NFC-Angriffe, Android

NFC-Angriffe auf Android: 188% Anstieg in sechs Monaten

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 07:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher entdecken Angriffskette aus SpyNote und WindRelay, die kontaktloses Bezahlen manipuliert und Bankkonten gefÀhrdet.

Android-Bedrohung: Neue Malware-Kombination nutzt NFC fĂŒr Kartenbetrug
Ein Smartphone liegt neben einer Geldbörse mit Kreditkarte auf einem Schreibtisch als Symbol fĂŒr digitale Sicherheitsrisiken. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuartigen Bedrohung fĂŒr Nutzer des mobilen Betriebssystems Android. Eine Kombination aus den Schadprogrammen „WindRelay“ und „SpyNote“ ermöglicht es Angreifern, infizierte Smartphones als mobile KartenlesegerĂ€te zu missbrauchen. Ziel der TĂ€ter ist es, Bankkonten zu leeren und Kreditkartendaten in Echtzeit abzugreifen, um unbefugte Transaktionen durchzufĂŒhren.

Zweistufiges Angriffsverfahren ĂŒber NFC-Schnittstellen

Der Infektionsweg beginnt laut Berichten von Sicherheitsforschern meist mit einem klassischen Social-Engineering-Ansatz. Potenzielle Opfer werden zunÀchst per Telefonanruf kontaktiert und unter einem Vorwand dazu gebracht, die Malware SpyNote auf ihrem GerÀt zu installieren. Sobald dieser erste Zugriff etabliert ist, schleusen die HintermÀnner die zusÀtzliche Komponente WindRelay ein.

Diese spezialisierte Software ist darauf ausgelegt, die NFC-Schnittstelle (Near Field Communication) des GerÀts zu manipulieren. Durch das Abfangen der NFC-Daten wird das Smartphone faktisch in ein Relais-Station verwandelt. Damit können die TÀter die Signale von physischen Zahlungskarten, die sich in der NÀhe des infizierten Handys befinden, drahtlos abfangen und in Echtzeit an eigene EmpfangsgerÀte weiterleiten.

Dieser Mechanismus erlaubt es, kontaktlose Zahlungen zu autorisieren oder sensible Karteninformationen auszulesen, ohne dass das Opfer den Vorgang bemerkt.

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Finanzielle Risiken durch betrĂŒgerische Online-Kredite

Die Gefahr beschrÀnkt sich jedoch nicht nur auf den Diebstahl vorhandener Guthaben. Experten des Sicherheitsunternehmens Group-IB weisen darauf hin, dass die Malware-Kombination den TÀtern weitreichende Befugnisse auf den betroffenen GerÀten einrÀumt.

Mit den erbeuteten IdentitĂ€ts- und Bankdaten seien die Angreifer zudem in der Lage, Online-Kredite im Namen der GeschĂ€digten zu beantragen. Durch die Kontrolle ĂŒber das infizierte Smartphone können sie notwendige BestĂ€tigungscodes oder Verifizierungsschritte abfangen, was die Entdeckung des Betrugs erheblich erschwert.

Massiver Anstieg von Angriffen auf NFC-Schnittstellen

Der aktuelle Befund fĂŒgt sich in ein breiteres Bild wachsender Bedrohungen fĂŒr mobile EndgerĂ€te ein. Daten des Sicherheitsdienstleisters Kaspersky belegen eine drastische Zunahme von Attacken, die speziell auf die NFC-Funktionen von Android-GerĂ€ten abzielen. Den Analysen zufolge stieg die Zahl derartiger VorfĂ€lle Anfang des Jahres 2026 um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an.

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Branchenexperten raten angesichts dieser Entwicklung zu erhöhter Vorsicht bei unaufgeforderten Anrufen, die zur Installation von Software auffordern. Zudem wird empfohlen, NFC-Funktionen nur bei tatsĂ€chlichem Bedarf zu aktivieren und die Berechtigungen installierter Apps regelmĂ€ĂŸig kritisch zu prĂŒfen.

Die Kombination aus Fernzugriffs-Trojanern und NFC-Relay-Angriffen markiere eine neue Eskalationsstufe in der mobilen CyberkriminalitĂ€t, da sie die physische NĂ€he der TĂ€ter zum Zahlungsmedium teilweise ĂŒberflĂŒssig mache.

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