Nextcloud-Migration, Beamte

Nextcloud-Migration: 5000 Beamte verabschieden sich von Microsoft

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 11:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mecklenburg-Vorpommern stellt 5000 Mitarbeiter auf Nextcloud um. Das Bundesland will so die digitale Souveränität der Verwaltung stärken.

Mecklenburg-Vorpommern startet Open-Source-Migration mit Nextcloud
Digitale Daten bewegen sich von einem Microsoft-Logo zu Open-Source-Symbolen ĂĽber einer Karte von Mecklenburg-Vorpommern. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat mit der Abkehr von Microsoft-Software begonnen – aus Gründen der digitalen Souveränität. Seit Anfang Juli 2026 arbeiten die ersten 5000 Landesbediensteten mit der Open-Source-Plattform Nextcloud. Das langfristige Ziel: mehr als 50.000 Mitarbeiter umzustellen.

Der IT-Dienstleister des Landes, die DVZ M-V GmbH, steuert den Rollout. In der ersten Phase wurden die Nutzer von Microsoft SharePoint auf Nextcloud umgestellt. Windows-PCs bleiben vorerst aber im Einsatz, wie es aus Regierungskreisen heiĂźt.

Souveränität durch europäische Zusammenarbeit

Die Initiative ist Teil einer größeren Strategie, die Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Schleswig-Holstein entwickelt hat. Die Partnerschaft besteht seit Herbst 2025. Ziel ist eine unabhängige digitale Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung.

Das Vorhaben passt in ein bundesweites Bild. Im Juni 2026 definierten Deutschland und Frankreich mit dem „Deutschland-Stack“ einen gemeinsamen Rahmen für digitale Souveränität. Die Architektur setzt auf zwei Säulen: eine souveräne Infrastruktur mit heimischen Rechenzentren und Cloud-Diensten sowie eine Open-Source-Ebene. Die Strategie folgt dem Markt: Eine Bitkom-Studie von 2026 zeigt, dass 93 Prozent der Unternehmen KI-Lösungen aus Deutschland bevorzugen.

Neben der Bürosoftware setzt Mecklenburg-Vorpommern auch auf lokale Künstliche Intelligenz. Der Chatbot „Lea“ nutzt europäische Modelle wie Mistral und Tilde – die Daten bleiben in der Region.

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Wachsender Open-Source-Trend in Europa

Der Schritt aus dem Nordosten ist kein Einzelfall. Das französische Bildungsministerium hat Nextcloud bereits für 400.000 Mitarbeiter ausgerollt – mit Plänen für 1,2 Millionen Nutzer.

In den Niederlanden hat die Regierung einen Kurs der „maximalen digitalen Souveränität“ eingeschlagen. Dort entsteht eine zentral verwaltete Cloud auf Basis von Open-Source-Komponenten unter europäischer Kontrolle. Das Projekt folgt dem EU-Rahmenwerk Seal4 und will noch 2026 die ersten Anwendungen starten.

Infrastruktur und Investitionen: Zwei Welten

Während die öffentliche Hand auf offene Plattformen setzt, bauen die internationalen Hyperscaler ihre Präsenz in Deutschland weiter aus. Erst am 2. Juli 2026 unterschrieb Microsoft einen Kaufvertrag über 23 Hektar Land in Grevenbroich – für ein neues Rechenzentrum für Cloud- und KI-Dienste.

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Gleichzeitig positionieren sich deutsche Anbieter als souveräne Alternativen. StackIT (Schwarz Digits), IONOS Cloud und die Open Telekom Cloud haben die Produktionsreife für Hochsicherheitsanwendungen erreicht. Im Mai 2026 sicherte sich StackIT einen 250-Millionen-Euro-Auftrag für die BSI-zertifizierte Infrastruktur der Deutschland-Stack-AI-Cloud.

Die Herausforderungen und Erfahrungen dieser Migrationen – aus Mecklenburg-Vorpommern und von der Evangelischen Kirche im Rheinland – stehen Ende November 2026 auf dem Programm des IT-Gipfels in München.

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