NFL-Veteranen, Demenz-Risiko

NFL-Veteranen: 3,8-mal höheres Demenz-Risiko durch Kopftreffer

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 10:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Ehemalige NFL-Profis sterben fast viermal hÀufiger an Demenz und Parkinson als die mÀnnliche Bevölkerung.

NFL-Veteranen: Vervierfachtes Risiko fĂŒr Hirnerkrankungen
Ein alter, zerkratzter American-Football-Helm liegt auf einer dunklen OberflĂ€che, im weichen Licht, das eine nachdenkliche Stimmung erzeugt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ehemalige NFL-Spieler sterben fast viermal hÀufiger an neurodegenerativen Erkrankungen als die mÀnnliche Allgemeinbevölkerung. Das zeigt eine Studie, die am 8. Juli im Fachjournal eClinicalMedicine erschien.

Forscher von Mass General Brigham, der Boston University und der Concussion & CTE Foundation analysierten die Daten von 19.824 Spielern. Diese waren zwischen 1960 und 2019 in der Liga aktiv. Die Ergebnisse sind alarmierend: Das Risiko, an Demenz zu sterben, liegt 3,8-mal höher. Bei Parkinson betrÀgt die Steigerung das 3,88-Fache.

JĂŒngere Spieler besonders gefĂ€hrdet

Besonders dramatisch sind die Zahlen fĂŒr jĂŒngere Ex-Profis. Bei Spielern unter 60 Jahren stellten die Forscher ein mehr als zwölffach erhöhtes Risiko fĂŒr neurodegenerative Todesursachen fest.

Als Hauptursache sehen die Wissenschaftler die Chronisch-Traumatische Enzephalopathie (CTE). Diese Erkrankung entsteht durch wiederholte Kopftreffer. Die tatsÀchlichen Raten könnten sogar noch höher liegen, warnen die Autoren. Denn neurodegenerative Erkrankungen werden auf Totenscheinen oft nicht erfasst.

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KarrierelÀnge und Spielposition entscheiden mit

Die Studie identifizierte weitere Risikofaktoren. Spieler mit mindestens fĂŒnf NFL-Saisons haben ein doppelt so hohes Risiko wie Kollegen mit kĂŒrzeren Karrieren.

Auch die Position auf dem Feld spielt eine Rolle. „Speed-Positions“ – also schnelle Spieler wie Receiver oder Defensive Backs – sterben fast doppelt so hĂ€ufig an Demenz wie Linemen. Letztere haben ein um 50 Prozent reduziertes Risiko.

Ein tragischer Einzelfall unterstreicht die Problematik: Der ehemalige Spieler Marshawn Kneeland starb mit 24 Jahren. Die Autopsie ergab CTE im Stadium 1.

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Der STARS-Effekt: Robuster Körper, verletzliches Gehirn

Die Forscher weisen auf einen statistischen Effekt hin: Profisportler leben grundsĂ€tzlich lĂ€nger und sind gesĂŒnder als der Durchschnitt. Sie sterben seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – dem hĂ€ufigsten Todesgrund in der Allgemeinbevölkerung.

Dieser sogenannte STARS-Effekt könnte die tatsÀchliche Gefahr sogar verschleiern. Denn trotz ihrer sonstigen Robustheit erliegen NFL-Veteranen viermal hÀufiger Hirnerkrankungen. Experten sprechen von einer massiven Erhöhung, die durch keine anderen Gesundheitsvorteile ausgeglichen wird.

Die Studie wurde unter anderem vom National Institute of Neurological Disorders and Stroke sowie vom National Institute on Aging finanziert.

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