NFC-Angriffe, Android-Smartphones

NFC-Angriffe: Android-Smartphones um 188% hÀufiger betroffen

31.05.2026 - 10:30:45 | boerse-global.de

GefÀlschte Anzeigen und manipulierte Entwickler-Tools von Google und Facebook treiben die Zahl der Cyber-Angriffe massiv in die Höhe.

NFC-Angriffe: Android-Smartphones um 188% hĂ€ufiger betroffen - Foto: ĂŒber boerse-global.de
NFC-Angriffe: Android-Smartphones um 188% hĂ€ufiger betroffen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Sicherheitsanalysten schlagen Alarm: Eine neue Generation hochprofessioneller Cyber-Angriffe missbraucht die legitime Infrastruktur von Tech-Riesen wie Google und Facebook. Die Methoden reichen von manipulierten Suchanzeigen ĂŒber gekaperte Entwickler-Tools bis hin zu einem massiven Anstieg von Angriffen auf Smartphone-Schnittstellen.

GefÀlschte Anzeigen leeren Krypto-Wallets

Im Zentrum der aktuellen Betrugswelle steht der Missbrauch von Google-Anzeigen. Kriminelle schalten gefĂ€lschte Werbung, die die dezentrale Finanzplattform Uniswap imitiert. Wer ĂŒber diese Anzeigen auf die prĂ€parierten Seiten gelangt, riskiert den Totalverlust seiner KryptowĂ€hrungen.

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On-Chain-Analysten identifizierten zwei Adressen, ĂŒber die Angreifer bereits Vermögenswerte von mehr als 400.000 US-Dollar abgreifen konnten. Der Gesamtschaden durch solche Anzeigen-FĂ€lschungen summiert sich in der ersten JahreshĂ€lfte auf schĂ€tzungsweise 1,27 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu lĂ€uft eine Malvertising-Kampagne auf Facebook. Sie nutzt das aktuelle KI-Interesse aus: Anzeigen fĂŒr das Tool Kling AI locken Nutzer auf gefĂ€lschte Webseiten. Statt der versprochenen KI-Medien installieren die Opfer Schadsoftware, die auf Anmeldedaten und Krypto-Token spezialisiert ist.

Google-AppSheet wird zur Phishing-Waffe

Ein Bericht von Kaspersky aus dem Mai zeigt eine neue QualitĂ€t im Phishing. Angreifer nutzen Google AppSheet, eine Plattform zur App-Erstellung, fĂŒr betrĂŒgerische E-Mails. Die Nachrichten werden ĂŒber die offizielle Google-Infrastruktur verschickt – und umgehen damit gĂ€ngige Sicherheitsmechanismen wie SPF, DKIM und DMARC.

Die TĂ€ter tarnen die Nachrichten als Personal- oder HR-Anfragen. Sie geben sich als namhafte Unternehmen wie Apple, Meta, Coca-Cola oder Volvo aus. Ihr Ziel: EmpfĂ€nger auf gefĂ€lschte Karriereportale locken, um Zugangsdaten fĂŒr Google- oder Facebook-Konten abzugreifen. Auch Amazon wird regelmĂ€ĂŸig als Absender vorgetĂ€uscht, um Kunden per WhatsApp aus offiziellen KommunikationskanĂ€len zu lotsen.

NFC-Angriffe explodieren um 188 Prozent

Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei der mobilen Sicherheit. Laut Kaspersky-Experten stiegen Angriffe auf die NFC-Schnittstellen (Near Field Communication) von Android-Smartphones in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 188 Prozent. Ein neu identifiziertes Phishing-Kit namens „Lighthouse“ zielt dabei primĂ€r auf Finanzinstitute ab.

In Deutschland gibt es bereits konkrete FĂ€lle: Bankkunden der Deutschen Bank und der Commerzbach verzeichneten SchĂ€den im fĂŒnfstelligen Bereich.

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Selbst der Hype um das fĂŒr November 2026 angekĂŒndigte Videospiel GTA VI wird ausgebeutet. Mit dem Versprechen auf Early Access oder Beta-SchlĂŒssel locken Kriminelle Fans auf bösartige Webseiten. Die Opfer laden Malware herunter oder schließen kostenpflichtige Abonnements ab.

Wer trÀgt das Risiko? Gerichte geben klare Antwort

Die rechtliche Lage fĂŒr Betroffene bleibt schwierig. Das Landgericht Karlsruhe entschied am 20. Mai 2026: Das Verlustrisiko bei einer Überweisung auf ein manipuliertes Konto trĂ€gt grundsĂ€tzlich der Zahlende. Im konkreten Fall hatte ein Rentner ĂŒber 100.000 Euro fĂŒr Goldbarren auf eine falsche IBAN ĂŒberwiesen. Das Gericht sah keine Pflicht fĂŒr Unternehmen, eine Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung fĂŒr Rechnungen bereitzustellen.

Auch das Delhi High Court betonte Ende Mai die Mithaftung von Kunden bei FahrlÀssigkeit.

Tech-Konzerne reagieren – aber reicht das?

Das NCSC meldet rund 4,7 Millionen gehackte Konten pro Quartal allein in Deutschland. Die Tech-Unternehmen treiben daher Sicherheitsfeatures voran. Google fĂŒhrte Ende Mai fĂŒr den Chrome-Browser „Device Bound Session Credentials“ (DBSC) ein. Sie sollen verhindern, dass gestohlene Session-Tokens von Angreifern auf anderen GerĂ€ten missbraucht werden können.

Sicherheitsexperten raten zudem dringend zur Nutzung von biometrischen Passkeys. Sie gelten derzeit als sicherste Form der Authentifizierung.

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