Malware-Welle, GefÀlschte

Neue Malware-Welle: GefÀlschte WhatsApp-Apps stehlen Bankdaten

22.05.2026 - 21:20:53 | boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken manipulierte WhatsApp-Versionen auf, die Android-GerÀte kapern und auf Banking-Daten abzielen.

Neue Malware-Welle: GefĂ€lschte WhatsApp-Apps stehlen Bankdaten - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Neue Malware-Welle: GefĂ€lschte WhatsApp-Apps stehlen Bankdaten - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Schadsoftware kapert Android-GerÀte und zielt auf das mobile Banking ab.

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„Cockroach Janta Party“: Trojaner tarnt sich als politische App

TraceX Labs hat eine gezielte Kampagne entdeckt. Angreifer verbreiten eine bösartige App namens „Cockroach Janta Party“ ĂŒber WhatsApp und Telegram. Die APK-Datei ist ein Remote-Access-Trojaner (RAT) kombiniert mit Spyware.

Die Malware fĂ€ngt Einmalpasswörter (OTPs) ab, liest Kontaktlisten aus und ĂŒberwacht BankaktivitĂ€ten. Betroffen sind Android-GerĂ€te mit den Versionen 8 bis 14. Die TĂ€ter setzen auf Social Engineering – sie tricksen Nutzer aus, indem sie deren Vertrauen in bekannte Messenger missbrauchen.

Parallel dazu entdeckte ein Forschungsteam der UniversitĂ€t Wien eine Schwachstelle in der „Contact Discovery“. Durch automatisiertes Auslesen von Metadaten wurden ĂŒber 3,5 Milliarden WhatsApp-Accounts identifiziert. Chat-Inhalte blieben dank Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung geschĂŒtzt, doch Telefonnummern, Zeitstempel und Profilbilder ließen sich massenhaft abgreifen. Meta bestĂ€tigte das unerlaubte Scraping und schrĂ€nkte die Funktionen ein.

RekordschÀden: Banking-Trojaner und Werbebetrug explodieren

Branchenanalysten erwarten 2026 weltweite SchÀden durch mobile CyberkriminalitÀt von 442 Milliarden Euro. Der Haupttreiber: Banking-Trojaner. Im ersten Quartal stiegen solche Angriffe um 196 Prozent auf rund 1,24 Millionen FÀlle. Besonders aktiv sind die Trojaner-Familien Anatsa und Mamont.

Neben dem direkten Zugriff auf Bankkonten boomt organisierter Werbebetrug. Die Sicherheitsorganisation Human Security deckte im Mai 2026 die „Trapdoor“-Kampagne auf. 455 bösartige Apps im Google Play Store wurden insgesamt ĂŒber 24 Millionen Mal heruntergeladen. Sie generierten heimlich gefĂ€lschten Werbetraffic – bis zu 659 Millionen Gebotsanfragen pro Tag. Google entfernte die Apps nach der Entdeckung.

ESET identifizierte zudem die Betrugsmasche „CallPhantom“. 28 Apps im Play Store versprachen, Anrufprotokolle und SMS fremder Nummern anzuzeigen. Stattdessen lieferten sie gefĂ€lschte Ergebnisse und sammelten Daten. Die Apps wurden ĂŒber 7,3 Millionen Mal installiert.

Texas verklagt Meta: Streit um VerschlĂŒsselungsstĂ€rke

Der US-Bundesstaat Texas hat im Mai 2026 Klage gegen Meta eingereicht. Der Vorwurf: TĂ€uschung der Verbraucher ĂŒber die tatsĂ€chliche VerschlĂŒsselungsstĂ€rke von WhatsApp. Die Klage stĂŒtzt sich auf den Texas Deceptive Trade Practices Act und zieht Whistleblower-Berichte sowie Aussagen eines Sonderermittlers des US-Handelsministeriums heran.

