Nahrungsergänzung: Vier Basics machen 95% der Wirkung aus
09.06.2026 - 12:03:26 | boerse-global.de
Was früher hartgesottenen Kraftsportlern vorbehalten war, ist heute Massenphänomen. Vor allem Kreatin dominiert die sozialen Medien – und erreicht mittlerweile sogar Kinder.
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Die „Basics“ machen 95 Prozent der Wirkung aus
Branchenbeobachter sehen Anfang Juni 2026 eine klare Hierarchie unter den Nahrungsergänzungsmitteln. Eine Handvoll Präparate – Kreatin, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Magnesium – soll für den Großteil der positiven Effekte verantwortlich sein. Experten schätzen ihren Anteil an den Gesamtwirkungen auf rund 95 Prozent.
Der Trend erreicht auch junge Zielgruppen. Die Köchin Donna Hay berichtete Anfang Juni, dass bereits Elfjährige nach der Notwendigkeit von Kreatin fragen. Sie kritisierte die Verbreitung von Fehlinformationen in sozialen Medien und plädierte für eine Rückbesinnung auf frische Lebensmittel.
Thomas Müller nimmt 25 Kapseln täglich
Wie extrem Supplementierung im Profisport sein kann, zeigt das Beispiel von Thomas Müller. Der Fußballstar gab Einblicke in seinen veränderten Lebensstil: Täglich 20 bis 25 Kapseln Nahrungsergänzungsmittel, inspiriert durch seinen Ex-Kollegen Robert Lewandowski. Dazu kommen der Verzicht auf Alkohol, strikte Schlafhygiene und ein Frühstück aus Walnüssen und Olivenöl.
Ketogene Diät hilft bei psychischen Erkrankungen
Neben Kreatin rücken neue Ernährungsansätze in den Fokus der Forschung. Eine Pilotstudie der Stanford University untersuchte die Wirkung einer ketogenen Diät auf psychische Erkrankungen. Das Ergebnis: Eine Begrenzung der Kohlenhydrate auf maximal 20 Gramm pro Tag verbesserte die Symptome bei Schizophrenie um 32 Prozent. Bei bipolaren Störungen zeigten 69 Prozent der Teilnehmer signifikante Verbesserungen. Als Grund nennen Forscher die Versorgung des Gehirns mit Ketonen als alternative Energiequelle.
Antikörper bremst Muskelverlust bei Abnehmspritzen
Eine in Nature Medicine veröffentlichte Phase-2-Studie lieferte wichtige Erkenntnisse zum Muskelerhalt. Der Antikörper Apitegromab soll den Muskelverlust bei einer Therapie mit Abnehmspritzen (Tirzepatid) reduzieren. Die Kontrollgruppe verlor 3,5 Kilogramm Magermasse, die Apitegromab-Gruppe nur 1,6 Kilogramm. Das entspricht 14,6 Prozent am Gesamtgewichtsverlust – gegenüber über 30 Prozent in der Vergleichsgruppe.
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Risiken: Von Rohmilch bis Schwermetall
Trotz der potenziellen Vorteile warnen Verbraucherschützer vor unkontrollierten Food-Trends. Ein Bremer Verbraucherschutzbericht mahnt zur Vorsicht bei Rohmilchprodukten – sie können schwere Infektionen durch EHEC oder Salmonellen auslösen. Auch beim populären Supplement Shilajit drohen Verunreinigungen. Zwar zeigt eine Humanstudie nach 90 Tagen positive Veränderungen bei Testosteron- und DHEAS-Werten, doch unreine Produkte bergen ein erhebliches Risiko durch Schwermetallbelastungen.
Die Relevanz von Qualitätskontrollen zeigt ein aktueller Fall: Lidl musste Kreuzkümmel seiner Eigenmarke aus dem Verkauf nehmen. Labortests fanden das verbotene Herbizid Flamprop – in einer Konzentration, die den zulässigen Höchstgehalt um das 200-Fache überstieg.
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