Myome: 5 Prozent Gewichtsverlust sind mit 20 Prozent weniger Risiko verbunden
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Fall der 41-jährigen Britin Nina Lemtir verdeutlicht eine wachsende Diskussion in der Frauenheilkunde: Nach der operativen Entfernung ihrer zwei größten Myome stellte Lemtir ihre Ernährung sowie ihren gesamten Lebensstil grundlegend um.
Wie unter anderem die Daily Mail berichtete, seien ihre verbliebenen Myome daraufhin auf Erbsengröße geschrumpft oder gänzlich verschwunden. Obwohl Fachleute betonen, dass Änderungen des Lebensstils eine notwendige Operation nicht ersetzen können, unterstreicht die aktuelle Forschungslage den messbaren Einfluss von Nährstoffen und Körpergewicht auf gutartige Gebärmuttertumore.
Hohe Verbreitung und chirurgische Eingriffe
Myome gehören zu den häufigsten gutartigen Neubildungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Bis zum Alter von 50 Jahren entwickeln bis zu 80 Prozent der Frauen solche Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur; generell wird davon ausgegangen, dass bis zu 8 von 10 Frauen im Laufe ihres Lebens Myome aufweisen.
Die gesundheitlichen Folgen führen häufig zu operativen Maßnahmen. Allein in Großbritannien werden jährlich mehr als 30.000 Hysterektomien – also vollständige Gebärmutterentfernungen – aufgrund von Myomen durchgeführt. Obwohl es derzeit keine garantierte Methode zur vollständigen Prävention gibt, weisen Mediziner darauf hin, dass Übergewicht und Rauchen als wesentliche Risikofaktoren für das Entstehen und Fortschreiten von Myomen gelten.
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Klinische Studien zu Mikronährstoffen
Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben sich mit der Frage befasst, inwieweit bestimmte Substanzen das Tumorwachstum verlangsamen oder verringern können. Im Fokus stehen dabei insbesondere Vitamin D und sekundäre Pflanzenstoffe:
- Vitamin D: In einer klinischen Studie aus dem Jahr 2021 führte die Gabe von Vitamin-D-Präparaten zu einer Reduktion des Myomvolumens. Eine randomisierte Doppelblindstudie aus dem Jahr 2022 belegte zudem, dass eine entsprechende Supplementierung nach einem Jahr mit einem um 50 Prozent geringeren Rückkehrrisiko von Myomen einherging.
- Grüntee-Extrakt: Ein weiterer Ansatz stützt sich auf klinische Studien mit Grüntee-Extrakt. Dabei konnte gezeigt werden, dass der Extrakt das Myomvolumen um mehr als 30 Prozent verringerte.
Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass derartige Nährstoffgaben zwar das Wachstum und die Symptomatik lindern können, bei akuten oder weit fortgeschrittenen Befunden jedoch kein vollständiger Ersatz für einen chirurgischen Eingriff sind.
Risikoreduktion durch Gewichtsmanagement
Neben spezifischen Nahrungsergänzungen spielt das allgemeine Körpergewicht eine zentrale Rolle. Eine Studie der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine zeigte auf, dass bereits ein Gewichtsverlust von 5 Prozent mit einem um 20 Prozent geringeren Risiko für Myome verbunden war.
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Zur Reduktion des allgemeinen Myomrisikos raten medizinische Experten daher zu präventiven Allgemeinmaßnahmen. Dazu zählen das Halten eines gesunden Körpergewichts, regelmäßige körperliche Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie das konsequente Vermeiden von Tabakrauch.
Während individuelle Verläufe wie der von Nina Lemtir das Potenzial komplementärer Lebensstiländerungen veranschaulichen, bleibt die Kombination aus medizinischer Überwachung und gesundheitsförderndem Verhalten die tragende Säule im Umgang mit der Erkrankung.