Die Klageschrift behauptet, Meta könne verschlĂŒsselte Inhalte einsehen oder die VerschlĂŒsselung umgehen. Meta-Sprecher Andy Stone wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck: Das Unternehmen habe keinen Zugriff auf die verschlĂŒsselte Kommunikation. Pro Verstoß drohen Geldstrafen von bis zu 10.000 US-Dollar.

Branchenexperten wie Alex Stamos und Matthew Green halten die Behauptung einer systematischen Umgehung fĂŒr fast sicher falsch. Dennoch erhöht der juristische Druck die Aufmerksamkeit fĂŒr das Thema PrivatsphĂ€re.

Microsoft kippt SMS-Login: Passkeys als neuer Standard

Die Industrie reagiert auf die Angriffswelle mit einem Strategiewechsel. Microsoft stellt den Login via SMS-Codes ein. Die Technik gilt wegen SIM-Swapping, Phishing und fehlender VerschlĂŒsselung als veraltet. KĂŒnftig setzt der Konzern auf Passkeys mit biometrischen Merkmalen und gerĂ€tespezifischen PINs.

Auch eine kritische Schwachstelle im Microsoft Authenticator (CVE-2026-41615, CVSS-Wert 9,6) beschleunigt den Umstieg.

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Parallel dazu bereitet sich der Markt auf digitale IdentitĂ€ten vor. Das Bundeskabinett verabschiedete im Mai 2026 das Digital-IdentitĂ€ts-Gesetz (DIdG). Die EUDI-Wallet soll ab Januar 2027 verfĂŒgbar sein. Apple integrierte bereits in iOS 26.5 erweiterte Funktionen fĂŒr IdentitĂ€tsnachweise und schloss 52 SicherheitslĂŒcken.

Android 17 soll eine automatische Erkennung gefÀlschter Bankanrufe und eine Live-Bedrohungserkennung bieten. Google Play Protect und monatliche Sicherheitsupdates bleiben die zentralen SÀulen. Experten betonen: Der Verzicht auf App-Installationen aus unbekannten Quellen ist wichtiger als zusÀtzliche Antiviren-Software.

KI-gesteuerte Angriffe: 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen automatisiert

Ein besorgniserregender Trend ist der hohe Automatisierungsgrad. SchĂ€tzungen zufolge sind 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen KI-gesteuert. Angreifer versenden tĂ€glich rund 3,4 Milliarden betrĂŒgerische Nachrichten. Besonders stark wĂ€chst „Quishing“ – Phishing via QR-Codes – mit einem Anstieg von 150 Prozent auf etwa 18 Millionen VorfĂ€lle.

Trotz der ProfessionalitÀt der Angreifer zeigt sich bei Ransomware eine positive Entwicklung: Die Zahlungsbereitschaft sank auf etwa 23 Prozent, obwohl die Anzahl der Angriffe um 26 Prozent stieg. Das deutet auf bessere Backup-Strategien und stÀrkere Sensibilisierung hin.

Ausblick: Neue Sicherheitsstandards fĂŒr mobile GerĂ€te

Die kommenden Monate werden von der Implementierung neuer Sicherheitsstandards auf Betriebssystemebene geprÀgt sein. Google rollte mit den Mai-Updates 2026 Verbesserungen bei der PrivatsphÀre in der WebView-Komponente und neue Diebstahlschutzfunktionen aus.

Die juristische KlĂ€rung der VorwĂŒrfe gegen Meta in Texas wird wegweisend fĂŒr Transparenzpflichten bei VerschlĂŒsselung sein. FĂŒr Verbraucher bleibt die wichtigste Schutzmaßnahme: Apps nur ĂŒber verifizierte Quellen installieren und Nachrichten kritisch prĂŒfen, die zur Installation externer APK-Dateien auffordern. Angesichts der geplanten EUDI-Wallet wird die IntegritĂ€t mobiler EndgerĂ€te kĂŒnftig noch stĂ€rker ĂŒber die Teilhabe am digitalen Wirtschaftsverkehr entscheiden.

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