Neuseeland, ACT

Neuseeland: ACT Party plant Steuerbefreiung für Krypto ab 12 Monaten

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 03:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neuseelands ACT Party will private Krypto-Gewinne nach mehr als zwölf Monaten steuerfrei stellen und zugleich Regeln für digitale Finanzprodukte schaffen.

ACT Party schlägt Steuerfreiheit für langfristige Krypto-Anlagen vor
Ein moderner Schreibtisch mit einer Hardware-Wallet für Kryptowährungen vor einem unscharfen Fenster mit Berglandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die neuseeländische ACT Party hat am 27. August 2026 einen umfassenden Vorschlag zur Reform der Besteuerung digitaler Vermögenswerte vorgelegt. Kern der Initiative ist die Einführung eines sogenannten Bright-Line-Tests, nach dem Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei bleiben sollen, wenn die entsprechenden Werte länger als ein Jahr gehalten wurden. Damit zielt die Partei auf eine steuerliche Entlastung von Privatanlegern und eine Modernisierung des Finanzplatzes Neuseeland ab.

Steuerliche Privilegien für langfristige Privatanleger

Der Vorschlag der ACT Party, der Ende August veröffentlicht wurde, sieht eine klare Differenzierung zwischen privaten Investoren und gewerblichen Akteuren vor. Während Privatanleger von der Steuerbefreiung bei einer Haltedauer von über zwölf Monaten profitieren würden, sollen professionelle Händler und Unternehmen ausdrücklich von dieser Regelung ausgenommen bleiben.

Für Verkäufe, die innerhalb des ersten Jahres nach dem Erwerb getätigt werden, bliebe die Steuerpflicht hingegen bestehen. Hierbei kämen die aktuellen Steuersätze zur Anwendung, die sich in einer Spanne von 10,5 % bis 39 % bewegen.

Zusätzlich zu der einjährigen Haltefrist schlug die Partei am 27. August 2026 vor, Kleinstbeträge bei alltäglichen Einkäufen mit Kryptowährungen generell von der Steuer zu befreien.

Der Parteivorsitzende David Seymour betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, dass sich Neuseeland an neue Technologien anpassen müsse. Er verwies darauf, dass die aktuellen Regelungen faktisch jeden Tausch oder Verkauf als steuerpflichtiges Ereignis erfassen, was die Nutzung digitaler Währungen im Alltag erschwere.

Rahmenbedingungen für Finanzinnovationen

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Über die rein steuerlichen Aspekte hinaus umfasst der Entwurf der ACT Party weitere regulatorische Maßnahmen. So wird die Einrichtung einer sogenannten regulatorischen Sandbox für Finanzinnovationen angestrebt. Dieses Testfeld soll es Unternehmen ermöglichen, neue digitale Finanzprodukte unter Aufsicht, aber mit weniger bürokratischen Hürden zu erproben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung klarer Regeln für tokenisierte Wertpapiere und Stablecoins. Die stellvertretende Vorsitzende der Partei, Nicole McKee, erklärte hierzu am 28. August 2026, dass eindeutige Vorschriften essenziell seien, um das Potenzial der digitalen Wirtschaft Neuseelands zu erschließen. Durch verlässliche Rahmenbedingungen solle der Standort für internationale Krypto-Unternehmen und Investoren attraktiver gestaltet werden.

Politischer Kontext und aktuelles Steuersystem

Der Vorstoß der ACT Party erfolgt vor dem Hintergrund der bevorstehenden Parlamentswahl in Neuseeland, die für den 7. November 2026 angesetzt ist. Mit derzeit elf Sitzen im Parlament ist der Vorschlag Teil des Parteiprogramms und stellt noch kein geltendes Recht dar. Für eine Umsetzung wäre die Partei auf die Unterstützung potenzieller Koalitionspartner angewiesen.

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Gegenwärtig werden Kryptowährungen in Neuseeland nach den allgemeinen Einkommensregeln besteuert und nicht über eine spezifische Kapitalertragsteuer. Dies führt dazu, dass Wertzuwächse oft zum persönlichen Einkommensteuersatz des Anlegers versteuert werden müssen.

Unabhängig von den Forderungen der ACT Party hat die neuseeländische Regierung bereits einen separaten Gesetzentwurf eingebracht. Dieser befasst sich mit der Umsetzung des Crypto-Asset Reporting Framework (CARF), einem internationalen Standard für den automatischen Informationsaustausch über Krypto-Transaktionen zu Steuerzwecken.

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