Neuralink, ALS-Patient

Neuralink N1: ALS-Patient Zach McManus steuert Saugroboter per Gedanken

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zach McManus bedient ein autonomes Reinigungsgerät mit dem N1-Implantat; Neuralinks Medizingerät wird weiterhin klinisch geprüft.
Ein minimalistischer Wohnraum mit hellen Holzböden und natürlichem Lichteinfall, in dem sich ein Staubsaugerroboter bewegen könnte. Illustration mit AI erstellt.

Ein an Amyotropher Lateralsklerose erkrankter Teilnehmer einer klinischen Studie hat einen Haushaltsroboter allein über seine Gehirnaktivität bedient. Der Patient Zach McManus, der im Rahmen der PRIME-Studie von Neuralink als Patient Nummer 22 geführt wird, steuerte ein Reinigungsgerät des Herstellers Matic Robots ohne physische Eingabe.

Ein verifizierter Beitrag des Robotikunternehmens dokumentierte den erfolgreichen Testlauf. McManus hatte bereits am 21. Oktober 2026 ein eigenes Video veröffentlicht, das ihn bei der ersten rein gedanklich ausgeführten Bedienung eines Saugroboters zeigte.

Erweiterung der Schnittstelle auf physische Robotik

Das eingesetzte Gehirn-Computer-Interface N1 liest motorische Absichtssignale aus dem Gehirn aus und wandelt diese in digitale Steuerbefehle für externe Geräte um. McManus steuert über das System bereits regelmäßig einen Laptop, ein Mobiltelefon, ein Fernsehgerät sowie einen Xbox-Controller.

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Eine Anbindung an die Steuerung eines Rollstuhls stand zum Testzeitpunkt noch aus. Mit dem Staubsaugerroboter interagierte erstmals ein externes, autonomes Reinigungsgerät mit dem Implantat.

Die verwendete Saug-Wisch-Einheit von Matic Robots, die ab 1.495 US-Dollar vertrieben wird, verarbeitet ihre Umgebungskarten lokal auf dem Gerät und verzichtet dabei auf eine cloudbasierte Datenverarbeitung. Neben diesem dokumentierten Test kursierte zudem ein von dem Account @wholemars veröffentlichtes Video, das einen Roboter unter mutmaßlicher Gedankensteuerung zeigt.

Ob es sich dabei um die Plattform Optimus oder ein Drittanbieter-Modell handelt, blieb unbestätigt; auch Details zu Latenz, Studienstatus und dem beteiligten Probanden wurden in diesem Fall nicht verifiziert.

Deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Assistenzsystemen

McManus unterzog sich dem chirurgischen Eingriff am Barrow Neurological Institute in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Das Implantatsystem benötigte nach dem Eingriff rund 15 Minuten für die grundlegende Kalibrierung.

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Der Proband ordnete die Bedienung über die Schnittstelle im Vergleich zu gängigen Systemen mit Blickerfassung ein und erklärte, beide Technologien spielten nicht in derselben Liga. Die Steuerung über das Implantat funktioniere schneller, präziser, eigne sich für den Einsatz im Freien und erlaube den Zugriff auf deutlich mehr externe Geräte.

Pflegekräfte verweisen bei herkömmlichen Eye-Tracking-Systemen regelmäßig auf funktionelle Hürden. Dazu zählen eine oft aufwendige Neukalibrierung, eine hohe Störanfälligkeit bei wechselnden Lichtverhältnissen, das Erfordernis einer starren Körperhaltung sowie eine rasch einsetzende mentale Ermüdung der Nutzer.

Fortschritte in der klinischen Erprobung

Das münzgroße N1-Implantat von Neuralink verfügt über bis zu 3.072 Elektroden. Beim Einsetzen der feinen Fäden kommt ein spezialisierter Chirurgieroboter zum Einsatz, der Anfang 2026 einen Elektrodenfaden innerhalb von 1,5 Sekunden bei einer anatomischen Kompatibilität von 99 Prozent platzieren konnte.

Bis Mitte 2026 wurden mindestens 26 Personen mit dem N1-System versorgt. Nach Angaben zu den Studienverläufen nutzen die Teilnehmer die Schnittstelle durchschnittlich 50 Stunden pro Woche eigenständig.

Obwohl das Implantat bereits die Steuerung von Computern und Mobiltelefonen im Alltag ermöglicht, befindet sich das Medizingerät weiterhin in der klinischen Prüfung. Fragen zur dauerhaften Langzeitsicherheit und zur späteren allgemeinen Zugänglichkeit des Systems für breite Patientengruppen sind bislang offen.

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