NFC-Betrug am Smartphone: 380.000 Euro in drei Wochen erbeutet
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie niederländische Polizei warnt vor einer neuartigen Masche beim sogenannten Bankhelpdesk-Betrug. Kriminelle nutzen dabei manipulierte Apps und die Nahfeldkommunikation (NFC) von Smartphones aus, um Geld direkt von Bankkonten abzuheben, ohne jemals die physische Debitkarte der Betroffenen in den Händen zu halten.
Digitales Auslesen am Smartphone
Das Vorgehen der Täter kombiniert klassische Manipulation am Telefon mit technischer Übertragung. Betrüger melden sich telefonisch bei Bankkunden und geben sich als Mitarbeiter eines Geldinstituts aus. Unter dem Vorwand, verdächtige Zahlungen stoppen oder das Konto aus Sicherheitsgründen schützen zu müssen, überreden sie die Angerufenen dazu, eine spezielle App auf ihrem Smartphone zu installieren.
Anschließend fordern die Anrufer ihre Opfer auf, die Bankkarte direkt an das eigene Mobiltelefon zu halten. Über die zuvor installierte Anwendung wird das kontaktlose NFC-Signal des Kartenchips abgefangen und in Echtzeit auf ein anderes Smartphone übertragen. Ein Komplize vor Ort kann daraufhin an einem Geldautomaten Bargeld abheben, während sich die eigentliche Originalkarte weiterhin im Besitz des Opfers befindet.
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Hohe Schäden und erste Festnahmen
Die Dimensionen der Masche sind beträchtlich. Nach Angaben der niederländischen Polizei erbeuteten die Betrüger innerhalb von drei Wochen rund 380.000 Euro bei etwa 170 Opfern.
Den Ermittlungsbehörden gelang unterdessen ein Schlag gegen das Netzwerk. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen: ein 23-jähriger Mann aus Vaassen und ein 25-jähriger Mann aus Ede.
Die Justiz wirft dem 25-Jährigen die Koordination der Taten vor, während der 23-Jährige für die Leitung der technischen Infrastruktur verantwortlich gewesen sein soll. Das zuständige Gericht in Rotterdam verlängerte die Untersuchungshaft gegen die beiden Männer um mindestens drei weitere Monate.
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Verhaltensregeln für Bankkunden
Die Polizei weist eindringlich auf die typischen Merkmale solcher Täuschungsversuche hin. Seriöse Banken fordern ihre Kunden grundsätzlich niemals dazu auf, unaufgefordert externe Apps zu installieren, die Bankkarte an das Smartphone zu halten oder vertrauliche Daten wie die persönliche Identifikationsnummer (PIN) preiszugeben.
Ermittler raten Betroffenen, bei verdächtigen Anrufen sofort aufzulegen und das eigene Kreditinstitut ausschließlich über die offiziell bekannten Telefonnummern zu kontaktieren. Im Verdachtsfall sollten Bankkunden unverzüglich ihr Institut informieren und Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstatten. In den Niederlanden steht hierfür auch die zentrale Servicerufnummer der Polizei unter 0900-8844 zur Verfügung.
