Nach GLP-1-Stopp: Übliche Versorgung führt zu 10,75 Prozent Gewichtszunahme
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Absetzen von GLP-1-Rezeptoragonisten stehen viele Patienten vor der Herausforderung, das mühsam reduzierte Körpergewicht zu halten. Eine gemeinsame Pilotstudie der Tufts University und des UT Southwestern Medical Center untersuchte im Rahmen einer randomisierten Untersuchung, wie strukturierte Ernährungs- und Verhaltensansätze diesen Übergang begleiten können.
Die im Fachjournal Obesity Science & Practice veröffentlichte Arbeit von Hollis-Hansen und Kollegen verglich über eine Nachbeobachtungszeit von vier Monaten drei unterschiedliche Strategien nach dem Ende der medikamentösen Therapie.
Strukturierte Mahlzeiten und App-Nutzung im Vergleich
Für die vollständig digital und aus der Ferne durchgeführte Pilotstudie rekrutierten die Forschungsteams Teilnehmende über Adipositas-Kliniken in Texas sowie über die Plattform StudyFinder.
Eingeschlossen wurden 39 Erwachsene im Alter von mindestens 18 Jahren, die unter der medikamentösen Behandlung mehr als 10 Prozent ihres Gewichts verloren hatten und deren Behandlungsstopp weniger als 30 Tage zurücklag.
Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 49,9 Jahren, der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) bei 31,4 kg/m² und der vorausgegangene Gewichtsverlust durch die Medikation im Schnitt bei 18,1 Prozent. Von den Teilnehmenden waren 82 Prozent weiblich, 58 Prozent weiß, 71 Prozent berufstätig und 69 Prozent verfügten über einen College-Abschluss.
Die Probanden wurden auf drei Interventionsarme aufgeteilt:
- 13 Personen erhielten wöchentlich zehn medizinisch abgestimmte, gemüsereiche sowie fett-, natrium- und kalorienreduzierte Fertigmahlzeiten.
- 12 Personen nutzten die verhaltensbasierte Noom-App mit der Vorgabe von mindestens 15 Minuten täglicher Nutzung zur Erfassung von Ernährung, Bewegung und Gewicht sowie zum Umgang mit Appetitauslösern.
- 14 Personen verblieben in der üblichen medizinischen Routineversorgung.
Insgesamt 34 Teilnehmende schlossen die viermonatige Nachbeobachtungsphase ab. Bei der Adhärenz und der Zufriedenheit zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, zudem traten keine unerwünschten Ereignisse auf. Die Probanden der Mahlzeitengruppe konsumierten im Schnitt acht Mahlzeiten pro Woche, während die App-Gruppe das digitale Programm an durchschnittlich 2,8 Tagen pro Woche nutzte.
Wer sein Gewicht nach dem Absetzen von GLP-1-Medikamenten halten will, braucht einen Plan für die Zeit danach. Eine Pilotstudie mit 39 Erwachsenen zeigt: Ohne strukturierte Begleitung stieg das Gewicht in vier Monaten um rund 11 Prozent — mit Mahlzeiten- oder App-Begleitung nur um etwa 3,6 Prozent. 2026: Jetzt den kostenlosen Ausstiegs-Leitfaden anfordern
Deutliche Unterschiede bei der Gewichtsentwicklung
Nach Ablauf der vier Monate verzeichneten die Gruppen signifikante Unterschiede bei der relativen Gewichtszunahme gegenüber dem Studienbeginn. Während die Gruppe mit üblicher Versorgung eine Gewichtszunahme von 10,75 Prozent beziehungsweise 11 Prozent aufwies, fiel der Wiederanstieg in den beiden Interventionsgruppen moderater aus: Die Probanden mit der Digital-App verzeichneten ein Plus von 3,60 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent, und die Gruppe mit medizinisch abgestimmten Mahlzeiten legte um 3,58 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent zu.
Vor Studienbeginn hatte der medikationsbedingte Gewichtsverlust in der Kontrollgruppe bei rund 21 Prozent, in der App-Gruppe bei 18 Prozent und in der Mahlzeitengruppe bei 16 Prozent gelegen. Die statistischen Unterschiede blieben auch nach einer mathematischen Adjustierung bestehen.
Hinsichtlich der Diätqualität, der subjektiven Gesundheit und der über den Fragebogen PHQ erfassten Werte stellten die Wissenschaftler hingegen keine signifikanten Gruppenunterschiede fest.
Aussagekraft und methodische Einschränkungen
Die Forschenden weisen auf mehrere methodische Limitationen der Pilotstudie hin. Dazu zählen die geringe Stichprobengröße von 39 Personen, der kurze Nachbeobachtungszeitraum von vier Monaten sowie eine uneinheitlich gestaltete übliche Versorgung in der Kontrollgruppe.
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Zudem basierten Daten teilweise auf Selbstauskünften, und es lagen vereinzelt fehlende Gewichtsmessungen vor. Aus den erhobenen Daten geht nicht hervor, ob eine der beiden Interventionsoptionen die Wiederzunahme dauerhaft verlangsamt; der langfristige Nutzen solcher Begleitprogramme nach dem Absetzen von GLP-1-Präparaten bleibt somit weiterhin Gegenstand weiterer Forschung.
