Mythos-Modell, JPMorgan-Chef

Mythos-Modell: JPMorgan-Chef warnt vor Tausenden Sicherheitslücken

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 07:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Jamie Dimon vergleicht die Verbreitung des KI-Modells Mythos mit ballistischen Raketen. US-Behörden schränkten Zugang aus Sicherheitsgründen ein.

JPMorgan-Chef Dimon warnt vor KI-Modell Mythos von Anthropic
Digitales Vorhängeschloss mit leuchtendem KI-Neuronalnetzwerk, symbolisiert Sicherheitsbedenken und technologische Risiken der KI. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jamie Dimon, Chef der Großbank JPMorgan Chase, hat schwere Sicherheitsbedenken gegen das KI-Modell Mythos des Unternehmens Anthropic geäußert. Die Verbreitung dieser Technologie sei vergleichbar mit der Auslieferung von ballistischen Raketen an Privatpersonen.

Der warnende Auftritt des Bankchefs erfolgte am Dienstag auf Senator Dave McCormicks „Pennsylvania Defense and Innovation Summit“. Dimon betonte dort, das Missbrauchspotenzial stelle eine enorme Herausforderung dar, an deren Lösung die US-Regierung derzeit arbeite.

Sicherheitslücken und staatliche Eingriffe

Bereits im April 2026 hatte Dimon während einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen Alarm geschlagen. Im Mai folgte ein direktes Gespräch mit Anthropic-CEO Dario Amodei. Interne Untersuchungen zeigen, dass das Mythos-Modell tausende Sicherheitslücken identifiziert hat. Experten schätzen, dass die Behebung sechs bis zwölf Monate dauern könnte.

Die US-Behörden haben bereits reagiert: Im Juni 2026 ordneten sie an, den Zugang zu den Modellen Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 einzuschränken – aus Gründen der nationalen Sicherheit. Nach 18 Tagen Stillstand und der Implementierung spezifischer Schutzmaßnahmen wurden die Beschränkungen aufgehoben. Seit dem 26. Juni haben ausgewählte US-Organisationen wieder eingeschränkten Zugang.

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Banken testen die Abwehr

JPMorgan gehört zu einem kleinen Kreis von Organisationen, die seit der Veröffentlichung des Mythos-Modells im April 2026 Zugang haben. Das Institut hat hunderte Mitarbeiter abgestellt, um die Abwehrfähigkeiten des Systems zu testen. Die Bank kündigte zudem eine „Security and Resiliency Initiative“ an – mit einem Volumen von 1,5 Billionen Euro über die nächsten zehn Jahre zur Stärkung der US-Wirtschaftssicherheit.

Auch andere Finanz- und Technologiekonzerne arbeiten mit der Technologie. Anthropic startete im April 2026 das Projekt „Glasswing“ mit über 50 Partnern, darunter Apple, Microsoft und Google. Trotz der Sicherheitswarnungen – auch Goldman-Sachs-Chef David Solomon äußerte sich im Frühjahr kritisch – bleibt die Nachfrage hoch. Kryptowährungsfirmen wie Binance und Coinbase bemühen sich Berichten zufolge um Zugang.

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Anthropic auf Rekordkurs

Die Sicherheitsdebatte trifft Anthropic in einer Phase rasanten Wachstums. Im Mai 2026 sammelte der KI-Entwickler 60 Milliarden Euro in einer Series-H-Finanzierungsrunde ein. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei rund 890 Milliarden Euro.

Anthropic bereitet sich auf den Börsengang vor, der bereits im Oktober 2026 stattfinden könnte. JPMorgan, Morgan Stanley und Goldman Sachs wurden als Konsortialbanken benannt. Das Weiße Haus hat kürzlich eine neue KI-Cybersicherheitspartnerschaft vorgestellt, die die wachsenden Risiken durch leistungsstarke Modelle in den Griff bekommen soll.

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