Niederösterreich: 233 Tonnen Akkus und ElektrogerĂ€te landen jĂ€hrlich im RestmĂŒll
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 11:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die niederösterreichischen UmweltverbĂ€nde haben eine Aktionswoche gestartet, um auf die Gefahren von AkkubrĂ€nden im Abfall aufmerksam zu machen. Auslöser fĂŒr die Informationsinitiative sind alarmierende Zahlen zur MĂŒlltrennung: Laut einer RestmĂŒllanalyse aus dem Jahr 2025 landen in Niederösterreich jĂ€hrlich rund 233 Tonnen ElektroaltgerĂ€te, Batterien und Akkus fĂ€lschlicherweise im RestmĂŒll. Wie der ORF am 12. Oktober 2026 berichtete, soll die Kampagne das Bewusstsein fĂŒr die fachgerechte Entsorgung schĂ€rfen.
Christian Macho, PrĂ€sident der NĂ UmweltverbĂ€nde, stuft Batterien und Akkus im RestmĂŒll als erhebliches Sicherheitsrisiko ein. Nach Angaben der VerbĂ€nde können Lithium-Akkus, wie sie etwa in Smartphones, Kopfhörern, Powerbanks oder Kinderspielzeug verbaut sind, bei einer BeschĂ€digung KurzschlĂŒsse, massive Hitze und schlieĂlich BrĂ€nde auslösen.
Brandgefahr durch beschÀdigte Lithium-Zellen
Das Problem betrifft Entsorgungsbetriebe weit ĂŒber die Region hinaus. Wenn Lithium-Zellen in AlltagsgegenstĂ€nden wie Mobiltelefonen, ZahnbĂŒrsten, GruĂkarten oder E-Zigaretten bei der MĂŒllabfuhr verdichtet werden, droht eine unkontrollierte thermische Reaktion. Ein solcher Zwischenfall kann innerhalb kurzer Zeit zur SelbstentzĂŒndung fĂŒhren und MĂŒllfahrzeuge sowie Entsorgungsanlagen gefĂ€hrden.
Wie Branchenberichte aus verschiedenen LĂ€ndern verdeutlichen, fĂŒhrt unsachgemÀà entsorgter Elektroschrott immer wieder zu schweren SchĂ€den. So meldete das Sortierzentrum im neuseelĂ€ndischen Blenheim nach einem Brand einen Schaden von 2,5 Millionen Dollar, der mutmaĂlich durch die Lithium-Ionen-Batterie einer Einweg-E-Zigarette im Altpapier ausgelöst wurde.
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In Kanada schÀtzte die Vereinigung der Feuerwehrchefs die Zahl der BrÀnde durch Lithium-Batterien auf 1.500 VorfÀlle in 600 Gemeinden innerhalb eines Jahres.
RĂŒckgabemöglichkeiten und Ressourcenschonung
Um solche Risiken zu minimieren, verweisen Entsorgungsexperten auf die bestehenden Sammelstrukturen. Batterien und ElektroaltgerĂ€te gehören grundsĂ€tzlich nicht in die regulĂ€re MĂŒlltonne.
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Konsumenten können Altbatterien und elektronische GerĂ€te im Einzelhandel sowie bei kommunalen Problemstoffsammelstellen kostenlos zurĂŒckgeben. GerĂ€te, bei denen die Energiespeicher nicht herausnehmbar sind, sollten dabei vollstĂ€ndig und intakt abgegeben werden, um mechanische BeschĂ€digungen der Zellen im Vorfeld zu verhindern.
Neben dem Sicherheitsaspekt betont die Politik auch den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen einer sauberen Trennung. Stephan Pernkopf, Landeshauptmann-Stellvertreter in Niederösterreich, hob hervor, dass ein konsequentes Recycling wertvolle Rohstoffe sichere sowie ArbeitsplÀtze und regionale Wertschöpfung schaffe.
Mit Informationsaktionen und begleitenden Anreizen an den regionalen Sammelstellen soll erreicht werden, dass weniger elektronische KleingerĂ€te unbedacht im RestmĂŒll landen.

