MuskelqualitĂ€t: Schlechte RĂŒckenmuskulatur erhöht Herzinfarktrisiko um 58%
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 09:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Studien und Krankenkassen-Daten zeigen: Wer aktiv bleibt, lebt lĂ€nger und gesĂŒnder.
PrĂ€ventionskurse wirken â vor allem bei RĂŒckenschmerzen
Eine aktuelle Evaluation des BQS Instituts belegt den Nutzen von zertifizierten PrÀventionskursen. Die Untersuchung im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes befragte 1.385 Teilnehmer aus 172 Kursen.
Das Ergebnis: 20,1 Prozent berichten von einer nachhaltigen Besserung ihrer Beschwerden am Bewegungsapparat. 13,9 Prozent verbesserten ihren allgemeinen Gesundheitszustand. 15 Prozent steigerten ihre sportliche AktivitÀt insgesamt.
Die gesetzlichen Krankenkassen investierten 2025 ĂŒber 243 Millionen Euro in solche Kurse. JĂ€hrlich nutzen mehr als 1,8 Millionen Versicherte das Angebot. Der GKV-Spitzenverband sieht aber weiter Nachholbedarf: Besonders sozial benachteiligte Gruppen erreicht man noch zu selten.
Lebensstil schĂŒtzt vor Mehrfacherkrankungen
Eine Langzeitstudie im Fachmagazin JAMA untermauert die Bedeutung von Bewegung. Forscher analysierten das Diabetes Prevention Program (DPP) mit 3.234 adipösen Erwachsenen. Bei ihnen wurde zwischen 1996 und 1999 ein PrÀdiabetes festgestellt.
Die Erkenntnis: Wer Gewicht reduziert und sich regelmĂ€Ăig bewegt, senkt langfristig die Zahl chronischer Erkrankungen im Alter. Interessant: Die reine Medikamentengabe mit Metformin zeigte diesen Effekt nicht. Aktive VerhaltensĂ€nderung schĂŒtzt besser als Pillen.
MuskelqualitĂ€t entscheidet ĂŒber Herzrisiko
Nicht nur die Muskelmasse zĂ€hlt â die QualitĂ€t ist entscheidend. Eine Studie der University of Edinburgh in der Fachzeitschrift Radiology (2026) untersuchte 1.722 Erwachsene ĂŒber zehn Jahre.
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Das Ergebnis: Eine unterdurchschnittliche MuskelqualitĂ€t im RĂŒcken- und Brustbereich korreliert mit einem 58 Prozent höheren Herzinfarktrisiko. Das Sterberisiko steigt sogar um 85 Prozent. Die mittels Computertomografie gemessene MuskelqualitĂ€t erwies sich als aussagekrĂ€ftiger als die reine Muskelmasse.
HIIT mobilisiert das Immunsystem â auch bei Krebspatienten
Kurze, intensive Einheiten können das Immunsystem massiv ankurbeln. Eine Studie der UniversitĂ€t Duisburg-Essen mit Krebspatienten unter Chemotherapie zeigt: Eine 20-minĂŒtige HIIT-Einheit auf dem Ergometer lĂ€sst die Zahl der natĂŒrlichen Killerzellen (NK-Zellen) signifikant steigen.
In der Fachzeitschrift Cancer Medicine (2026) berichten die Forscher: Bei Krebspatienten betrug der Anstieg rund 50 Prozent, bei gesunden Probanden 38 Prozent. Die Werte normalisierten sich nach einer Stunde wieder. Einen direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf konnte die Studie nicht nachweisen. Trotzdem bestĂ€tigen die Daten: Intensive Bewegung wirkt immunstimulierend â selbst bei schweren Erkrankungen.
Neue AnsÀtze: WÀlder als Therapieorte
Neben individuellen Kursen gewinnen strukturelle AnsĂ€tze an Bedeutung. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-WĂŒrttemberg veröffentlichte Anfang Juli ein Handbuch fĂŒr Kur- und HeilwĂ€lder. Kommunen sollen damit WaldflĂ€chen gezielt fĂŒr Therapie und Vorsorge nutzbar machen. Unterschieden wird zwischen KurwĂ€ldern zur allgemeinen Gesunderhaltung und HeilwĂ€ldern fĂŒr spezifische therapeutische Anwendungen.
BĂŒrokratie als Hindernis
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Die Organisation der ambulanten Versorgung bleibt ein Thema. Eine Untersuchung des Zentralinstituts fĂŒr die kassenĂ€rztliche Versorgung (Zi) aus dem Jahr 2024 zeigt: Die tatsĂ€chliche Inanspruchnahme medizinischer Leistungen liegt oft höher, als reine Kontaktzahlen abbilden.
Kritik kommt vom Virchowbund an geplanten Reformen zur ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag. Die BefĂŒrchtung: Millionen medizinisch unnötige Arztbesuche könnten die KapazitĂ€ten fĂŒr prĂ€ventive und notwendige Behandlungen einschrĂ€nken.
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