Nierenerkrankung, Finerenon

Nierenerkrankung: Finerenon senkt Albuminurie erstmals seit 30 Jahren

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Finerenon senkte in einer Phase-III-Studie die Albuminurie bei Typ-1-Diabetes; neue Daten betreffen zudem Nieren- und Herztherapien.

Bayer erhält FDA-Zulassung für Finerenon bei Typ-1-Diabetes
Moderne Laboreinrichtung mit Glasgefäßen auf einer weißen Oberfläche bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die therapeutische Landschaft für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD) und Typ-1-Diabetes erfährt derzeit eine signifikante Erweiterung.

Mit der Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA, den Wirkstoff Finerenon (Markenname Kerendia) in den Dosierungen 10 mg und 20 mg zur Senkung der Albuminurie (UACR) zuzulassen, steht laut Berichten vom September 2026 erstmals seit über 30 Jahren eine neue Therapieoption für dieses spezifische Patientenkollektiv zur Verfügung.

Studienergebnisse belegen Senkung der Albuminurie

Grundlage der Zulassungserweiterung für das Pharmaunternehmen Bayer war die Phase-III-Studie FINE-ONE. In dieser Untersuchung mit 242 Teilnehmern konnte eine Reduktion der Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR) um 25 Prozent über einen Zeitraum von sechs Monaten im Vergleich zur Placebo-Gruppe nachgewiesen werden. Die Daten zeigten bereits nach drei Monaten eine Senkung um 22 Prozent, die sich bis zum sechsten Monat auf 28 Prozent steigerte.

Zudem erreichten 68,1 Prozent der Probanden in der Finerenon-Gruppe eine UACR-Reduktion von mindestens 30 Prozent, während dieser Wert in der Placebo-Gruppe bei 46,6 Prozent lag. Hinsichtlich der Sicherheit wurden unerwünschte Ereignisse bei 47,1 Prozent der mit dem Wirkstoff behandelten Patienten dokumentiert, verglichen mit 49,2 Prozent unter Placebo.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Hyperkaliämie, die in der Behandlungsgruppe bei 10,1 Prozent der Teilnehmer auftrat, während sie in der Kontrollgruppe einen Wert von 3,3 Prozent erreichte.

Die Relevanz dieser Zulassung wird durch die Prävalenz der Erkrankung unterstrichen. Schätzungen zufolge leiden in den USA etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes an einer chronischen Nierenerkrankung.

Entwicklungen im Bereich Typ-2-Diabetes und Begleiterkrankungen

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Parallel zu den Fortschritten bei Typ-1-Diabetes liefern aktuelle Studien neue Erkenntnisse für die Behandlung von Typ-2-Diabetes. Eine im Fachmagazin „The BMJ“ veröffentlichte US-Studie untersuchte die Wirkung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT-2-Hemmern bei Patienten mit Albuminurie.

Über einen Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 32 Monaten sank das 5-Jahres-Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion bei dieser Medikation auf 3,2 Prozent. Im Vergleich dazu lag das Risiko unter Sulfonylharnstoffen bei 4,6 Prozent und unter DPP-4-Hemmern bei 5,4 Prozent. Die Analyse umfasste insgesamt 75.455 Teilnehmer.

Auch im Bereich der Adipositasbehandlung zeigen klinische Daten weitere Potenziale auf. Für die in der EU zugelassene Wegovy-Tablette (Semaglutid bis 25 mg) wurden Gewichtsreduktionen von durchschnittlich 17 Prozent in der höchsten Dosierung belegt. Etwa jeder dritte Patient verlor dabei mindestens 20 Prozent seines Körpergewichts.

Neue Leitlinien und Trends in der Kardiologie

Die kardio-renale Medizin wird zudem durch aktualisierte Richtlinien geprägt. Auf dem ESC-Kongress 2026 wurde eine überarbeitete Leitlinie zur chronischen Herzinsuffizienz vorgestellt. Eine wesentliche Neuerung ist der Wegfall des Phänotyps „mild reduziert“.

Die Klassifizierung erfolgt künftig nur noch in eine erhaltene Funktion (LVEF von mindestens 50 Prozent) und eine reduzierte Funktion (LVEF unter 50 Prozent). Zudem bestätigte das Update die 1A-Empfehlung für SGLT2-Hemmer unabhängig von der Ejektionsfraktion.

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In Deutschland verdeutlicht der Herzbericht 2026 die anhaltende Bedeutung kardiovaskulärer Vorsorge. Während die Sterberate bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) pro 100.000 Einwohner von 127,3 auf 118,3 sank, blieb die Zahl der stationären Behandlungen mit über 1,65 Millionen Fällen auf einem hohen Niveau.

Insbesondere Vorhofflimmern ist mit rund 360.800 Krankenhausaufenthalten im Jahr 2024 ein zentraler Faktor für das Gesundheitssystem. Experten der Deutschen Herzstiftung weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland an Bluthochdruck leidet, wobei etwa jeder zehnte Betroffene unbehandelt bleibt.

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