NahrungsergÀnzung: BfR setzt Zink-Höchstmenge auf 6,5 mg pro Tag
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine ausgewogene ErnĂ€hrung sollte grundsĂ€tzlich die primĂ€re NĂ€hrstoffquelle des Menschen bilden. NahrungsergĂ€nzungsmittel können frische Lebensmittel nicht ersetzen, sondern fungieren lediglich als LĂŒckenfĂŒller.
Wie aktuelle Fachberichte und ErnĂ€hrungsleitfĂ€den unterstreichen, ist der Griff zu Pillen und Pulvern vor allem dann begrĂŒndet, wenn ein nachgewiesenes Defizit vorliegt oder besondere Lebensphasen wie eine Schwangerschaft oder eine rein vegane ErnĂ€hrung eine gezielte Zufuhr verlangen. Ohne medizinische Notwendigkeit birgt insbesondere die Ăberdosierung fettlöslicher Vitamine gesundheitliche Risiken.
Richtwerte fĂŒr den Speiseplan und Tagesbedarfe
Als Orientierung fĂŒr eine vollwertige Kost verweist die chinesische ErnĂ€hrungsrichtlinie aus dem Jahr 2022 auf konkrete Mengen: Empfohlen werden tĂ€glich 300 bis 500 Gramm GemĂŒse, wovon mehr als die HĂ€lfte aus dunkelgrĂŒnen Sorten bestehen sollte, sowie 200 bis 350 Gramm Obst. Zudem wird eine breite Vielfalt von mehr als 12 verschiedenen Lebensmitteln am Tag und mehr als 25 pro Woche nahegelegt.
Auch die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Nephrologie betont, dass eine ausgewogene ErnĂ€hrung den Elektrolytbedarf im Regelfall vollstĂ€ndig abdeckt. Ein zusĂ€tzlicher Bedarf könne jedoch bei starkem FlĂŒssigkeitsverlust durch Hitze, Sport, Erbrechen, Durchfall oder hohe Blutzuckerwerte bei Diabetes entstehen.
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FĂŒr fettlösliche Vitamine formulieren Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) und das Robert Koch-Institut (RKI) klare Referenzwerte:
- Vitamin A: 700 ”g RAE fĂŒr Frauen, 850 ”g fĂŒr MĂ€nner
- Vitamin D: 20 ”g pro Tag
- Vitamin E: 12 mg-Ăquivalent fĂŒr Frauen bis 65 Jahre; bei MĂ€nnern 15 mg bis 25 Jahre, 14 mg bis 51 Jahre und 13 mg bis 65 Jahre
- Vitamin K: Frauen bis 51 Jahre benötigen 60 ”g, danach 65 ”g; fĂŒr MĂ€nner gelten 70 ”g bis 51 Jahre und danach 80 ”g
Der Tagesbedarf an Zink belĂ€uft sich laut DGE auf 14 mg fĂŒr MĂ€nner und 8 mg fĂŒr Frauen, steigt jedoch bei hoher Zufuhr von Phytaten auf 16 mg beziehungsweise 10 mg. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt fĂŒr NahrungsergĂ€nzungsmittel eine Höchstmenge von 6,5 mg Zink pro Tag.
Eine Meta-Studie aus dem Jahr 2024 zeigte zudem, dass es keine eindeutige Evidenz dafĂŒr gibt, dass Zink Infektionen abwenden kann, wenngleich eine VerkĂŒrzung einer ErkĂ€ltungsdauer um etwa zwei Tage möglich erscheint.
Risiken von Ăberdosierungen und Dosierungsgrenzen
Der klinische Pharmakologe Jim LaValle rĂ€t dazu, Supplemente individuell auf Basis von Bluttests abzustimmen, statt PrĂ€parate rein nach Symptomen einzunehmen. Zu hohe Dosen an Zink können Verdauungsbeschwerden auslösen und ĂŒber einen Kupfermangel zu AnĂ€mie sowie neurologischen Problemen fĂŒhren.
Zudem seien Vitamin A und Vitamin D leicht ĂŒberdosierbar und potenziell toxisch. Bei Vorerkrankungen oder der parallelen Anwendung von verschreibungspflichtigen Medikamenten sei die RĂŒcksprache mit Ărzten oder dem Apothekenpersonal geboten.
