NHTSA-Entwurf, Kommentare

NHTSA-Entwurf: Öffentliche Kommentare zu Fahrzeugleuchten bis 25. November

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Entwurf passt US-Lichtvorschriften an automatisierte Fahrfunktionen an; Stellungnahmen sind bis zum 25. November 2026 möglich.
Eine leere, moderne Autobahn bei Dämmerung mit Lichtspuren von vorbeifahrendem Verkehr und Fokus auf der Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA treibt die Anpassung bestehender Sicherheitsnormen an automatisierte Fahrzeugtechnologien voran. Wie aus einem Bericht vom 26. Oktober 2026 hervorgeht, hat die Behörde einen 19-seitigen Verordnungsentwurf im Federal Register unter dem Aktenzeichen Docket NHTSA-2026-1519 (91 FR 67243) veröffentlicht.

Ziel der Initiative ist eine Modernisierung des Sicherheitsstandards FMVSS Nr. 108, der die Vorschriften für Fahrzeuglampen, Rückstrahler und zugehörige Ausrüstungsgegenstände regelt. Die Frist zur öffentlichen Kommentierung des Entwurfs endet am 25. November 2026.

Neuausrichtung bei Prüfwerten und manuellen Bedienelementen

Die vorgeschlagene Überarbeitung sieht mehrere technische Anpassungen vor, um bestehende Regelungen flexibler zu gestalten. So soll die standardisierte Testspannung für Integral-Scheinwerfer entfallen, während für andere Scheinwerfertypen die Vorgabe von 12,8 Volt bestehen bleibt.

Ebenso plant die NHTSA den Wegfall der Regelung, wonach bei einer vertikalen Scheinwerferanordnung der untere Lichtstrahl zwingend von der obersten Leuchte erzeugt werden muss.

Ein weiterer Schritt betrifft automatisierte Fahrfunktionen: Vorgaben für die manuelle Betätigung von Blinkern, Warnblinkern und Fernlicht sollen künftig explizit auf Fahrzeuge beschränkt werden, die über manuelle Fahrbedienelemente verfügen.

Fahrzeuge ohne klassische Steuerungselemente wie Lenkräder oder Pedale sind zwar aktuell nicht im regulären Verkauf, werden jedoch bereits im Rahmen von Erprobungen in mehreren US-Städten eingesetzt. Zudem führt die Behörde im Entwurf optionale cyanfarbene Markierungsleuchten für automatisierte Fahrsysteme (ADS) an, mit denen solche Fahrzeuge gekennzeichnet werden können.

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Technologischer Hintergrund und Debatte um Sensorsysteme

Die regulatorischen Vorstöße für automatisierte Fahrsysteme fallen in eine phase intensiver Branchendiskussionen über die notwendige Sensorausstattung autonom agierender Fahrzeuge. Während Tesla weiterhin auf einen Ansatz setzt, der ausschließlich kamerabasiert arbeitet, erklärte der Wettbewerber Waymo zuletzt, dass Kameras für einen sicheren Betrieb nicht ausreichten.

Auch etablierte Hersteller setzen auf Mehrfachabsicherungen. Am 26. Oktober 2026 betonte Sterling Anderson, Chief Product Officer von General Motors, dass ein reiner Kamerasicht-Ansatz physikalische Gegebenheiten ignoriere.

Radarsensoren seien mittlerweile so günstig verfügbar, dass deren Weglassen keinen Sinn ergebe. GM plant eine Autonomiefunktion für Autobahnen bis zum Jahr 2028, die im Modell 2028 Escalade IQ eingeführt werden soll.

Das System kombiniert Radar, Lidar sowie Kameras und stuft sich nicht als Level 3 ein; statt einer sofortigen Übergabe der Fahraufgabe an den Menschen sieht es einen Übergangszeitraum von etwa zehn Minuten vor, bevor das Fahrzeug an einer Ausfahrt selbstständig zum Stillstand kommt.

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Zulieferer verweisen ebenfalls auf wirtschaftliche und technische Skalierungsaspekte. Christophe Périllat, Vorstandsvorsitzender von Valeo, legte dar, dass Serienfahrzeuge keine Dach-Sensorpakete im Wert von 100.000 Euro benötigten, wie sie bei Robotaxi-Prototypen eingesetzt würden.

Périllat geht davon aus, dass autonomes Fahren innerhalb von 10 bis 15 Jahren breit verfügbar sein wird, da Systeme Verkehrsregeln und verhaltensmuster direkt aus Daten erlernen müssten. Bis zur formalen Umsetzung der neuen Beleuchtungsstandards durch die NHTSA haben Branchenvertreter und Öffentlichkeit bis zum 25. November 2026 Zeit, ihre Stellungnahmen einzureichen.

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