel dagegen bergen ein höheres Risiko für IGD.

Im therapeutischen Bereich melden digitale Gesundheitsanwendungen Erfolge. Eine Studie mit 337 Erwachsenen belegte im Juli die Wirksamkeit der App Attexis bei ADHS-Symptomen. Nutzer zeigten nach drei Monaten eine signifikant stärkere Symptomreduktion als die Kontrollgruppe. Die Effekte blieben über sechs Monate stabil.

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Früherkennung in der Apotheke

Die Lancet Commission (2024) schätzt, dass rund 45 Prozent der Demenzfälle durch Lebensstilanpassungen vermeidbar wären. In München testen 14 Apotheken daher ein neues Angebot: Im Rahmen einer elfmonatigen LMU-Studie bieten sie Gedächtnis-Checks für Personen ab 60 Jahren an. Die 30-minütigen Tests umfassen Symbol-Zuordnungen und standardisierte Fragebögen. Erste Hinweise auf kognitive Einschränkungen sollen so frühzeitig erkannt werden.

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