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Beim Mineralstoff Magnesium liegt der DGE-Referenzwert fĂŒr Personen ab 19 Jahren bei 350 mg pro Tag fĂŒr MĂ€nner und 300 mg fĂŒr Frauen, wobei Vitamin D die Aufnahme im Darm unterstĂŒtzt. Das BfR rĂ€t dazu, ĂŒber Supplemente maximal 250 mg Magnesium tĂ€glich zuzufĂŒhren.
DGE-ErnÀhrungswissenschaftlerin Silke Restemeyer verweist zudem auf Wechselwirkungen zwischen Magnesium, bestimmten Antibiotika und Bisphosphonaten. Ein Schlafmediziner empfiehlt die Einnahme von Magnesium idealerweise ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen, mahnt jedoch zur Vorsicht bei schwerer Nierenfunktionsstörung oder einem Ruhepuls von unter 60 SchlÀgen pro Minute.
Komplexe Wechselwirkungen bei Einnahme und Nahrungsmitteln
Die Resorption von NÀhrstoffen hÀngt stark von der Kombination ab. WÀhrend Vitamin D zusammen mit Calcium sowie Vitamin C mit Eisen vorteilhafte Verbindungen darstellen und Vitamin D zur besseren Resorption am besten mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen wird, hemmen sich andere Stoffe gegenseitig:
- Mineralstoff-Konkurrenz: Calcium kann die Aufnahme von Eisen verringern, weshalb beide Stoffe zeitlich getrennt zugefĂŒhrt werden sollten.
Hohe Zinkdosen wiederum hemmen die Kupferaufnahme.
- Hemmstoffe in Lebensmitteln: Polyphenole und Tannine in grĂŒnem oder schwarzem Tee sowie Kaffee dĂ€mpfen die Eisenaufnahme; hier wird ein zeitlicher Abstand von ein bis zwei Stunden empfohlen. Auch OxalsĂ€ure aus Spinat, Roter Bete oder Rhabarber sowie Phosphate aus Cola-GetrĂ€nken und SchmelzkĂ€se behindern die Eisenaufnahme.
Wechselwirkungen mit Arzneimitteln
Bei gleichzeitiger Nutzung von NahrungsergÀnzungsmitteln und Arzneimitteln sollte grundsÀtzlich ein Sicherheitsabstand von mindestens ein bis zwei Stunden eingehalten werden.
Besondere Vorsicht gilt bei folgenden Kombinationen:
- Antibiotika: Kalzium aus Milchprodukten oder mineralstoffreichem Wasser schwÀcht deren Wirkung ab, weshalb mindestens zwei Stunden Abstand eingehalten werden sollten.
- SchilddrĂŒsenhormone (L-Thyroxin): Die Einnahme sollte morgens nĂŒchtern erfolgen, mit 30 bis 60 Minuten Abstand zum FrĂŒhstĂŒck.
Kaffee, Soja, calciumreiche Nahrung sowie EisenprÀparate stören die Resorption, weshalb zu Calcium und Eisen mindestens vier Stunden Abstand liegen sollten.
- Gerinnungshemmer: Vitamin K in GemĂŒsen wie Blattsalat, Spinat, Brokkoli und Kohl schwĂ€cht die Wirkung der Medikamente ab.
Umgekehrt können Goji-Beeren, Granatapfelsaft, Knoblauch und Ingwer in Mengen ĂŒber 50 Gramm pro Tag Blutungen verstĂ€rken.
- Osteoporose- und Immuntherapien: Bisphosphonate erfordern mindestens eine Stunde Abstand zu Tee oder Kaffee. Bei Immunsuppressiva kann eine hohe Zufuhr von Kalium â etwa ĂŒber Trockenobst, Bananen oder HĂŒlsenfrĂŒchte â die Wirksamkeit mindern.
Da es fĂŒr Vitamin- und MineralprĂ€parate keine allgemeingĂŒltige Einnahmezeit gibt, empfehlen Fachleute vor allem bei geplanten Langzeitanwendungen eine gezielte pharmazeutische oder Ă€rztliche Beratung.
