Nahrungsergänzungsmittel, Produktion

Nahrungsergänzungsmittel: Produktion steigt auf 241.000 Tonnen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Destatis meldet mehr produzierte Präparate und Hersteller; Fachleute verweisen zugleich auf Risiken und den Bedarf an strengeren Regeln.
Moderne Produktionsanlage für Nahrungsergänzungsmittel in einem hellen, sterilen Industriebetrieb. Illustration mit AI erstellt.

Die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland hat ein neues Allzeithoch erreicht. Wie eine Auswertung der Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für das Jahr 2025 verdeutlicht, hält die seit Jahren steigende Nachfrage nach Vitaminen, Mineralstoffen und pflanzlichen Präparaten unvermindert an. Getrieben wird diese Entwicklung von einer alternden Bevölkerung sowie einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein.

Rekordwerte bei Menge, Wert und Herstellerzahl

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte die Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland im Jahr 2025 ein Volumen von 241.000 Tonnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2024, in dem 237.000 Tonnen erfasst wurden. Im Vergleich zum Jahr 2019 mit 162.000 Tonnen beträgt das Plus sogar 48,4 Prozent.

Noch deutlicher fällt der wirtschaftliche Anstieg beim Produktionswert aus. Die in Deutschland hergestellten Präparate beliefen sich im Jahr 2025 auf gut 2,08 Milliarden Euro. Das markiert einen Anstieg von 12,6 Prozent gegenüber 2024 mit 1,85 Milliarden Euro und ein Plus von 137,6 Prozent gegenüber 2019, dem Beginn der gesonderten statistischen Erfassung.

Parallel dazu stieg auch die Zahl der produzierenden Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten im Jahr 2025 auf den Rekordwert von 72 Unternehmen. Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 64 und im Jahr 2019 bei 52 Firmen.

Demografischer Wandel als weltweiter Markttreiber

Die deutsche Entwicklung fügt sich in einen globalen Trend ein. Einem Bericht von IndexBox zufolge wächst der weltweite Markt für Ernährung und Nahrungsergänzung im Zeitraum von 2026 bis 2035 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von rund 6,8 Prozent.

Bei einem Basisindex von 100 im Jahr 2025 soll der Marktindex bis 2035 auf 193 steigen. Vitamine und Mineralstoffe machen dabei einen geschätzten Marktanteil von 32 Prozent aus, während pflanzliche und botanische Supplemente 22 Prozent erreichen.

Als wesentliche Wachstumstreiber gelten neben dem Onlinehandel und der personalisierten Ernährung über DNA-Tests oder künstliche Intelligenz vor allem die globale Alterung. Den Daten der Vereinten Nationen zufolge steigt der Anteil der Weltbevölkerung ab 60 Jahren bis zum Jahr 2050 auf 21 Prozent.

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In Ländern wie China kurbelt zudem das staatliche Programm „Gesundes China 2030“ die Nachfrage nach Calcium, Eisen und Vitaminen an. Auch regionale Gesundheitsstudien belegen diesen Trend bei älteren Jahrgängen: Dem polnischen Gesundheitstest „Narodowy Test Zdrowia Polaków 2023“ zufolge greift über die Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahren in Polen regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln.

Medizinische Einordnung und regulatorische Forderungen

Gesunde Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung benötigen nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Eine gezielte Supplementierung kann jedoch für definierte Risikogruppen oder bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll sein.

Dazu zählt unter anderem Vitamin D: Laut einer epidemiologischen Untersuchung wiesen 56 Prozent der deutschen Bevölkerung eine unzureichende Versorgung auf, da ein Großteil der körpereigenen Synthese über Sonnenlicht erfolgt. Ältere Menschen oder Personen, die sich vorwiegend in Innenräumen aufhalten, gehören hier zu den bekannten Risikogruppen.

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Gleichzeitig mahnen Wissenschaftler, Ärzte und Verbraucherschützer angesichts des Produktionsbooms zur Vorsicht. Sie warnen insbesondere vor Qualitäts- und Sicherheitsproblemen bei pflanzlichen Zubereitungen und fordern strengere gesetzliche Regulierungen sowie Höchstmengen.

Zudem warnen Gesundheitsexperten davor, Nahrungsergänzungsmittel unbedacht überzudosieren, da dies zu metabolischen Störungen oder unerwünschten Wechselwirkungen mit verordneten Arzneimitteln führen kann. Supplemente, so die übereinstimmende fachliche Einschätzung, bieten eine funktionale Ergänzung in Mangelsituationen, stellen jedoch keinen Ersatz für eine vollwertige Ernährung dar.

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