NahrungsergÀnzung: NutriNAIL-Studie zeigt 18,7% höhere Selenwerte
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Biotin, Kollagen, Mineralstoffe â alles soll Haut, Haare und NĂ€gel verschönern. Doch was können die PrĂ€parate wirklich?
Was die FingernÀgel verraten
Die NutriNAIL-Studie aus Fulda untersuchte, ob FingernĂ€gel als NĂ€hrstoffspeicher taugen. 184 Teilnehmer zwischen 18 und 83 Jahren machten mit. Das Ergebnis: Wer Supplemente nahm, hatte 18,7 Prozent höhere Selenwerte in den NĂ€geln. Auch die ErnĂ€hrung spielte eine Rolle â Omnivoren lagen vor Veganern.
Die Forscher fanden zudem konkrete ZusammenhĂ€nge: BrĂŒchige NĂ€gel deuteten auf niedrige Kaliumwerte hin. LĂ€ngsrillen? Ein Zeichen fĂŒr Natrium- und Kaliummangel. WeiĂe Flecken wiederum korrelierten mit niedrigen Chromwerten. Wichtig zu wissen: Ein Nagel braucht sechs bis neun Monate zur Regeneration. ErnĂ€hrungsĂ€nderungen zeigen sich also erst mit Verzögerung.
Biotin und Kollagen: Helden oder Hype?
FĂŒr gesundes Haarwachstum braucht der Körper Proteine, Eisen, Zink, Omega-3-FettsĂ€uren sowie die Vitamine A und C. Eisenmangel gilt als hĂ€ufige Haarausfall-Ursache. Biotin â auch Vitamin B7 genannt â soll die Haarstruktur stĂ€rken.
Hersteller wie Vichy versprechen mit ihren Kollagen-Produkten nach zwölf Wochen eine deutliche Zunahme der Haardichte. BIOGENA setzt auf Kombinationen aus Kollagen, Hyaluron und Biotin fĂŒr stĂ€rkere NĂ€gel. Die Preise variieren stark: Biotin-PrĂ€parate kosten zwischen 20 und fast 50 Euro.
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VerbraucherschĂŒtzer schlagen Alarm
Die Verbraucherzentrale Berlin warnt vor ĂŒberzogenen Erwartungen. Besonders bei Kollagendrinks fehlen belastbare wissenschaftliche Belege fĂŒr eine HautglĂ€ttung. Werbeaussagen sind hier rechtlich streng reglementiert.
Im Juli 2026 geriet LaVita ins Visier von Foodwatch. Die Organisation bezeichnete das Produkt als eine der auffĂ€lligsten WerbelĂŒgen des Jahres. ErnĂ€hrungswissenschaftler betonten: Ein Konzentrat kann keine ausgewogene ErnĂ€hrung ersetzen. Die Werbung basiere oft auf Einzelvitaminen, nicht auf dem Gesamtprodukt. Der Preis von rund 100 Euro pro Liter? UnverhĂ€ltnismĂ€Ăig hoch. Bei nachgewiesenem Mangel sei eine gezielte Einzelsupplementierung sinnvoller.
Neue Forschung, neue Produkte
Eine Studie im Fachjournal JAMA Dermatology untersuchte hochdosiertes Vitamin D bei Hautreaktionen nach Krebsbehandlungen. 87 Prozent der 33 Patienten berichteten von Besserung innerhalb weniger Tage. Die Dosierungen liegen jedoch weit ĂŒber den allgemeinen Empfehlungen und gehören unter Ă€rztliche Aufsicht.
Forscher der UniversitĂ€t Graz entdeckten im Juli 2026 Abbauprodukte von Vitamin E mit entzĂŒndungshemmenden Eigenschaften. Ein möglicher Ansatz fĂŒr kĂŒnftige Therapien chronischer EntzĂŒndungen.
WĂ€hrend neue Wirkstoffe erforscht werden, lĂ€sst sich vielen Beschwerden bereits heute durch eine gezielte antientzĂŒndliche ErnĂ€hrung begegnen. Dieser Gratis-Ratgeber zeigt Ihnen, welche 12 natĂŒrlichen Lebensmittel wie sanfte Schmerzmittel wirken können. Gratis-Ratgeber: EntzĂŒndungshemmende ErnĂ€hrung herunterladen
Zentiva bringt im Sommer 2026 eine Serie mit Austernpilz-Extrakt plus Vitamin C, D und Zink auf den Markt. PrimĂ€r fĂŒrs Immunsystem gedacht, deckt die Kombination auch Bereiche der Haut- und Geweberegeneration ab.
Sicherheit geht vor
Experten raten: Vor der Einnahme â besonders bei Vitamin D â den Spiegel Ă€rztlich bestimmen lassen. Bis zu 20 ”g tĂ€glich gelten als unbedenklich. Höhere Dosen? Keine Eigenmedikation.
Auch bei Kreatin oder Protein-Puddings herrscht Skepsis. NatĂŒrliche Quellen wie Eier oder HĂŒlsenfrĂŒchte sind oft gĂŒnstiger und effektiver.
International verschĂ€rfen Behörden die Kontrollen. In Vietnam ging man im Juli 2026 gegen Produkte mit verbotenen Substanzen wie Sibutramin vor. Verbrauchern bleibt nur: Herkunft und Zusammensetzung kritisch prĂŒfen.
